Transenschach?

Ach, weil es alles so schön aufgezwungen absurd ist, schreibe ich doch noch was zu Männer- und Frauensport und der neuen Transenproblematik.

Im Schach ist es völlig normal, dass Frauen bei den Männern mitspielen dürfen, umgekehrt aber nicht. Zwei Frauen schafften es auch schon in die erweiterte allgeschlechtliche Weltspitze. Im Tennis hingegen schätzte John McEnroe Serena Williams, die er für die beste Tennisspielerin aller Zeiten hält, auf etwa Rang 700. Judith Polgar und Hou Yifan kamen wesentlich weiter nach oben. Vereinzelt schlugen sie die Besten.

Indem nun allenthalben die Transen in den Frauensport brechen (oft noch mit Schniedel), das umgekehrt praktisch keine Rolle spielt, scheint noch kein Transgroßmeister bei den Damenspitzenturnieren im Schach aufgetaucht.

Da Polgar und Yifan nicht mehr aktiv sind, könnten sich wohl etwa tausend Großmeister berechtigte Hoffnungen auf den Damenweltmeister machen, mindestens hundert sollten die Sache ziemlich sicher in der Tasche haben, von den ersten dreißig, locker, nicht zu reden.

Vielleicht ist das einzig Dumme an diesem erzkonservativen, da ziemlich redlichen Sport, dass da keiner die Gelegenheit ergreift. – Heute Nachmittag erfuhr ich anlässlich des gerade stattfindenden Weltcups noch, dass es wohl drei Fünfzehnjährige gibt, die gemäß ihrer Leistungslistung (ELO) alle jetzt schon Damenweltmeisterin werden könnten. Was für eine Verlockung.

Was nun aber, wenn an dem Großmeister, der jetzt plötzlich anderwichtig mitspielen will, immer noch alles dran ist, er sich noch nicht einmal in eine Hormonbehandlung begeben hat? Wird der Weltschachverband ihn einfach zulassen, keine schlechte Presse zu bekommen?

Jetzt erstmal ein Sprung, dann zurück.

Offenkundig können auch ziemlich umgewandelte Männer als Scheinfrauen in Gewichtheben und Schnellrennen undsoweiter immer noch von ihrer herangebildeten männlichen Muskel- und Knochenstruktur so weit profitieren, zumal beim Faustkampf, dass vorher nur ziemlich Gute bei den Männern als Falschfrauen restlos alles abräumen. Trotz aller psychischen und sonstigen Probleme.

Und da setzt jetzt mein erheblicher Zweifel an, ob einer, der bei 2600 ELO als Mann, oder mehr, also gute Chancen auf die Damenweltmeisterschaft, nach Umwandlung noch hinreichend bei sich wäre, das Brett so zu sehen wie vorher. Ich bezweifle das sehr. Als Transe Damenschachweltmeister werden, das wird schwer.

Vielleicht schafft es auch von vornherein kein Mann bis auf 2600+, wenn er mit seinem Mannsein nicht zurecht kommt. Spitzenschach erfordert bis zu sieben Stunden höchster Konzentration am Stück. Und zwar auch noch auf ein Spiel, das nicht ein Leben rettet oder erhält, in dem ein gewichtiger Fehler der fast sichere Tod, geringere führen meist zum langsamen. Elisabeth Pähtz, eine ausgezeichnete deutsche Schachspielerin, meinte neulich, ein erheblicher Teil des Spielstärkenunterschieds zwischen Männern und Frauen liege darin begündet, dass Frauen immer wieder geneigt seien, an anderes zu denken als jetzt ans Brett und die Probleme da. Was also, wäre es mit dieser ständigen Qual befasst doch gelungen, es griffen nun all diese weiblichen Hormone an?

Mir scheint auch die gegenseitige Achtung und Wertschätzung zwischen Schachspielerinnen und Schachspielern so groß, dass das allein schützt, da nicht so leicht etwas passiert, wir unsere wundersame Spielwiese, unseren Sport weiterhin genießen dürfen, ohne dass uns der aufoktoyierte Zeitgeist, eigentlich sowieso schon kurz vor dem Matt stehend, noch irgend unseren Spaß verdürbe.

Achja: Im Schach gibt man sich vor und nach der Partie die Hand. Nur die Dümmsten betrügen. Keiner kommt weit damit. Überall langjährige Freundschaften auch unter den Besten, die am Brett aber keine Gnade widereinander kennen. Man kann die gesamte Weltspitze nach getaner Arbeit zusammen lachen sehen. Leute, die pro einem Fehlpass pro Spiel jedes Spiel verlören, sich niemals auf ein falsches Zuspiel oder einen nicht rechtzeitig sich Freilaufenden berufen können. Für, außer dem Weltmeister, weniger Geld als bei denen noch die Drittklassigen. Alle jahrelang zwischen fünf und zwölf Stunden am Tag geübt und analysiert.

Achja, von wegen der Umwandlung nochmal. War ich im Frühsommer im Stuttgarter Hinteren Schlossgarten, wo durchaus auch mal halbwegs beachtliche Spieler sich einfinden, hörte da, von einem, dem ich beim Blitzspiel zwar nicht hoffnungslos, aber doch deutlich unterlegen war, den Spruch, Heiraten koste hundert ELO-Punkte. Das heißt, für Normalbürger, man sackt um eine Gewichtsklasse ab. Jedes Kind koste genausoviel. Da sitze er nun, da er sich für Frau und seine überaus wohlgeratenen beiden Töchter entschieden habe, nur Oberliga, allenfalls zweite Bundesliga, er bescheidener Schwabe. – Was natürlich nicht ganz ernstgemeint, aber auch nicht ohne Hintergrund.

Wo waren wir?

 

 

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