Dummer Magnus (III)

Dummheit kann offenkundig wachsen wie die Brennessel im Lenz.

Bei meiner jedenfalls klappt das prächtig. Inzwischen wird mir sogar Taubheit als wesentlicher Grund dafür benannt, geradezu verzweifelt, wenn nicht wenigstens stur, an meiner Dummheit festhalten zu wollen. Was ja nicht ganz abwegig. Dumme wollen sehr gerne nicht hören.

Im vorliegenden Fall geht es darum, dass ich in der Tat heilsversprechende Priester nicht gerne höre. Was ja dumm sein mag, denn wie kann ich ausschließen, dass sie am Ende doch recht hätten, fließt ihnen auch schon bei den ersten Worten der gierige Pfaffensabber von den Lefzen? Wer bin ich, deren Rede gleich darnach zu beurteilen, ihnen nicht weiter andächtig zu lauschen?

Müsste ich nicht jeden von denen bis ans Ende ans Ohr nehmen, mir im günstigen Falle daher wenigstens ein viertelsentdummtes Bild gemacht zu haben?

Wie steht es mir zu, einen offenkundig völlig hirnbauchicht Selbstgefälligen, zumal der kommenden Wahrheiten Gewissen, der in acht buddhistischen Klöstern gelernt, nicht zwei Stunden lang aufzunehmen, meine Dummheit dessen zu prüfen?

Ja, ich schäme mich. Ich will jetzt keinen dieser Heilsbringer, die ich ob meiner Dummheit nicht länger als fünf Minuten an mich ließ, mit Namen benennen, was diese Besonderen zwar zweifellos nicht beschmutzen könnte, mich aber ohne Not noch mehr herabsetzen, als selbst ich das gerne ertragen möchte.

So viele Durchblicker! So viele Gesandte! So viele, die genau wissen, was gerade hinter den Kulissen geschieht und auf bald oder nicht lang kommen werde!

Das ist hart, gerne jammerte ich jetzt auch ganz frank und offen, doch ist all mein Leids dazu nicht für hier, ich komme schlicht nicht mit.

Selbstmitleiden, oder Schweigen, am besten gar nicht mehr fragen, das bleibt uns Dummen.

Nun leben wir aber immer noch. Wir wollen, wie alle anderen, nicht einfach untergehen. Das ist der Zwiespalt. Was, wenn man den letzten Schuss nicht hört?

Ich habe mir jetzt was zurechtgelegt. Ich frage künftighin noch dümmer, als dass ich selber glaube, dass ich es sei.

Vielleicht kann ich so mehr Gnade von den Gescheiten erfahren und dabei doch noch etwas lernen.

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