Getriggert bis zum hinterletzten Ende

Ich habe immer noch kein deutsches Verb zu „triggern“ gefunden, das in etwa ausdrückte, was damit angesprochen wird.

An der Wortverwendung besonders in letzter Zeit fällt auf, dass der „Getriggerte“, also einer, der irgendeinen psychischen Schaden hat (oder einen solchen nur vorschützt), sich grundsätzlich als das Opfer hinstellen kann, den Triggernden als eine bösartige Type, wenn nicht ein Monster. Zum Beispiel, weil das Monster zum Abschluss eines Konzerts klatscht, oder einen Er, der jetzt eine Sie sein will, versehentlich mit dem „falschen“ Pronomen belegt.

Nun gibt es natürlich selbst professionelle Arschlöcher, man nennt sie Sadisten, die bei Leuten bewusst und gezielt auf deren Schwächen herumtrampeln, aus Lust, zu deren Unterjochung, Überrumpelung, Einschüchterung undsoweiter. Selbstverständlich sind das Kanaillen.

Auf der anderen Seite aber hat sich eine ganze Getriggerten-Industrie herausgebildet. Mache ich einen Witz über Tofu und Tittenbildung (was ich bei Bier eher dürfte, Biertrinker sind in der Regel weniger anfällig fürs Getriggertsein als Tofuliebhaber), so sind gleich alle Veganer getriggert, Frauen erst recht, und jene, die Frauen werden wollen, mindestens tripelgetriggert.

Also gar kein Witz mehr, keinen Spaß, Magnus, denn irgendwen wirst du immer triggern. Das reicht aber nicht. Denn schon einzelne Wörter wie „fett“ und eben „er“ statt „sie“ (selbst wenn die Person sie immer als einen Er kannte, lediglich nicht aufgepasst hat, oder in einer plötzlich auftretenden Lage das alte Wort verwendet) sind Triggerfett. Die Trigger gehen los wie geschmiert.

Immer noch mehr Trigger werden entdeckt, immer gewaltigere, jeder sucht bei sich nach noch mehr Triggern.

Der normale Mensch versucht, wenn er eine wunde Stelle hat, Erfahrung damit, wie leicht man bei ihm auf einen bestimmten Knopf drücken kann, sich weniger verwundbar zu machen, künftig für Angriffe besser gewappnet zu sein, sich gegebenenfalls sogar ein Arsenal anzulegen, den anderen zurückzutriggern. Er versucht, seine Schwäche zu überwinden und sich am Punkt besser wehren oder das Arschloch einfach irgnorieren zu lernen.

Jaja. So war das einmal. Jetzt wollen die Leute von sich aus immer verwundbarer werden oder wenigstens so scheinen, um Profit daraus zu schlagen. Andere darüber zu unterdrücken, ihre Redefreiheit einzuschränken (oder gar eine bestimmte Redeart einzufordern, womöglich gar qua Gesetz), die zu bevormunden und zu unterdrücken.

Leute, die sich nicht leicht mit irgendwas triggern lassen, die sind schon grundsätzlich verdächtig. Denn das müssen absolut gefühlskalte Ungeheuer sein. Meistens sind es ja auch alte weiße Heteromänner, was an sich schon ein Beweis.

Leute, das wird nur noch bis zu einem gewissen Punkte so weitergehen können.

Einstweilen lasse ich mich von dem hier triggern, es wird noch Jahrtausende lang Millionen triggern:

Bisher 3 Kommentare

3 Antworten auf „Getriggert bis zum hinterletzten Ende“

  1. @ Magnus,

    ja also echt. Es ist in der ESO-Szene i m m e r der schuld, der sich triggern lässt und genau der hat auch damit zu arbeiten, warum er sich jetzt getriggert fühlt und was das mit i h m zu tun hat, und ich sage Dir Magnus, ich bin fleißig wie eine Fee. Ich stelle mich meinem Getriggert-Sein derart mit Elan, dass dieses schon manchen Sturm in meinen Segeln zu einem Lüftchen im Badezimmer werden ließ. Na los, Magnus, zieh alle Register. Da können gleich mehrere ganze Gruppen und Vereine davon profitieren!

    1. @ Gigi

      Natürlich geht man in entsprechenden Gruppen gezielt auf die Schwächen anderer vor. Ich habe jetzt einfach mal die andere Seite aufgezeigt.

  2. @ Magnus

    nur übertreib es nicht mit denen, die Dir den Anwalt hinterherschmeißen. So war das nicht gemeint. Doch so könnte es wieder werden, wenn wir uns nicht auf den Schmarrn da einließen. Ist ja selbst schuld, wenn er so ein Problem in seinem Leben erzeugt. Ist ja sein Leben!

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