Vom Selbstverspotten

Sich selbst zu verspotten, das ist eine hohe, köstliche, aber auch gefährliche Kunst.

Allzuschnell nämlich setzt man sich selbst zu sehr herab, dient sich damit an, wird zum dummen Kasper, gewöhnt sich an eine dann echtwerdende Selbstverachtung.

Andererseits gehört es zu einer im Wortsinne feinen Lebensart. Wer sich selbst nicht verspotten kann, hat im Grunde nichts gelernt.

Die Selbstverspottung kann natürlich auch ein Schutz sein. Man kommt einem Übelwollenden zuvor. Sie kann andererseits, zumal auf der Bühne, aber auch in der Kneipe, einfach Spaß bereiten.

Vom Grunde her liebe ich die Selbstverspottung, denn sie hat etwas Gesundes. Richtig angesetzt tut sie allen und gar noch einem selber gut.

Nachtrag

Fand ich eben noch dies Zitat von Christian Morgenstern:

„Wer sich nicht selbst verspotten kann, der ist fürwahr kein echter Mann.“

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