Weltschachgemeinde frisst LGBTQ-Scheiße bislang nicht

Nein, ich rede jetzt nicht über die Kinderschänderscheiße und die Dienste. Erstmal langt das, es sei denn, man reizt mich auf einen Kommentar raus, oder es ergäben sich kurzfristig entsprechend gewichtige neue Erkenntnisse dazu.

Also reden wir mal wieder über Schach, denn in diesem Sport geht es immer noch vergleichsweise gesittet zu.

Ich habe noch nicht einmal davon gehört, dass auch nur ein Trans (mit Schwanz und allem, geht heute vierlerorts) bei einem Frauenspitzenturnier angetreten wäre, um abzuräumen, selbst mit Schwanz ab, wofür immerhin einige hundert männliche Großmeister bequem infrage kämen.

Man könnte nun anmerken, das zeige ja nur die gnadenlose Unterdrückung von Transern im Schach, dass sich da, aufgrund des unerträglichen sozialen Drucks, noch keiner unter die Weiber getraut habe.

Dieser Blickwinkel ist vermutlich nicht einmal ganz falsch oder schräg, es wäre auch zu kurios, mal einen Alexander Grischuk, mit Bart und wie immer zwerch geschnittenen Haaren, einfach bei den Frauen antreten zu sehen. Er gewänne selbstverständlich sofort jedes Turnier und würde auch Damenweltmeister. Den Tort gibt sich aber auch ein so ein Vogel (zumal hat er Kinder und scheint ein Hetero), bei allem schrägen Humor, für den er berüchtigt, sicherlich nicht. Obwohl, wer weiß. Vielleicht will er ja auf Ewigkeit berühmt werden. Zum Männerweltmeister schafft er es ja mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht mehr. Bei allem genialen Spiel braucht er bei denen zu oft zu lange.

Es scheint mir bislang schlicht keiner da so ehrlos, so daneben, dass er es überhaupt ansetzte, bei den Frauen mitzuspielen, so, wie das bei MMA, wo die rohe Überlegenheit des Mannes in einer Partie dann wirklich wehtut, durchaus vorgekommen, beim Radfahren, Gewichtheben, beim Sprint.

Bezaubernde Co-Kommentatorinnen sind bei den Übertragungen der großen Männerturniere dabei, schachkundig, Meisterinnen, schlagfertig, lustig, weltgewandt, beredt, gut anzusehen auch noch, es gibt lehrreiche Scherze zu Mann und Frau, niemand setzt Frauen herab, keine klagt über Diskriminierung. (Allenfalls mal gibt es Klagen über das Gebaren bestimmter Schachverbände, mangelnde Förderung, aber nicht als Femogeschrei.)

Und mit das Schönste am Ganzen: Die inzwischen rettungslose Unterlegenheit selbst der Besten gegenüber den Programmen und Rechnern hat den menschlichen Sport nicht etwa versenkt, nein, sie hat ihn bereichert, mit neuen Ideen beglückt, die menschliche Schachwelt wächst daran entlang eher als dass sie erstürbe.

Immerhin haben auch die Maschinen oft noch nicht den echten Durchblick. Manchmal sehen sie eine Gewinnposition, merkwürdigerweise nicht selten in Endspielen, wo Großmeister recht schnell feststellen, schließlich zurecht, dass da bei bestem Spiel auch in dreißig oder fünfzig Zügen kein Sieg zu erringen sein werde. Es geht da nur noch um viel weniger, reicht aber immer noch, als die einmal bei Numberphile grob geschätzten zehn hoch einhundertzwanzig möglichen Stellungen beziehungsweise Partien, egal, Silicon Valley hat jedenfalls noch ein paar Äonen zu tun, alle Lösungen zu haben.

Die meisten Kommentatoren analysieren menschlich live, die Maschinenlösungen werden gelegentlich hinzugezogen.

Eine andere Welt.

Schach: Bislang vom LGBTQ-Alphabetpeople-Aberwitz ziemlich verschont.

Nachtrag

Unter Schachspielern interessiert es wenig bis gar nicht, ob einer schwul oder eine eine Lesbe ist. Oder sonstwas. Zeige am Brett, was Du draufhast. Oder drumherum, als Kommentator, Organisator, Sponsor. Als Liebhaber des Sports. Alle Gutwilligen sind willkommen.

Nachtrag (II)

Eben überlege ich, alles einschließlich des ersten Nachtrages noch einmal betrachtet, wie in der Schachwelt wohl die Reaktion aussähe, setzte ein großmeisterlicher Schwanztrans doch ernstlich an, bei den Frauen den Spitzgroß zu machen.

Auch ich (irgendwo in einer unteren bis mittleren Liga, was mein Schachkönnen anlangt) hielte wohl erstmal inne.

Erstmal sehen, was die FIDE (der Weltschachverband) dazu sagt. Wer zuerst was sagt. Was die Frauen davon halten, als echte so gut wie keine Chance mehr zu haben. In jedem Spitzenturnier sitzt am Ende ein Hans mit Schwanz, oder auch schon ohne, er kann es aber immer noch besser.

Top-Schachspielerinnen sind ziemlich kämpferische Naturen. Äußerst zäh. Manche bekommen zwischen den Turnieren echte Kinder. Frauen, die sich selbst in eine legitime Gegnerin – oder auch einen legitimen Gegner, sie spielen zuweilen ja auch mit anständigen Männern – herzhaft zu verbeißen wissen, bestimmt keine verhuschten Heimchen hinterm Herd, Frauen, die sich bis zu sieben Stunden am Stück in schwierigster geistiger Aufgabe bewährt haben, denen es scheißegal war, dass sie nie Männerweltmeister werden könnten, jedenfalls nur mit verschwindend geringer Wahrscheinlichkeit: Wie werden die dem ersten Schlunz entgegentreten, der ihres Kampfes und ihrer Ehre so frech nicht achtet?

Wahrscheinlich, unter diesen Frauen gibt es viele, die auch jenseits des Schachs selber denken können, sind einige schon auf diesen Tag vorbereitet.

Wie viel Gnade sie dann diesem hählingen Schwanzlinger einräumen werden, das weiß nur die Zukunft.

 

 

 

Bisher 2 Kommentare

2 Antworten auf „Weltschachgemeinde frisst LGBTQ-Scheiße bislang nicht“

  1. @ Magnus

    was Du hier mit Alexander Grischuk machst, wurde mir, in anderer Ausführung ureigener Phantasie, krass vorgeworfen. Ich habe auch so viel Phantasie wie Du. Was mir alles einfällt ist einfach sagenhaft. Mir wurde eben vorgeworfen, dass es nicht statthaft wäre, solche Spiele mit fremden, außer mir stehenden Menschen zu machen.

    Es ist eben so verlockend, wenn nur Ansätze erzählt werden, das selbst zu vollenden. Ich lag falsch. Vielleicht nicht ganz, auch ist es vielleicht eine Finte von Manchen, dass sie so sparsam sind mit Infos, dass die eigene Unruhe ziemlich lästig wird. Na ja, ich werfe Dir nichts vor, ich meine, ich werfe auch mir nichts vor. Jeder von uns gibt jederzeit sein Bestes. Die Umstände sind imMo schon sehr strapaziös, finde ich.

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