Demut sie spielen

Es gibt auf der Seite der sogenannten Alternativen Medien ein paar Leute, denen ich ganz und gar nicht traue. Ich werde keine Namen nennen.

Diese Leute sind mir deshalb so verdächtig, weil sie sich so abgeklärt „spirituell“, angekommen beim wahren Selbst sozusagen, präsentieren, eine Tonart an den Tag legen dabei, dass ich das als schmierig, als selbstbeweihräuchernd, als in gespielter Demut hochmütig empfinde, als narzisstisch, verlogen.

Sie haben alle etwas verkappt Religiöses, Schleimiges, Scheinheiliges, Entrücktes, alles Derbe, Echte, Ehrliche, Unmittelbare liegt schon hinter ihnen, sie bieten ihre eingeübten Zitate und Sprüche auf, ruhen so wunderbar in sich, meist ziehen sie dazu Jesus oder Buddha bei, denn wer wollte gegen einen dieser beiden was sagen?

Besorgt sind sie nur um den kläglichen Rest, ja, das immer, schlimm sei das mit all denen, die noch nicht zu sich selbst gefunden hätten, das allein sei ja die Aufgabe des Menschen, ihre Chakren seien alle schon fast ganz gereinigt, ja, es sei schon noch ein täglicher harter Kampf, ja, den ganzen Weg zu gehen, schwer sei das, aber man habe den Pfad gefunden, jeden Tag umtanze einen mehr Licht, indem man nur immer tiefer in sich hineinhorche, in immer mehr kosmische Einheit und universelles Glück.

Diese Leute ziehen allzumal junge Menschen in den Spirisumpf.

Und ist es nicht Jesus oder Buddha, den sie anführen, so treiben sie es noch toller, nehmen Laotse her oder indianische Weisheiten, wie etwa, dass die Heilige Schildkröte, als sie sich einen Haxen brach, trotzdem weiterkroch.

Dazwischen erzählen sie auch vernünftige Sachen. Was ja das Ärgerlichste an der ganzen Chose ist.

Ansonsten aber ist alles Aura, Yoga, Reiki, Meditation, „positives Denken“, Alljasagen, Öko, Einssein, aber ganz bestimmt nicht in einem nietzscheanischen Sinne: da ist kein befreiendes boshaftes Lachen, heimisch unter Rosenhängen und Lilienhecken.

Geistiger Mehltau ist da. In Wirklichkeit Rückzug ins Behagen und Hinterofentum. Verhockte Geilheit. Feigheit, eitel aufgeblasen zum vorgeblich anstehenden Siege.

Nachtrag

Die meisten von denen glauben sich ihre Achtelsweisheiten sogar selber. Es sind damit ja nicht einmal Scharlatane im herkömmlichen Sinne. Das macht sie aber umso verderblicher.

Nachtrag II

Es gibt auch noch diesen bekannten Schnellschwätzer, der nur scheinbar anders vorgeht als die Spiris. Es gibt verschiedenste Ausformungen. Eitelkeit ist aber immer.

Nachtrag III

Ich werde hierzu wie immer alle habbaren Kommentare freischalten, mich aber unter keinen Umständen selber auf Namen herausreizen lassen, weder bestätigend noch dementierend. Jeder mag ansetzen und spekulieren, wie er möchte. Ich sagte gleich ganz oben, dass ich keine Namen nennen werde.

 

 

Bisher 7 Kommentare

7 Antworten auf „Demut sie spielen“

  1. @ Magnus

    es sind ziemlich viele so unterwegs. In letzter Zeit habe ich oft das Gefühl, dass bei aller Anstrengung, alles zu beobachten und daraus Schlüsse zu ziehen, das Beobachtete ineinander verschwimmt und das Eine nicht mehr vom Anderen zu unterscheiden ist. Richtig und Falsch liegen so nah beisammen, dass eigentlich alles egal ist. Gerade Solche, die an allem etwas auszusetzen haben und die Verschwörung überall sehen und aufs Peinlichste hinausschreien, sind nicht fähig, die allereinfachsten Formen des normalen Zusammenlebens einzuhalten.

    Eben lobten sie noch die Heidin, und sie solle weiter ihre Entscheidungen alleine treffen, kurz darauf ist ein Weib, das allein durchs Leben rudert in allem kritisiert und nur noch abscheulich. Diese Widersprüche gehen mir auf den Geist. Jeden Tag ein anderer Grundsatz, andere Regeln, andere Feinde, das zehrt gehörig an der Substanz.

    Nicht, dass ich nicht daraus lernen würde, wo mein eigener Weg ist. Mit jedem Tag immer weniger ernst nehmen könnte, was da so abgeht. Der Tumult entfernt sich immer weiter und wird zum leisen Murmeln und die Ruhe in mir weitet sich aus. Was war noch gleich Politik? Ach ja, Parteien, Streit, Umverteilung von Steuern, abhauen nach dem angerichteten Schaden, ohne jede Verantwortung.

    Wird noch eine ganze Weile so bleiben, ist abgehakt.

    Die Ofenbank wartet. Das Feuer knistert und flackert und ist immer noch das gleiche Feuer wie eh und je. Danke Feuer, wenigstens Du bist Dir treu.

