The Critical Drinker – Der Kritische Trinker

Wozu sich dumme, völlig missratene Filme anschauen, wenn man sie sich anschauen lassen kann und in einer Viertelstunde beispielhaft köstlicher Tiraden dazu mehr Spaß haben als selbst in einem überdurchschnittlichen Film?

Ja, Der Kritische Trinker redet in einer Geschwindigkeit, mit seinem rauhen, urwüchsigen, vermutlich nordenglischen Akzent, dass das ungeübte deutsche Ohr da leicht mal aus der Kurve getragen werden kann: Das aber ist Action pur, und wer einen ausgezeichneten, kostenlosen englischen Sprachkurs nehmen will, der hört sich das dreimal an, eine sehr gut investierte Dreiviertelstunde.

Ja, zum Glück gibt es noch Engländer, deren lachende Bosheit was taugt. Ich wünschte mir einen deutschsprachigen Filmkritiker, der Vergleichbares liefert, der darf ruhig etwas hamburgern oder sächseln, Hauptsache er haut sein Zeug so gnadenlos und beredt raus wie The Critical Drinker.

Der hat es immerhin auf über 200 000 YouTube-Abonnenten geschafft, und das, indem Google ihn vermutlich nicht hätschelt. 50 000 sollten also für den cineastisch versierten Deutschkönner durchaus bald zu erreichen sein. (Fängt er nicht lieber gleich bei der Konkurrenz an.)

Ja, liebe Deutschschweizer, Ösis und Deutsche, es wird sich einer aber auch zu einer wenigstens vergleichbaren Gnaden- und Erbarmungslosigkeit aufschwingen müssen, sei es auch mit genügend Chasselas, Zweigelt oder Spätburgunder, einem Zwetschwasser statt Jack Daniel’s, wie Der Kritische Trinker sie an den Tag legt. Sonst wird das nichts.

Nachtrag

Wer auch noch eine ruhigere und dabei doch deftige Behandlung des Films und des absurden Genderkriegs drumherum sehen und hören will, der ist hiermit, wiederum kann der Mann ausgezeichnet Englisch, auch zu Lern- und Lehrzwecken gut beraten. Carl Benjamin redet allerdings „posh“, man erwarte also einen traditionell hochenglischen Akzent.

 

Bisher 3 Kommentare

3 Antworten auf „The Critical Drinker – Der Kritische Trinker“

    1. @ Tingletangle

      Ja, klar. Ich habe im Artikel noch den Fehler gemacht, seine Diktion als vermutlich nordenglisch einzuordnen. Den habe ich dann stehenlassen, denn an der schottischen Grenze spricht man recht ähnlich. Hätte mir trotzdem nicht passieren sollen. Ich wollte das schließlich nicht mehr ändern, denn meine vorschnelle Einschätzung stand schon einige Zeit da. Immerhin bin ich froh, das jetzt klären zu können. Danke.

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