Bauer, König, Dame, Springer, Läufer, Turm

Der Bauer, erst ein tumber Tor, rücket stets ein Feld nur vor, zu Beginn dabei auch zwei, kann schlagen eines schräge: doch ist er auch ein Schlauer. Denn einmal durch nur stur, wird er zur Figur.

Der König ist zu Anfang feig, arg hilflos, wenig. Zag er sitzt im Hag, und muss immer rennen, will irgendwer, selbst ein Bauernheer, den Pelz ihm brennen. Kommt er nicht mehr aus dem Schuss, ist mit allem Schlachten Schluss. Gegen Ende doch, Feindes Trupp gelichtet, macht er frech sich ins Gelände, ist oft an fürdster Front gesichtet. Denn eins er schlägt nach jeder Richtung, der Läufer flieht, wo er ihn sieht, wie nun auch noch der Springer, oft selbst ein Turm, vor des Monarchen Sturm.

Die Dame nun, die niemals zahme, Königin des Brettes, die kennt gar nichts Nettes. Sie schlägt den Feind ob grad ob schräge, auf jedem seiner frechen Wege.

Der Springer nun ist ein ganz besondrer Unheilsbringer. Einmal vor und dazu schräg, hat er in jede Richtung Sichtung, hupft er drüber über jeden öden Blöden. Er sich schnellt und stellt in seinem Ritte, am liebsten in die Mitte, schaffet Unbilden, in hellen wie in dunkelen Gefilden.

Der Läufer, so weit er immer kommt, dem jede Schräge endlos frommt: Doch mag er nur weiß oder schwarz sich verwagen, da hilft ihm nicht Jammern noch Klagen.

Der Turm bloß gradaus zieht, der ehrliche, beschwerliche, lange und bange vor den Läufern und Springern flieht, der Träge ohne Hupf und Schräge. Gegen später aber, kennt er nicht Gnade noch Gelaber, bricht durch alle Linien und Reihen, wird gar nichts mehr verzeihen.

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