Sie drehen jetzt schon durch

Mein Buchprojekt gedeiht. Es gehen im Netz bereits Gerüchte, Elon Musk wolle es elektrifizieren und die Clinton Foundation dafür auch auf Haiti bei Kindern Werbung dafür machen, einfach auf Verdacht.

Die Polizei in Rotherham, England, sammele in den pakistanischen Gemeinden dieser vortrefflichen Stadt schon weitere Spendengelder. Aus Yale wird kolportiert, Skull & Bones überziehe den gesamten Campus gnadenlos mit Aufrufen zur Unterstützung.

Harvard habe sich, nicht zurückzubleiben, an Bill Gates gewendet, jetzt, da Jeffrey Epstein vermutlich nicht mehr unter uns weile, gehe es um alles.

Insider sagen, der Google drehe fast durch, da er nicht wisse, wie er sich noch rechtzeitig einbringen könne. Nein, es stimmt nicht, dass man dort deshalb schon Tausende an Blutstürzen zu verzeichnen habe. Derlei Mist sei zwar auf Twitter zu finden, was aber, man kenne diesen Säupuff („hog brothel“) ja, jeder Grundlage entbehre.

Auf Facebook sollen sich die Scheißestürme schon gegenseitig jagen. Zuckerberg selbst habe einen Koller bekommen, nachdem 278 Admins wegen Überlastung in die Notaufnahme mussten.

Das sind, wie gesagt, noch unbestätigte Gerüchte.

Noch weniger glaubwürdig ist, Amazon habe alle Buchauslieferungen eingestellt, bis dass das meinige erscheine. Es gibt aber Verrückte, die das glauben. Die trauen meinen Helfern und Helfershelfern jede Art Verschwörung zu.

Es ist auch unzutreffend, dass meine Alma Mater zu Würzburg mir schon eine Ehrenprofessur verliehen habe, um Salamanca zuvorzukommen. Auch Bologna, diesbezüglich ebenfalls von „Netzbürgern“ in Verdacht gerückt, irre, da ich dort nie je studierte, nur mal durch ein paar der schönen Arkaden der Stadt flanierte, müsse sich schon dessen erwehren, man wolle mich ernstlich zum Stadtpräfekten machen.

In und um Uppsala verstecke man jetzt alle Runensteine, man habe Angst, dass ich, als kulturbereichernder Somalier verkleidet, unbeanstandet einreisen könne, um das zu verhindern, als rechtsextremes U-Boot.

Im Reichsmuseum zu Amsterdam, das sollen boshafte Belgier erzählen, würden alle Besucher auf mein Buch durchsucht, das ja noch nicht einmal (meiner Treu!) erschienen.

In Sydney, Australien, säßen auf allen Zinnen der berühmten Oper Spezialkräfte, da man ein ungeordnetes Hereinbrechen meiner Texte befürchte.

Auch der Kreml sei hermetisch abgeriegelt. Putin habe sich nach Karelien (manche sagen Jakutien!) verzogen, da ihm die Sache ganz und gar nicht mehr geheuer sei.

In Patagonien sollen sich die Hasenfänger und Zwergziegenzüchter kaum noch aus dem Hause trauen, und selbst an der Copacabana gingen jetzt alle Weiber nur noch vollverschleiert.

Selbst Amaterasu soll sich – von allen Orten! – auf Hokkaido vorsorglich krankgemeldet haben. Was die Japanesen, man hält dort ja zusammen, selbstverständlich bestreiten.

Was aber den Ägyptern nichts helfe, alle Freimaurer seien schon in halber trüber Nacht derwegen: denn die Sphinx habe ihr schönes Lächeln verloren, ein unaufhaltsamer Strom unterspüle jetzt die Pyramiden.

Ähnlich in Guatemala. Rund um die Tempelanlagen von Tikal sei seit Monaten schon kein Jaguar mehr gesichtet, weshalb alle die Region verließen, in Richtung Hochland: lieber hart unter grausen Vulkanen als gänzlich schutzlos im Dschungel.

Was soll ich da noch von Spitzbergen reden, wo die Eisbärenplage über Polarnacht beendet sei? Über Peking, wo keiner mehr auf sein Fahrrad zu sitzen sich verwage? Über den Ganges, der vor Schreck vertrocknet?

Was will man gegen diese Handyoten machen?

 

 

 

 

 

 

 

 

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