Magnus Carlsen zur menschlichen Entscheidungsschwäche

Magnus Carlsen, seines Zeichens Schachweltmeister und in diesem Sport etwa dreizehn Dimensionen, wenigstens fünf oder acht, jenseits meiner Fähigkeiten, sagte neulich einen bemerkenswerten Satz, es war auf Englisch, ich kann ihn nur noch aus dem Gedächtnis zitieren.

Wer sich je mit Schach befasst hat, weiß, dass man da, wie im Grunde in fast allen Dingen des Lebens in schwere Zeitnot geraten kann, indem man nicht rechtzeitig handelt beziehungsweise sich zu entscheiden weiß.

Befragt zu diesem Thema meinte er (Gedächtniszitat, aus dem Englischen) neulich in etwa: „Nun, Menschen neigen generell dazu, zu viel Zeit auf verhältnismäßig kleine Entscheidungen zu verschwenden, und das ist eben auch das Problem im Schach, wenn man schon für einen einfachen Zug viel zu viel Zeit verbraucht.“

Carlsen kommt sehr selten in Zeitnot. Und zwar nicht, weil er sowieso jeden gleich vom Brett fegen könnte. Er spielt nämlich, außer in Schauveranstaltungen, fast nur noch gegen absolute Spitzenleute.

Anscheinend, er meinte auch schon, angegriffenermaßen, er täte das und jenes nicht, dass er schon immer nur dann auf irgendwelche Leute gehört habe, wann er das für richtig hielt.

Offenkundig kann er sich selbst sehr gut Befehle erteilen: Genug gedacht jetzt! Den besten Kandidatenzug ziehen!

Als Lohn hat er dann oft eine Viertelstunde für einen Zug übrig, wenn es wirklich darauf ankommt. Und zwar indem der andere zumindest zeitmäßig schon schwitzt.

 

 

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