Zarathustras Geschenk an uns Deutsche

In Nietzsches Zarathustra kommt es nur einmal auf das Deutsche und die Deutschen, bei der Begrüßung der höheren Menschen nämlich:

„Meine Gäste, ihr höheren Menschen, ich will deutsch und deutlich mit euch reden. Nicht auf euch wartete ich hier in diesen Bergen.

(»Deutsch und deutlich? Dass Gott erbarm! sagte hier der König zur Linken, bei Seite; man merkt, er kennt die lieben Deutschen nicht, dieser Weise aus dem Morgenlande!

Aber er meint »deutsch und derb« – wohlan! Das ist heutzutage noch nicht der schlimmste Geschmack!«)“

„Deutlich“ wird also halb heimlich widersprochenermaßen mit unserer Sprache und unserem Wesen verbunden, Zarathustra selbst wisse nicht, was er da sage, denn wir seien lieb und derb.

Unser Liebsein und unsere Derbheit, so scheint es jedenfalls der erfahrene König zur Linken zu sehen, halten uns von jener Deutlichkeit ab, die unsere Sprache laut dem Weisen aus dem Morgenlande ermögliche.

Die sprachlichen Werkzeuge, über Jahrtausende zusammengetragen und geschärft, könnten also alles zur deutlichen Rede Notwendige leisten, nur sind wir einerseits zu zag, andererseits zu grob, sie in diesem Sinne richtig zu benutzen.

Ja, mir gefällt diese Passage.

Kann man auch an einem deutschen Nationalfeiertag mal drüber nachdenken.

Bisher 6 Kommentare

6 Antworten auf „Zarathustras Geschenk an uns Deutsche“

    1. @ Gigi

      So geht das nicht. Ich werde mir jetzt nicht eine Stunde Irgendwas anschauen, um Dir gebührend antworten zu können. Zuallerwenigst erwartete ich solchenfalls, dass es Dir wirklich wichtig wäre, einen guten anmoderierenden Text. Nein. Ich habe nichts dazu. Kein Linkscheiß dieser Art mehr. Bitte.

  1. @ Magnus

    Nachmoderation:
    Das Thema, das wir zuletzt hatten war so bedrückend,
    dass ich nach etwas Anderem Ausschau hielt. Das, was
    zufällig daherkam, schien mich zu entlasten und entspannen,
    deshalb dachte ich, dass es auch Dich und Leser entlasten
    und entspannen könnte.

    Es geht immerhin um festgefahrene Themen, die ein Leben
    schwer beeinflussen können, und sogar da gibt es noch eine
    „Medizin“, eine „Heilung“ ein „Umdenken“.

    Ich stelle mir vor, „alles ist möglich“ und gleich geht es mir
    besser. Also teile ich es mit Dir und Anderen und so entsteht
    eine Welle mit „alles ist möglich“.

    Das meine Nachmoderation für das Video.
    Finde ich gut.
    Positiver Input.

