Coronawahn: Von kulturellen Kollateralschäden

Eben hörte ich auf einer US-Youtube-Liveshow, die politische und gesellschaftliche Themen behandelt und die ich sonst recht gerne sehe, zwei Männer und eine Frau, es ging eigentlich um die Folgen der Coronakrise für Affen-, Ratten- und Taubenpopulationen in Städten, die jetzt, bei leeren Straßen, kaum noch weggeworfene Hamburgerreste undsoweiter finden, eine erstaunliche Schlussfolgerung bezüglich positiver Effekte der Krise auf das Verhalten von uns Menschen.

Alle drei waren spontan begeistert von der Vorstellung, dass man sich jetzt dauerhaft nicht mehr die Hände schütteln werde, das sei schließlich völlig unnötig, Gesundheit gehe vor, man könne sich ja auch zum Beispiel etwas verbeugen oder das Spock-Zeichen machen, jeder wisse so ebenfalls, dass es als freundliche Begrüßung gemeint sei.

Mein lieber Schwan. Wegen so eines Drecksvirus einfach mal eine der schönsten Sitten dauerhaft abschaffen. Gleichzeitig sich um Ratten Sorgen machen. Die können über hundert Krankheiten übertragen. Auch Wildttiere können da so manches, die leben aber nicht so häufig in der Nähe des Menschen. Die Pest brachte der Rattenfloh.

Was ist mit Umarmungen? Was mit Wangenküsschen? Was ist, wenn man beim Konzert in einer lauten Kneipe sitzt oder in der Disco anbandelt (wenn es wieder geöffnete Kneipen und Discos gibt), sich nur versteht, indem man die Gesichter stark annähert? Nie mehr eng beeinander an einem Tisch sitzen?

Was ist mit der chinesischen Sitte, dem Tischgenossen mit den eigenen Stäbchen freundlich ein Stückchen Fleisch zur Probe in den Napf werfen? Das auch ab?

Werden noch Joints herumgehen, oder muss ab jetzt jeder, der 25 werden will, seinen eigenen rauchen?

Wer setzt sich noch auf eine Toilette, auf der schon einer saß, ohne dass sie vorher abgeschraubt, eine Stunde in Chlorbleiche gelegt, und vom zertifizierten Fachmann in Ganzkörperseuchenschutz wieder dran?

Hier der Beitrag zur dräuenden Rattenapokalypse, in der zwölften Minute hatte ich genug:

Nachtrag

Dass das mangelnde Abfallnahrungsangebot durch Corona eine prima Gelegenheit wäre, der Affen- , Ratten- und Taubenplagen in Städten besser Herr zu werden, sich jetzt diesbezüglich tatsächlich dauerhaft zu besinnen, darauf kommen diese Spezialisten, jedenfalls so weit ich noch hingehorcht habe, anscheinend nicht.

Affen, Ratten und Tauben gibt es genug in freier Wildbahn. Ich brauche diese Tiere in Städten nicht.

Man scheint auch nicht zu wissen, was Taubenscheiße an historischen Gebäuden anrichtet…

 

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