  2. Mir kam eben der Gedanke, der immer wieder einmal auftaucht, dass dominante Leute eigentlich am Leben völlig vorbeirasen. Sie sind nicht fähig, ihr Gegenüber wahrzunehmen. Noch weniger können sie die Atmosphäre so weit loslassen, dass sie in einem anderen Menschen das sehen, was dieser an Schätzen angehäuft und aufgebaut hat.

    Da Dominante immer damit beschäftigt sind, j e d e Situation zu be h e r r s c h e n, alles zu kontrollieren, stets ihre eigenen Ideen einzubringen, auszuleben und Andere in dieses Geschehen mit einzubeziehen, e n t g e h t ihnen völlig, dass es außer ihrer eigenen Dynamik noch eine andere Dynamik gibt, viele andere Dynamiken, welche eben genauso wichtig und richtig sind, wie ihre eigene.

    Dominante hasten durch ihr Leben und alles, was in ihren Wirkungsbereich kommt, muss sich ihnen anpassen und mithasten. Alles und Jeder, der nicht haargenau ihrer Dynamik entspricht, wird als Störenfried, Feind, zu bekämpfender, außerhalb ihres GUTEN Universums existierender wahrgenommen und stets und ständig thematisiert.

    Dominante können sich nicht öffnen für Energien außerhalb von sich selbst und das verhindert das echte Nehmen, das Staunen, das Miteinander. Pazifismus für sich ist Idiotie, doch Dauerkrieg genauso.

    1. @ Gigi

      Du hast im Kommentar zuvor wie in diesem ganz andere Gesichtspunkte eingebracht, gerne so, als um die es mir ursprünglich ging. Es ging mir um das Gesäusel, die Selbstabsolution von allem (das berührt dann schon manches von Dir Gesagte), wir sind nur fast schon ganz selbst, wäre jeder so selbst wie wir, wäre alles in Butter.
      Ich habe hier von denen geschrieben, die das selber gar nicht merken, keine gnadenlosen Machtmenschen sind, denen viele aus der Hand fressen, weil sie ja schon so bewusst und entwickelt seien, man selber ist ja die ganze Welt…
      Keiner ist die ganze Welt. Das ist aufgeblasener Rotz.
      Insofern, ja. Es berührt sich sehr stark.

      1. @ Gigi

        Manchmal scheint es mir, wie als ob sich diese „zarteren“ Leute, von denen ich sprach, eine Art Ablasshandel der Neuen Art erfunden hätten: Geht es schief, so waren sie bestimmt schonmal nicht schuld. Es gibt ja hunderte Zeugnisse, wie sehr sie an den Unbilden anderer gelitten haben. Die wollen sich, jetzt mal verknappt und etwas boshaft aufgelegt, schon eine nächste Reinkarnation ergaunern, eine, in der sie wiederum nicht zur echten Verantwortung gezogen werden könnten.
        Und eben damit sind sie nicht eigentlich hiesig. Sie haben sich gedeanklich schon den nächsten Traumraum eingerichtet. Das macht sie so scheinbar erhaben und frei.

        Addendum

        Die Ungenauigkeit in der Rede, das am Ende Allesrelativieren und ins Sowieso bringen, die Schludrigkeit darin, die auch noch frech als „cool“ ausgegeben, ist ein weiteres Merkmal.

        Addendum II

        Schlunze herum und mache einen Trumpf daraus.

  3. @ Magnus

    Meine Kommentare ähneln insofern gewisser Mitschreiber IN, da ich gerne den Gefühlen im mir nachhänge und dann das schreibe, was von innen kommt, ungeachtet, was da oben in Deinem Artikel steht. Sicher sind Dominante nicht diejenigen, die Du meintest. Gerade eben befasste ich mich mit der Harmonie im Universum. Je mehr eine Seite das höchste Ziel der 95%igen Negativität zu erreichen versucht, desto wichtiger ist es aus meiner Sicht, dass die schlafende Masse ihre eigene Kraft und das kriegerische Potential ausfährt. Klingt paradox? Eben nicht, wenn die Harmonie im Universum richtig gedeutet wird.

    Somit schließt sich die Lücke und Dein Artikel, der sehr ins Detail geht, kommt ins richtige Licht. Jedenfalls tun die, welche immer mit den Lemmingen in eine einzige Richtung ziehen, ÜBERHAUPT NICHTS. Sie fühlen sich überlegen wegen NICHTS. Alles, was sie tun, tun sie, um ihr schönes Gefühl ihres Lebens nicht zu stören. KRAFT zu leben fordert MUT. Das ist für Systemlinge ein fernes Land.

    Du beschreibst es ganz genau.

  4. Das ist doch endlich einmal etwas handfestes, dieser Artikel. Genau das ist das heutige Problem, viele schreiben und sagen viel, aber eben immer dieses narzisstische, sich mitteilen wollen ohne Aussage oder nur ein Nachgeplapper. So viele im Web haben, so glauben sie, die Weisheit erfunden und verstecken sich doch hinter einer selbst geschaffenen, armseligen, kleinen Welt. Mit Verlaub, dass bringt mich zum Erbrechen. Besonders in Deutschland tanzen sogar viele mit Elfen, beten Zaubersteine an und warten auf die Erlösung von woher auch immer, nur um selbst nicht tätig werden zu müssen. Also alles mehr als korrekt in diesem Artikel.
    Liebe Grüße Mark

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