    Danke Magnus

    1. @ Gigi

      Alles recht und schön und verständlich. Ich könnte natürlich auch selber immer gleich etwas Lustiges, Ermutigendes an jeden Artikel zu schrecklichen Dingen anhängen, zur Entspannung, Erleichterung, sozusagen als Therapieangebot zu dem, was ich eben geschrieben habe. Nach einem Artikel über Epstein und seine Kinderschänderbande also etwas Reiki oder Tai-Chi oder Qi-Gong oder eine wunderbare Yoga-Übung, vielleicht etwas Sphärenmusik mit zeitrafferaufblühenden Rosenknospen, dazu eine Hildegard in wallendem Gewande.
      Was sollte das? Wer sich mit entsprechenden Themen nicht beschäftigen will oder es eben nicht aushält, der soll sich Kätzchenvideos anschauen oder welche von ausgestorbenen noch lebenden Eisbären. Dass derjenige denjenigen, die Kinder schänden und Teile von deren Geschlechtsteilen zu Kosmetikartikeln verwursten, ihr grauses Geschäft erleichtert, indem er, wie der große Rest, lieber wegschaut, Rotherham lässt grüßen, lässt sich allerdings schwer bestreiten. Er ist damit auch schon Sklave deren Propaganda. Er wird schon krank, wenn er nur daran denkt, davon liest, was die treiben. Also bleibt er lieber „gesund“, denn es hülfe ja eh nichts. Das erzählt er dann auch noch anderen, mancher macht gar gutes Geld damit. Und, damit die Rechnung aufgeht, auch wenn kein direkter materieller Gewinst im Spiele, wird er regelhaft auch noch versuchen, sich als den erhabeneren, reineren Geist zu fühlen und so darzustellen, damit jene, die sich diesen Übeln stellend, zusätzlich untergrabend.
      Und wenn man nun, was ja durchaus einmal sinnig und hilfreich sein kann, auf derart Tristes ein Antidot setzen will, dann sollte es gerade genau zu der Sache sein, um die es geht. Also zum Thema Tierquälerei wenigstens eine Satire oder auch ein schönes Märchen über eine Veganerkolonie auf einem Restmond im Orionsystem.
      Ich schreibe diesen Blog unter meinem Klarnamen, ohne Verlag oder Sponsor oder bislang auch nur ein Spendenkonto, weil ich es mir zur Aufgabe gemacht habe, beileibe nicht nur, aber oft und auch knallhart auf Themen so einzugehen, wie ich allein es für richtig halte. Kritik jederzeit gerne, Hinweise, Weiterführendes, jeder Spaß und jede lachende Bosheit oder auch schon nicht mehr lachende Bosheit zur Sache, solange sie im Rahmen der Gesetze und des Anstandes bleibt. Habe auch kein Problem damit, wenn Teilnehmer sich in diesem Rahmen gegenseitig beschimpfen, mich zumal, solange sie dabei noch beim Thema bleiben und etwas Kinderstube zeigen. Ist zwar hier noch nicht oft vorgekommen, auf meinem alten Blog hatte ich das aber einige Male, sobald über die Reichweite auch immer mehr Kommentatoren hereinkamen und damit längere, scharfe Diskussionen mit mehreren Teilnehmern geführt wurden.
      Da kann es hier auch wieder hinkommen. Und daher bin ich jetzt auch so langatmig.
      Zurück zum Ausgangspunkt: Einfach ohne Beschreibung und Bezug ein Video von etwa einer Stunde verlinken und mich um meine Meinung dazu befragen, indem es recht offenkundig oder mindestens dem Anschein nach wohl nichts mit dem Thema zu tun hat, auch keiner Weiterung, die sich schon ergab, was soll das? Muss ich mir jetzt den ganzen Film anschauen? Oder, tue ich das nicht, war ich dann unachtsam, arrogant gar, unhöflich gegenüber einer geschätzten Kommentatorin, über Gastbeiträge auch Autorin dieses Blogs?
      Und gerne lade ich Dich wiederum ein, hier Ermunterndes, Schönes als Gastbeitrag einzubringen, wobei Du ohne weiteres ein Video oder auch zwei zur Grundlage Deines Textes, zum Ausgangspunkt machen kannst, vorausgesetzt, Du moderierst nicht nur an, sondern entwickelst eigene Gedanken dazu, führst wirklich auf die wichtigen Stellen hin, kristallisierst und bewertest diese, am besten so, dass der Text auch schon aus sich heraus über die Zitate und die Interpretation taugt, auch für den, der sich hernach das Video meint gar nicht mehr anschauen zu müssen, andersherum, Du hast das zu lobende Video mit Deinem Text so gut besprochen, dass es die meisten dann auch sehen werden wollen.
      Du hast sowas durchaus drauf, da habe ich keine Zweifel. Es wird kaum so ganz meine Sichtweise auf die Sache herauskommen, Du hast auch einen eigenen Stil, dafür sind Gastbeiträge ja da. Wie zuvor spreche ich von mir für notwendig gehaltene Korrekturen oder Verbesserungsvorschläge mit Dir ab, tilge wie ebenfalls zuvor mit Deiner ausdrücklichen Einwilligung nur kleine Tippfehler und ähnliches eigenmächtig. Hat bisher gut geklappt. Es gab so gut wie kein Gefitze, und der Text war im Netz.
      Du könntest geradezu hergehen, und mir unter der Rubrik „Schönes“ jede Woche oder alle vierzehn Tage, fein und zart angesonnen, auch lebhaft, wie Du bist, etwas Konkurrenz machen, alles hier relativ schöner, mir Feuer unterm Arsch, auf dass ich wieder etwas öfter was Lustiges schriebe, ein paar Knittelverse, eine unschuldige Naturbetrachtung, einen Bericht von einem schönen Abend, wasweißich.

  2. @ Magnus

    ganz und gar beeindruckt bin ich von Deiner langen Rede an mich, die ich eben erst las und mir direkt ins Herz fließen ließ. Hatte heute eine Menge Arbeit. Leider fing es wieder zu regnen an, und das hat mir meine Arbeit noch vermehrt, weil ich die gewaschene Wäsche von der Gartenleine wieder umschichten musste in die Nischen meines Zimmers.

    Ich bin bass erstaunt über die Genauigkeit Deiner Ansichten, die Du so weit ausgebreitet hast, und mit einigem Schmunzeln bin ich auf das mich lobende Ende gekommen. Ja, das höre ich öfter, dass ich zu ungeduldig bin und viele Hopser mache, wenn eigentlich Ruhe besser wäre. Leider kann ich so ganz schlecht aus meiner Haut, und schon gar nicht schnell.

