Der WAHM ist die Mutter aller Freiheit

Teilweise, man kann mich leicht schon im Vorartikel „Coronadiktatur: Lust auf Samstag Nachmittag“ und danach erst recht in den Kommentaren dahin abgleiten sehen, dass ich mich wenigstens in der Schwurbelei jenseits aller ernsthaften Anfechtbarkeiten wieder selbstermächtigen will, keinen logischen Gesetzen verpflichtet, dabei aber viel weniger unsinnig in meinen Tiraden und ständigen inneren Widersprüchen als unsere liebe Regierung, die ihren Narrentanz ja ernstmeint, was mich nicht nur wieder in Übung bringt, sondern auch ein gewisses Behagen, sich selbst besser zu betragen und ertragen, eben zumal die erfrischende Übung.

Das Geschäft mit dem Wasser-Alu-Hanf-Helm (dem WAHM) nimmt schon mächtig Fahrt auf, ich bekomme Anrufe und Ebriefe ohne Ende. Grafiker bieten sich an, Leute, die Anhänger und allerlei Accessoires für den WAHM anbieten wollen, darum bitten, ob nicht am Kinnriemen kleine Ösen oder Klippverschlüsse schon ab Werk zu haben sein könnten, ihre bunten Bänder und andere Flatterwerke bequem anzuheftend an den Mann bringen zu können.

Und dann die Spezialantennenhersteller. Ein merkwürdsames Völkchen. Das sind die, die dem professionell interessierten WAHM-Träger an allen möglichen Stellen Antennen auf dem Helm anbringen, die all das aufzeichnen, wovor der Träger darunter geschützt ist. Die haben teils wilde Ideen. Manche Helme müssen spezialverstärkt werden, deren kleine Monster zu halten.

Selbst die Spezialreinigungmittelhersteller stehen Schlange. Dabei genügen nach Abnahme des Hanfuntersatzes einfach Wasser und mal etwas Seife.

Die Bundeswehr hat den WAHM nach zugegebenermaßen zähen Verhandlungen jetzt in Tarnfarben in drei Größen bestellt, zunächst 30 000 Stück, zum Preis gibt es eine Stillschweigevereinbarung. Man kann sich aber ob der Grüße der Order denken, dass die Bundeswehr pro Stück weniger bezahlt hat als Heinz Müller auf der Königstraße. Schließlich hat die Bundeswehr seit Frau von der Leyen ein vorbildlich sparsames, ja ausgezeichnetes Logistik- und Beschaffungswesen.

Und weil die Amis nicht einmal schlafen, wenn die Bundeswehr mal was macht, stehe ich da mit einem großen Universitätsverbund in Verhandlungen, die wollen groß ordern, ihre Studenten zumindest in den Vorlesungen mit dem WAHM versorgen zu können. Es geht um – vorläufig – 100 000 Stück. Es zieht sich noch, weil es Streit um die geschlechterspezifische Ausgabe der größeren Helme an Männer gibt, was geschlechterlosen Unis einiges an Kopfzerbrechen bereitet.

Schweden hat genau zehn WAHMs geordert. Das Außenministerium sieben, das Gesundheitsministrium drei. Was ja logisch, denn bei den Geheimdiensten will jeder seinen Helm, die Ärzte setzen jedem mal einen auf und messen.

Es fragen jetzt auch Firmen an, deren Sitz auf den American Virgin Islands, die einzige echte Kontaktadresse ist eine Anwaltskanzlei in Istanbul oder Singapur, wollen mehr oder weniger freundlich mit mir über meine Patente reden.

Ein britisch-niederländisches Konsortium ist derweil auch an mich herangetreten, mit der Idee eines dauerhaft nicht auszuwechselnden und verbesserten Schutzwassers für den WAHM (und die anderen Helmsorten). Besondere Zusätze und eine vorsorgliche Ionisierung des Schutzwassers könnten die Schutzfunktion um nochmals 25 % steigern. Und so wollen sie für den guten Liter Wasser, den eine Maske braucht, 10 Euro. Wahrscheinlich sind es schamlose Betrüger und Halsabschneider. Die können das ja dann selber den Helmträgern andrehen. Derweil schreibe ich auf meine Helme: „Pure Water Only“. (Was ja auch sinnvoll ist, solange Gegenteiliges nicht als unschädlich erwiesen, denn wir wollen keine durch Chemikalien oder sonstwas von innen zersetzten Helme.)

Das schöne am Wasserhelm ist ja auch, dass er die Nackenmuskulatur stärkt. Immerhin ist gut ein Kilo stolz zu tragen. Das strafft die Haut des Halses zumal des Weibes. Ja, der WAHM macht auch sexy.

Der WAHM ist die Mutter aller Freiheit.

Bisher 2 Kommentare

2 Antworten auf „Der WAHM ist die Mutter aller Freiheit“

  1. @ Magnus

    Wohlan an denn, seelenverwandter Magistrat wohlfeiler Schwurbelei. Sprach nicht Nietzsche schon vom spielenden Kinde als dritte Verwandlung des aus der Wüste Tretenden?

