Von Tugendprahlhanseln und Tugendprahlgreteln (29.11. – Tugendbeuteln?)

Ich habe hier mal wieder einen schon inflationär und durchaus als Kampfbegriff gebrauchten englischen Ausdruck, den ich gerne besser – oder lieber nicht? – ins Deutsche brächte: „virtue signaling“ oder „virtue signalling“.

Bei dict.cc fand ich die Übersetzung „demonstrative Zurschaustellung von Tugend und Moral“. Das ist, selbst wenn man die Moral weglässt, 12 Silben aus 5 gemacht.

Wie wäre es mit „Tugendprahlen“?

An Tugendprahlhanseln und Tugendprahlgreteln fehlt es jedenfalls nicht.

 

Bisher 7 Kommentare

7 Antworten auf „Von Tugendprahlhanseln und Tugendprahlgreteln (29.11. – Tugendbeuteln?)“

    1. @ Hugin

      Ja, an den Tugendbold hatte ich auch gedacht. Das Wort ist schon einigermaßen geläufig, ist vom Sinn her treffend, zudem auch noch kürzer. Es ist lediglich etwas weniger explizit als der Tugendprahlhans oder Tugenprahlhansel. Und, ja, auch an den Tugendkobold dachte ich, der Begriff ist lustig, aber semantisch nich so ganz treffend. Außerdem, Du siehst ja, dass Gigi gleich wesentliche Einwände dawider hat.
      Man könnte auch noch den Tugendhold ansetzen, analog zum Unhold.
      Grimms Wörterbuch gibt auch den Tugendmantel und gleichbedeutend die Tugendmaske, welche man durchaus auch personalisieren könnte, ebenso wie den Tugendstolz, analog dem Hagestolzen. Warum nicht Tugendbeutel, wie Windbeutel?

  1. @ Hugin

    wenn Du da mal nicht die echten Kobolde damit verärgerst.
    Das würdest Du dann deutlich spüren.

    Hier wurden mal nah an den Häusern Bäume zurechtgestutzt
    und andere ganz abgesägt. Das spürte ich über alle Maßen.
    Die Naturwesen, wenn die wild werden, dann ist Schluß
    mit gemütlich.

    1. @ Hugin

      Ja, der Tugendbeutel hat was. Sowohl das mit dem Aufgeblähten als auch der Geldgier. Ich denke, das Wort wird einem Muttersprachler leicht verständlich sein, wahrscheinlich sogar ohne Zusammenhang. Was könnte ein Tugendbeutel sein? Die meisten werden darauf kommen. Der Begriff mag sich durchsetzen.
      ——————–
      Das mit den Kobolden beim Lithiumabbau: Vielleicht gibt es in Bolivien gar keine Kobolde. Denen zu warm dort. Obwohl: Im Kongo soll es welche geben, weiß Frau Baerbock.

      Nachtrag

      Der Tugendbeutel braucht zwar eine Silbe mehr als der Tugendbold, dafür ist er klanglich runder und ausdrucksstärker. Ja, mir gefällt der Tugendbeutel. Ich werde das Wort privat wie öffentlich ausprobieren. Fast schon ein Pflichtprogramm. ZUmal ich das Wort anscheinend erfunden habe. Der Google findet dazu bislang nur: „Meinten sie Turnbeutel?“
      Einen Entsprechenden zwischendrein auch mal einen Turnbeutel zu nennen, das finde ich allerdings auch nicht schlecht. Ich werde den Tugendbeutel jetzt in den Artikeltitel nacheinschmuggeln.

  2. Tugendbeutel gibt es nicht, auch keine Turnbeutel mehr. Zu den Kommentaren: Habe das Gefühl, dieser schweizer Esodumpfl füllt hier nur die Kommentarliste, damit relevante Kommentare nicht sofort sichtbar sind. Hält sich für den Grössten, sondert aber nur Schwachmatensinn ab. Ein Taugnixbeutel….

    1. @ Erika Walter

      …schweizer Esodumpfl…Hält sich für den Grössten: „Grössten“ heißt es in der Schweiz, in Deutschland heißt es „Größten“. Sie wollen hier nicht etwa von sich selbst geredet haben?

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