    Doch manchmal denke ich, werde ich es schaffen können, wenn ich noch ein paar Mal Deine weiten Zeilen lese, die Du extra an mich so gründlich und – – ach Magnus – – Du musst sicher nicht so genau eingehen auf meine oft flapsig in Schnelle hingeworfenen neuen, ohne Bezug hingeschriebenen Ideen.

    Oh, jetzt hatte ich eben eindeutig ein Dejavue. Ganz so, als würde ich mir selbst beim Schreiben zusehen und wissen, das habe ich schon einmal genauso gemacht, und mir dabei zugesehen!

    Ich verliere zusehends den Faden in diesen Tagen. Das hat sich so zugetragen. Ich war die letzten zwei Monate sehr beschäftigt mit einer Idee, die ich fix verfolgte. Dann kam es zu einem postalischen Austausch im Netz und ich dachte, dieser Jemand, auf holländisch „imand“
    also holländisch ist eine sehr altmodische Sprache, was mir überaus gefällt. Da heißt es: En ouder iemand.“ Also ein alter Jemand. Das sagen wir so nicht, und darum ist holländisch für mich so eine herrlich liebliche Sprache.

    Ok, zurück zum Thema. Diese Idee wollte ich also mit dem Jemand in die Tat umsetzen. Doch es ging und ging nicht. Ich hatte alle Vorstellungen. Von Betrug bis hin zu boshafter Verweigerung. Ich brauchte aber etwas von dem Jemand. Ich buk Kekse, die ich ihm schickte. Um zu erreichen, was ich wollte. Es ging, dann wieder nicht. Immer wieder gingen ganze Tage verloren mit Streit, anderen Aktivitäten und Hinhalterei. Ich heulte Rotz und Wasser.

    Dann stand ich da, war eigene Verpflichtungen eingegangen, die ich erfüllen musste. Nun kehrte ein Familienmitglied zurück nach Hause und ich musste mir anhören: „Komm heraus, aus deiner Komfortzone!“ Ok, das saß. Ich setzte mich hin, und das, was ich unbedingt vom Jemand haben wollte, und nicht und nicht bekam, machte ich endlich selbst.

    Ich saß da einige Tage und eigentlich kann ich ordentlich zufrieden sein, mit dem Ergebnis. Nun ist das wie ein Wunder, dass ich selbst aus mir herausgeholt hatte, was ich meinte, nur im Außen bekommen zu können. Davon und von allem, was sich so im Außen abspielt, bin ich ziemlich müde und zusammengedrückt.

    Nun kommst Du Magnus und erzählst mir die genauen Zusammenhänge und Ineinandergänge dieser ganzen, guten Möglichkeiten hier bei Dir, und ich sehe, ja, das könnte ich hinkriegen. Dann, wenn ich wieder mehr bei mir selber angekommen bin.

    Danke für Deine sehr einladenden Worte.
    Ich schaffe das.
    Wenn auch noch nicht heute.
    Ich muss es überschlafen und mich noch etwas ausrasten.
    Bin ja nicht mehr 20. Eine alte Frau ist kein D-Zug.

    Apropos Zug.
    Ich kenne einen, der gern reist.
    Der war vor einigen Wochen in Frankreich.
    Paris ist ruhig.
    Eine Mauer um Notre Dame.
    Ein Zaun um den Eifelturm.
    Überall Militär.
    Ein D-Zug, also einer, der kein Regionalzug ist,
    ICE genannt, oder auch anders, ab Paris,
    muss 2 Wochen vorher gebucht werden!

    Keiner darf darin herumstehen.
    Wer schnell weg muss aus Paris,
    vielleicht drei Tage vorher eingereist,
    nicht fliegen will, etc., muss entweder
    umdisponieren, und mit einen Zug
    nach Norden ausreisen, oder sich
    in so einen Zug nach D reinschmuggeln,
    oder einfach einen Flieger nehmen…..

    Wie findet das ein Reisender?
    Ich finde es nicht gerade super!

    Ich bin schon wieder vom Thema ab?
    Ach herrje, ich muss wohl ein paar Tage
    Pause machen… Verreisen lockt mich
    imMo wenig, da zu anstrengend, bei dem Wetter……

    Lieber Magnus, ich bitte Dich innig um Nachsicht
    mit meinem momentanen Zustand. Wenigstens
    nicht schwanger, alles andere geht irgendwann vorüber.
    Ohne langjährige turbulente Folgen….

    Ich werde alles, was Du mir geschrieben hast noch einmal
    genau durchlesen und mir einen Plan machen, ok? Danke Magnus 🙂

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