Ich habe keine Eile

Ich werde mit Sicherheit nie eine Autobiographie schreiben. Und zwar nicht, weil diese niemanden interessieren möchte, sondern weil keine ohne Lügen oder wenigstens entscheidende Auslassungen oder Selbstverharmlosungen oder Selbstverböserungen verfassbar ist.

Einige Sachen werde ich indes, weitergehend als bisher, betrachtend und bewertend zusammentragen, Dinge, die ich selber erlebte und sah.

Wofern der Rest der Welt davon nichts wissen will, werde ich das wenigstens meinen Kindern zur Anschauung geben, als ein geistiges Erbe, das sie vielleicht auch gar nicht berühren werden wollen, immerhin aber wird ihnen damit die Möglichkeit gegeben sein.

Im Geiste wächst die Schrift schon. Es wird bestimmt kein Buch, so lange werde ich nicht brauchen, zwanzig oder dreißig Seiten mögen es allenfalls werden.

Ich habe keine Eile.

Schonungslos wird das, so viel ist sicher.

Ich werde auch von der Liebe schreiben, von den Gutwilligen, jene aber, die sich selber umso weniger verzeihen können, da man ihnen verzeiht, darüber noch umso arglister und bösartiger werden, die werden auch nicht zu kurz kommen.

 

 

 

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