Magnus Wolf Göller geht ins Weltuntergangsgeschäft

Heute schon wieder einen Weltuntergang abgewendet. Das heißt, ich habe mir so einen Film angeschaut. Es war natürlich nicht ich, es waren tapfere Amerikaner mit knackarschigen Doktorinnen und mutigen Seefrauen. Aliens hatten undercover angegriffen, beinahe hätten Amis und Chinesen sich im Irrtume wechselseitig vernichtet.

Ich sollte mir endlich einen Weltuntergang ausdenken, den ich allein abwenden könnte. Bislang wälze ich mich nur selber nächtelang dazu, nicht Wandern noch Speis noch Trank noch Lied bringt mich weiter auf der Suche nach der Grundlage dieser meiner Großtat, und weiß ich doch, dass hier an kein Aufgeben zu denken ist.

Besser wäre es selbstredend, ich plante schon gleich auf drei oder möglicherweise fünf Weltuntergänge, so wie die echten Profis das machen. Ja, es muss ein mittel- und langfristiger Plan her.

Am liebsten raunte ich jetzt einfach herum, an Blöden fehlt es ja nicht, erzählte, ich wisse von genau dem Weltuntergang, von dem sonst noch keiner wisse. Meine Kundschaft wird mir schon sagen, welchen ich zu betreuen habe. Learning by doing. Einfach freie Feldarbeit.

Ob ich am Ende etwas abwende, das ist ja eh eine Frage des Blickwinkels. Immerhin wird mir endlich jemand zugehört haben. Geld liegt sowieso drin.

Allerdings, ganz so leicht wird das wohl auch wieder nicht. Ich werde irgendwann gezwungen sein, jedenfalls wenn ich richtig absahnen will, wenigstens ein paar die Leute beschäftigende Andeutungen zu machen, deren Wahn mit einiger Feinsinnigkeit befeuern müssen. Was ein Stress. Aber gut. Da muss man durch.

Vom Grunde her habe ich ja gute Karten. Ich habe alle meinen Konkurrenten so sehr verspottet, o viele Jahre lang, das sitzt, mich wird man für echt halten. Fast egal, was ich sage oder nicht sage. Ich muss mich ja nur merkwürdig genug, vielleicht noch etwas merkwürdiger verhalten, und alle merken, dass es diesmal ernst wird, wenigstens werden könnte. Ich lese einfach die schlimmsten Befürchtungen aus meinen schon gewonnenen Anhängern heraus, gleiche sie mit dem Rest ab, womit der Lack schon angemischt sein sollte. Ich lasse mir, mit etwas Überarbeitung, meine Reden vom Pöbel einfach selber schreiben. Seinen eigenen Worten, etwas nachgesüßt, wird er allemal glauben.

Ja, so geht das. Ich muss mir überhaupt keine Gedanken darüber machen, vor welchem Weltuntergang ich die Leute mal zu retten hätte, vor wie vielen, in welcher Reihenfolge, denn das erzählen die mir von selbst.

 

 

 

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