Krawatten sind pervers

Ein Mann, der sich freiwillig, also aus Geltungssucht, als Prahlhans, oder auch gezwungenermaßen, einen atemfeindlichen, einengenden, halsschwitzichten, zudem äußerst gefährlichen Strick ums Genack bindet, ist für mich im ersten Falle ein Depp oder eitler Geck oder Schleimschlunz, im zweiten ein Sklave.

Kein echter freier Mann trägt eine Krawatte.

Krawatten habe ich allerdings auch, für 50 Cent das Stück, beste Seide, aus dem Zweithandladen.

Man kann damit verlässlich auch sehr schwere Dinge aufhängen, Mordanschläger gegenstrangulieren, zur Not lebensrettend eine schwere Blutung abbinden. Gute Krawatte wiegt fast nichts, hält pfund, die kann das.

Kinderschänder dürfen ihre meinetwegen gerne mit in den Knast hineinnehmen. Da haben sie nicht so viel Mühe wie vorgeblich jener feine Herr Epstein hatte.

Es kommt noch hinzu, dass da jemand seinen Pimmel vom Kehlkopfe her lang runter raushängt. Nun gut. Dumme Weiber gibt es ja auch genug.

Eine Woche meines Lebens habe ich, als junger Mann, Texter bei Finanzschwindlern (ja, so tief sank ich auch schon, wurde dann aber glücklicherweise rausgeschmissen), geldsklavenweis so einen Strick getragen, wurde, zum Hohn und Spott, noch dafür gelobt, wie gut sie gebunden, denn mein Vater hatte mir den Windsorknoten beigebracht. Sie saß wirklich besser als beim ganzen Rest. Die meisten sind ja auch noch zu blöd, selbst nach Jahren, sie so zu binden, dass es wenigstens nicht gleich aussieht wie Arsch und Friedrich.

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