Aufnahmeritual bei der Antifa

Indem die Antifa endlich damit angefangen hat, gegen das Demonstationsrecht zu demonstrieren, dachte ich mir, jetzt ergäbe sich die Möglichkeit, den Laden zu unterwandern.

Ich nahm also mein schwarzes Lacostehemd und meine schwarze Bossjeans und riss die Etiketten ab, besorgte mit dazu einen schwarzen Rotzlappen, malträtierte das ganze Konvolut drei Tage lang auf jede nur erdenkliche Weise und sorgte für jede Menge echte Flecken und fuhr dann nach Leipzig, um in Connewitz meine Aufwartung zu machen.

Schon der erste Teil des Aufnahmerituals war ein ziemlicher Härtetest. Denn, in eine alte Polizeiuniform gesteckt und gefesselt, hagelte es erstmal den Kotzkübel von letzter Nacht, und die fröhlich dazu kreischende LGBTQ-Brigade drehte mir mehrfach unter Gejohle Ohren und Nase um. Im zweiten Durchgang musste ich schwören, in den nächsten vier Wochen mindestens eine Polizeistation zu entglasen, mit filmischem Nachweis zwei Autos von AfD-Mitgliedern abzufackeln und bei YouTube dreihundert Nazi-Videos in unmissverständlicher Diktion zur Anzeige zu bringen (die Sektionschefin, deren Gesicht aus mehr Metall bestand als Fleisch und Haut, sagte tatsächlich „Diktion“, sie schien die Gebildetste, schien aus einer bourgeoisen Familie zu stammen). Ich schwor das alles, schließlich sind Schwüre nur Schall und Rauch, und was man vor einem verlausten Lumpenpack unter mottenzerfressenen Kappen gezwungenermaßen schwört, zählt sowies nicht.

So dachte ich also, das Ordal habe hiermit ein Ende, doch weit gefehlt. Ich musste nämlich binnen einer halben Stunde vier Halbe saufen und dann vor versammelter Frauschaft das Ergebnis über ein Bildnis Donald Trumps pinkeln. Dann noch nachschwören, mich ab jetzt bis zum Ablauf meiner Aufnahmefrist nicht zu waschen.

Danach schmiss man mich raus und erklärte, ich könne in besagten vier Wochen wiederkommen, aber nur mit hieb- und stichfesten Beweisen, dass ich meinen Schwur getreulich erfüllt hätte.

Was für eine Scheiße, was für ein Pleite. Nie hätte ich gedacht, dass die Antifa Aufnahmerituale ansetzt, die denen von Skull & Bones durchaus vergleichbar.

Nun gut, der ganze fragwürdige Spaß hat einschließlich Bahn und Klamotten nicht viel mehr als 500 Euronen gekostet, und ich weiß jetzt entschieden mehr über der Antifa Leipzig erstaunlich straffe Organisation, was für eine Zucht und Ordnung dort herrscht. Kein Wunder, dass unsere verweichlichte Polizei, die Verfassungschutzämter, ja der ganze deutsche Staatsapparat höllische Angst vor denen hat.

Auch: Wer will schon, ob einer sinnbefreiten Festnahme (kein Staatsanwalt traut sich eine Anklage wegen kleiner, unbedeutender Brandstiftungen) mit solchen StinkefriederInnen ergebnislos im Polizeibus sitzen, hernach auch noch ein Protokoll für den Papierkorb aufnehmen zu müssen, während Seim und Sabber der Grinsenden sich auf seinem Dienstschreibtisch verteilen?

Ja, lustig war das wirklich nicht. Man muss als echter inverstigativer Journalist aber auch mal was abkönnen. Immerhin weiß ich nun, was Sache ist, den Erfolg der Truppe begründet, und meine treuen Leser wissen es jetzt auch.

 

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