    [Aber sagt, meine Brüder, was vermag noch das Kind, das auch der Löwe nicht vermochte? Was muss der raubende Löwe auch noch zum Kinde werden?

    Unschuld ist das Kind und Vergessen, ein Neubeginnen, ein Spiel, ein aus sich rollendes Rad, eine erste Bewegung, ein heiliges Ja-sagen.

    Ja, zum Spiele des Schaffens, meine Brüder, bedarf es eines heiligen Ja-sagens: seinen Willen will nun der Geist, seine Welt gewinnt sich der Weltverlorene.

    Drei Verwandlungen nannte ich euch des Geistes: wie der Geist zum Kameele ward, und zum Löwen das Kameel, und der Löwe zuletzt zum Kinde. — —]

    Ohne Frage wird dein genial erdachter WAHM zum „Must-have“ Accessoire des Post-Corona-Gentlemans. (Beantrage bitte rechtzeitig Geschmacksmusterpatentierung !!)

    Zu einem merkantilen Welterfolg ist sicher auch die Einbindung „kreativer“ Subunternehmer ratsam… Der WAHM als Standard sozusagen, wobei ich mir aber das „Antennenbizniz“ selbst vorbehalten würde. Man kann sich da schnellsten „o’agnehme“ PR einfangen.

    Bei Verhandlungen mit der BuWeh würde ich Vorsicht walten lassen. Sonst könnte passieren, daß sich der „Kackseggl“ [BW-Slang für den gemeinen GI] einmischelt, so auf die unwiderstehliche Cowboyart. Am besten zunächst dort mal eine Fabrik hochziehen, bevor die das Potential des WAHM auch nur gerochen haben.

    Auch die Schweden erstmal vorne draussen vor lassen: Sonst bringen die noch eine Multikulti-Version aus Schwedenstahl raus, den Mützö-Volvo.

    Wenn die Istanbuler Kanzlei den Namen Mustafa Fötzelek hat, kannst du voll vertrauen: Ich habe dort die Anteilsmehrheit. Speziell Unteranwalt Ali Cigankörluflockto ist ein Meister des winkeladvokatischen Taschenbilliards. Bei Singupar sollte man aufpassen, daß man niemals einen Kaugummi ausspuckt. Das gibt dort 6 Wochen Isolierhaft !!

    Bei „britisch-niederländisch“ muss ich auf’s Klo und meine Blase entleeren, im sitzen natürlich. Zu dem BP-Shell-Aspekt schreibe ich noch. Die sind wahrlich Teufelsbraten…

    1. @ Erika

      Es ist mir natürlich klar, dass die Chinesen einen BilligWAHM nachbauen werden und deren Politbüro wie die WHO behaupten wird, die seien so gut wie der echte WAHM, aber alle höheren Chargen über Strohmänner bei mir genau den für sich kaufen werden. Ansonsten: Danke für den Hinweis zum Antennengeschäft. Damit sollte ich nicht leichtfertig umgehen. Auch die Idee, die Bundeswehr zunächst von einer in den USA errichteten Fabrik aus zu versorgen, ergibt durchaus Sinn. Sowieso sind die USA ja der größere Markt, zumal ab dem Tage, da Biden, die Clintons und Obama gemeinsam gegen Trump mit meinen WAHMen vor die Presse gehen. So werde ich über Nacht achtzig Millionen Bestellungen von Trumpgegnern haben. Trump wird dagegen nichts machen können, denn die WAHME („WAHMs“) unterliegen dem Ersten Verfasszungszusatz der freien Meinungsäußerung. Die ganzen Coronaarbeitslosen werden froh sein, in meinen Fabriken wieder Arbeit zu finden, auch wenn nur in Masken bezahlt. Trump wird sehr dumm aus der Wäsche gucken, seinen WAHM nur heimlich an seinem Schreibtisch tragen. Die Guten und Gerechten werden johlen und jubilieren.
      Und, nein, es stimmt nicht, das Putin schon bei mir wegen einer besonderen Maske – Spezialanfertigung mit fünf(!) Zentimetern Wasser – bei mir angefragt habe. Ich wurde gestern lediglich von einer sehr sinistren Type verfolgt, die zehn Meilen weit nach Schlapphut roch. Das war wahrscheinlich einer von denen von den Jungferninseln oder dem britisch-niederländischen Konsortium, ich denke Putins Leute wären professioneller aufgetreten. Sowieso ist längst auch klar, dass selbst die gewöhnliche italienische Mafia sich höchlich für den WAHM interessiert, überaus nachvollziehbaren Grundes. Man merkt allenthalben, wie viel sicherer man mit dem WAHM ist.
      Allerdings gibt es auch schon eine sehr bedenkliche und mächtige Bewegung, die wollen gar nicht, dass das gemeine Volk WAHMe bekommt, denn damit wäre es zu gesund und zumal denkfähig. Mit denen könnte ich noch einen gewaltigen Ärger bekommen. Das sind echte Profis, die nicht lange fackeln. Es gilt also sehr, sehr wachsam zu bleiben.

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