Recht auf Ermordetwerden?

Die Grundgeschichte habe ich vor ein paar Tagen bei Tim Pool aufgegabelt: Es geht um eine dreiundzwanzigjährige belgische Studentin, durchaus gut und gesund aussehend, einen älteren, ähnlich gelagerten Freund hat sie auch, und die will jetzt nach dem dortigen besonders liberalen Euthanasiegesetz in Jenseits verbracht werden, weil sie dauernd so todunglücklich ist, einfach gerne sterben würde.

Nun, anscheinend gibt sowas selbst das belgische Gesetz nicht so einfach her, dass eine junge Frau, die nicht in einem Endstadium von Krebs, völlig unheilbar und unter unstillbaren Qualen, einfach Töten auf Verlangen einfordern kann.

Was für eine Hybris!

Zeitungsinterviews kann sie prima geben, die Drecksarbeit aber soll ein Arzt machen. Ist die wirklich zu blöde, sich in irgendeiner Weise selber umzubringen? Meint die ein Recht darauf zu haben, dass gar ein anderer gezwungen werde (unklar, ob sich da ein Arzt freiwillig meldete) sie aus dem Leben zu spritzen? Und wenn das nicht geschehe, sei das furchtbar ungerecht?

Mannmannmann. Wo sind wir.

Bisher 7 Kommentare

7 Antworten auf „Recht auf Ermordetwerden?“

  1. Belgische „Studentin“

    Da liegt der Hund. Ich kenne Eine, die studiert auch.
    Für ihr nicht vorhandenes Einkommen ist ihr Freund
    zuständig. Wenn sie nicht gut drauf ist, macht sie
    fallweise auch Nachbarn verantwortlich, die im Keller
    das Licht angelassen haben. Weil als Studentin hat
    sie das Geld auch nicht gerade so bis zum, O-Ton:
    Scheißen. (!) Betriebskosten sind ihr zu viel, doch
    sie hat Auto, Katzen, Klamotten….

    Ich finde, dieser „Studentin“, die nicht leben will, der
    ist einfach langweilig. Langeweile kann tödlich sein.

    Egal, wie die Schattierung.

    1. @ Gigi

      Ja, das mit der Langeweile mag wohl mitspielen, sogar der entscheidende Grund sein. Geltungssucht tritt ja leicht hinzu, kommt aber auch bei sehr fleißigen und erfolgreichen Menschen vor.
      Ich sehe da durchaus auch ein Problem bezüglich ihres Umfeldes. Warum sagt ihr keiner, dass sie verdammt nochmal keinerlei Recht hat, von irgendjemandem zu verlangen, dass er sie ins Jenseits befördert, nicht als Gnadenschuss an einem Kriegskameraden, dem schon zwei Gliedmaßen abgerissen, als echte Sterbehilfe? Wieso sagt ihr keiner, sie solle das doch gefälligst selbst machen, ob es in Leuven (wo sie studiert) etwa weder Drogen noch Rasierklingen zu kaufen gebe? Kein heißes Badewasser, in dem man voller Drogen sanft entschlafen kann? Kein Internet, wo man heutzutage sicherlich tausende elegante Lösungen vorgesetzt bekommt, wenn man selbst zu blöde ist? – Das aber traut sich keiner, denn macht sie es dann tatsächlich, so wird dem die Schuld gegeben, vielleicht sogar mit juristischen Folgen.
      Drei Tage bei Wasser und wenig Brot, eine Bibel und ein weiteres Buch ihrer Wahl, etwas Papier und Schreibzeug. Kein Strom, nur Kerzenlicht. Kann und soll man nicht machen, klar, womöglich aber wäre sie so billigst kuriert, ihre Erweckungsgeschichte könnte sie nachher ja im Netz hervorragend zu Geld machen. (Vielleicht sollte man ihr das sogar vorher sagen…)
      Es könnte sich aber wenigstens mal einer trauen, ihr das Obige unter vier Augen mitteilen.
      Und die hat auch noch einen vielleicht vierzigjährigen ebenfalls gesund und guttaussehenden Freund, der genauso drauf ist. Was denken die sich beim Bumsen?

  2. @ Magnus

    hahahaha ha ha. Wer weiß, bumsen die? Ich traf einen auf der Straße, der erzählte mir, je weiter in den Norden, desto weniger spielt sich im Bett ab. Das ging so weit, dass ganz im Norden, letzter Hafen, die Matrosen bei den Frauen sehr begehrt sind, weil die Männer angeblich an der Schnapsflasche hängen. Ok, es gibt Menschen, die sind resistent für jede Art von Lockmittel. Sie brauchen kein Geld, sie brauchen keine Karriere, und weißt Du was, das sind anständige Leute. Echt. Was manche Menschen reitet, werden wir nicht nachvollziehen können.

    Doch ich denke, wenn die Studentin, um die es hier geht, eine Melatonin-Kur machen würde, und eine Reise in den Süden, dann würde sie womöglich geheilt. Oder auch nicht. Vielleicht ist sie besetzt oder sie hat eine Blockade. Jedenfalls sollte Empörung herrschen, weil sie das Geschenk des Lebens nicht ehrt!

    1. @ Gigi

      Nun, Leuven liegt ja noch nicht im sexuellen Todesstreifen, was daran zu erkennen sein sollte, dass Belgien auch ohne Massenzuwanderung aus glücklicheren Südländern immer noch eines der am dichtesten besiedelten Länder der Erde ist, allerdings nicht mehr so eigenzuwachsträchtig alswie der Niger etwa.
      Besser noch der Vorschlag mit den Matrosen. Was ich jetzt selbstverständlich nicht gesagt habe, wie es gemeint war.
      Ich meine, ein paar Tage in etwas ungewohnter Herausforderung, keiner ist da oder hat Zeit für ihren Wahn, und sie könnte schon halb geheilt sein. Einfach keine belgischen Waffeln und Croissants mehr, keinen Milchkaffee, nicht Muscheln noch Krabben noch Avocadocreme, keine Heizung, keine ähnlich Verrückten, kein Medienauftritt, Campen in den schönen herbstlichen Ardennen, Altbrot und selbst abgekochtes Wasser, allein.

  3. @ Magnus

    ich lache wieder! … sexueller Todesstreifen…. haha. Ja, Belgien ist ja nur im Westen. Nicht im Norden. Ok. Du hast es echt drauf, die Natur als Heiler hereinzunehmen. Ja, ich pflichte Dir bei. Doch wir sollten noch beachten, dass alles vielleicht ein irrer Gag ist, ein Manöver und eine Finte, damit es wieder diese Nachahmungs-Leier gibt.

    Was sagst Du dazu?

    1. @ Gigi

      Nicht einmal auszuschließen (komplett erfunden ist die Sause wohl nicht), dass hier ein Riesenschwindel vorliegt. Dass die Frau womöglich gar nichts hat, außer Aufmerksamkeitsgeilheit, gepaart mit Gewinnabsichten, dass sie gar nach vorn geschoben. Inzwischen gibt es ja auch Superfette, die meinen, sie seien wegen des weißen Rassismus zum endlosen Fressen gezwungen, und selbst die werden medial nach vorn geschoben und in gewissen Kreisen ernstgenommen. Wer traut sich noch, öffentlich über solchen Schwachsinn zu lachen?
      Und so werden die Barrieren immer weiter nach vorn geschoben.
      Ich kann mir schon vorstellen, dass in einer Tiroler Bergschreinerei noch Witze dazu gemacht werden. In einer größeren Firma in Stuttgart oder Frankfurt verwagt sich das keiner mehr, nicht einmal bei den Lagerarbeitern in der Brotzeitbude.

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