Coronawahn: Ich will meine Rechte wiederhaben- Einmannkundgebung kommt

Es liegen jetzt Einmannkundgebungen an. Einfach mit einem Schild auf dem geschrieben: „Ich will meine Rechte wiederhaben!“

Oder mit anderen Sprüchen, die jeder versteht.

Ich werde eine solche voraussichtlich nächste Woche in Karlstadt am Main auf dem Marktplatz abhalten.

Ich finde im Hause sicherlich vier, wahrscheinlich acht Meterstäbe, die ich für die zwei Meter Abstand um mich herum symbolträchtig sternförmig anlegen könnte. Vielleicht noch einen Kreidekreis gezogen, für die Dümmsten, so dass mir keiner unvorschriftsmäßig zunahe kommt.

Ich überlege noch, ob ich nicht lieber vorher bei der Polizei bescheid sage, damit die mich nicht in einem wahnhaften Übereifer verhaftet, es zu aberwitzigen Weiterungen kommt. Ich will ja nur meine Rechte zurück, fordere das für keinen anderen, womit keinerlei Volksaufwiegelung oder sonstwas dieser Art anzusetzen.

Ich dachte zunächst an eine Dachlatte, an der ich das Pappschild anbrächte. Das ist mir bei näherem Bedenk schon zu viel. Nachher heißt es noch, der „Gefährder“ habe zur Durchsetzung seiner unerträglichen Forderungen eine Hiebwaffe mitgebracht.

Also werde ich das Pappschild, das man mir wohl kaum als „Schutzwaffe“ wird auslegen können, wohl nur in Händen halten, oder es mir mit Nadel und Faden, die Nadel sorgsam zuhause lassend, in diesen Zeiten weiß man ja nie, mit einem Faden auf ein sehr weiches Wams aufnähen, der mir nicht als Strick, an dem ich womöglich Passanten aufhängen wollte, ausgelegt werden kann.

Vielleicht sollte ich auch das mit den acht Meterstäben lassen, denn die könnten mir ja als potentielle Volkswürgwaffen ausgelegt werden.

Also besser nur, vom Schuh aus, gut zwei Meter abgeschätzt, auf dem Pflaster einen weißen Kreidekreis um mich gezogen, damit klarzumachen, dass ich keineswegs dazu aufstachele, jemand solle mir näherkommen, gar Zweie, eine verbotene Versammlung sich um mich herum bilden.

Wer sich dann beim Dummglotzen doch zu eng versammelt, den habe ich nicht eingeladen, dessen illegale Versammlung habe ich nicht verursacht, der mag sich dann abführen lassen, weil er die behördlichen Anordnungen nicht beachtet hat.

Ich weise hiermit auch ausdrücklich darauf hin (ich kann das jetzt leider nur hier vorsorglich anführen, dann dort nur stimmlich ansagen), dass ich keinerlei derartige Versammlungen gutheiße oder dazu aufrufe.

Wer seine Rechte auch wiederhaben will, kann sich jeweils gut entfernt in Zweiergruppen aufstellen, besser alleine, ebenfalls ein Schild malen. Kann. Auch dazu rufe ich ausdrücklich nicht auf.

Jeder möchte seine Rechte zurückfordern, wie es ihm einfällt, wozu ich wiederum nicht aufrufe, das mag er für sich allein tun, ich will, auch wenn ich mich jetzt fast schon dreifach wiederhole, nur meine zurück.

Ich werde schweigend dastehen, keinerlei Pöbeleien beantworten, allenfalls mit Leuten reden (wofern sie sich von mir und untereinander vorschriftsgemäß entfernt halten), die mich botmäßig fragen beziehungsweise darauf ansprechen, was das denn solle. Solche braven Bürger möchten von mir Auskunft bezüglich meiner persönlichen Meinung insgesamt und meines Anliegens bekommen.

Läuft mir ein Hund zu (viele Hunde mögen mich, finden mich wenigstens mal zum Kurzkontakt interessant), so werde ich dem Hunde so schnell wie möglich freundlich zu bedeuten geben, er möchte sich wieder zu seinem Herrchen machen, damit dasjenige nicht unbedacht über den Kreidekreis tritt.

Ob ich mir, der Aufmerksamkeit halber, einen meiner schönsten Hüte antun sollte, das habe ich noch nicht entschieden. Der mag ja, je nach Wetter, aufgesetzt wirken, damit meinem Anliegen nicht wirklich dienlich.

Klar ist, dass ich keine zu festen Stiefel anziehen werde (Thema Schutzwaffe). Auch keine dicke Lederjacke (Thema Schutzwaffe).

Und damit meine Forderung nicht so leicht als „rechtsradikal“ ausgelegt werden kann, werde ich auch, so sehr das verlockte, meine Trachtenhemden im Schranke lassen.

Ganz alswie ein feiger Dünnplastikloddel made in China werde ich aber auch nicht dastehen wollen. Immerhin anständige Halbschuhe, eine ansehnliche Hose und ein gutes Hemd, je nach Wetter auch einen Wollpulli oder eine Jacke, in der ich nicht dastehe wie Arsch und Friedrich.

Fest vorgenommen habe ich mir schon, mich so sauber zu rasieren wie schon lange nicht mehr. Also, wenn es sein muss, zweimal.

 

Bisher 6 Kommentare

6 Antworten auf „Coronawahn: Ich will meine Rechte wiederhaben- Einmannkundgebung kommt“

  1. Sehr geehrter Herr Göller,

    in der Tat sehr ehrenhaft.
    Solche Männer braucht das Land.

    „Ich will meine Rechte zurück“. Definitiv gilt das auch für mich.

    Mit freundlichen Grüßen

    Stefan Ehrl

    1. @ Stefan Ehrl

      Wenn jeder Ich seine Rechte zurück will und das deutlich zum Ausdruck bringt, werden wir alle unsere Rechte zurückbekommen. Und wofern dann weiterhin jeder Ich aufpasst, kein Ich vergisst, was wie lief, so auch dauerhaft.

    1. @ Gigi

      Danke. Muss das alles noch prüfen. Christo uccido…
      Nachtrag
      Ich höre mir jetzt beim Kochen die Matthäuspassion mit dem Thomanerchor an.
      Findet man auf YouTube, noch nicht zensiert.
      LG
      P.S.: Es ist wohl noch nicht einmal eine Straftat, zumindest am Karfreitag, sich das anzuhören. Sicher bin ich mir da aber auch nicht mehr. Ich riskiere es einfach, was Besseres fällt mir nicht ein.

  2. Grandiose Idee, der Ritter von der traurigen Gestalt gegen die Windmühlen des Söderalismus.

    Was der Schärrif ausgelobt hat, kann man sich hier anschauen:
    https://www.verkuendung-bayern.de/files/baymbl/2020/173/baymbl-2020-173.pdf

    Selbst wenn das Bundesverschaffungsgericht in irgendeiner Zukunft feststellen sollte, dass die Seuchenverordnungen nicht mit dem Grunzgesetz in Einklang stunden und Ihnen Ihr Geld rücküberwiesen wird, werden Sie mit Glück noch eine Rolle Klopapier dafür bekommen, sofern verfügbar.

    Vorschlag zur Güte: Hängen Sie ein Handtuch aus dem Fenster und überweisen Sie die 5000 Ocken lieber einem, der sich zum Beispiel um Obdachlose kümmert.

    So würden Sie ein wahrer Held.

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