Grüne scheißen auf Gretas wichtigste Forderung

Wäre die wichtigste konkrete Forderung, die Greta Thunberg bisher zur Weltrettung aufgestellt hat, von wenigstens mal nur der Bundestagsfraktion der Grünen erfüllt worden, so wäre immerhin Deutschland ein wenig geholfen.

Leider aber sind die grünen Heilsbringer ihrer Kirchenfürstin nicht dahingehend gefolgt, jetzt in Panik zu verfallen. Ganz im Gegenteil, sie grinsen und gieren feister denn je. Noch mehr Macht und Geld und Posten für die Gefolgschaft, keine Spur Panik, alles läuft wie am Schnürchen.

Vielleicht stelle ich mich einfach mal vor einen Stand der Grünen oder ein Wahlkreisbüro und drehe auf der Straße mal wirklich panisch durch, berufe mich auf Greta, nenne den Kerl darin einen verräterischen Lumpen, brülle, ich hätte ihn gestern Abend noch total cool im Fernsehen gesehen, wälze mich vor der Türe und zerkratze mir die Backen. Leider geht das für mich vermutlich nicht gut aus. DIe Polizei wird schnell dasein. Was die Paragraphen und der Psychiater dann für mich hergeben, wer weiß das schon.

Am liebsten aber wäre ich jetzt so etwa ein Schüler wie damals ab der Zehnten, allda ich auch ohne Greta als Schutzpatronin schon allerlei Frechheiten zuwege brachte, heute könnte ich selbst meinen Physiklehrer damit nerven, dass ich immer wieder zitternd auf die Tafel wiese: „Herr Lehrer, ich sehe da viel mehr Kohlendioxidmoleküle, über ihrer Nase, geballter, als das ohnehin schon verboten sein müsste! Ich habe schon am Dienstag wegen Ihrer Stunde nicht mehr schlafen können!“

In der Zeit war ich aber eher gegenüber Deutschlehrern undsoweiter gelegentlich zu Neckereien aufgelegt, die Naturwissenschaftler und Mathematiker waren ja vergleichsweise verständige Leute. Wie hätte ich es da angefangen?

„Herr Lehrer (das war damals bei uns der Anfang einer Provokation, ganz klar, jedenfalls, wenn es von mir kam), gibt es in der westlichen Literatur Vorläufergestalten zu Greta Thunberg? Ich meine, gibt es wenigstens eine Chronik, in der glaubwürdig beschrieben wird, eine Heilige habe so schnell alle Kinder hinter sich gebracht? Welche schönsten gelungenen Beispiele für Panik gibt es in der gesamten Weltliteratur? Gibt es da ein chinesisches leuchtendes Beispiel etwa?“

„Herr Göller, wir sind hier nicht im Renitenztheater. Ihre Aufsässigkeit können sie woanders üben.“

„Ich werde meine Aufsässigkeit, besser meine Insässigkeit genau am Freitag genau bei Ihnen üben. Der Rest ist nämlich auf Demo. Ich aber bestehe auf ordnungsgemäßen Unterricht. Zwei Stunden Deutsch stehen da unter anderem auf dem Stundenplan. Wir zwei beide allein. Ich freue mich auch auf Erdkunde und Bio. Endlich Zeit für meine Fragen. Dafür bezahlen meine Eltern ihre Steuern. Sie haben einen Bildungsauftrag. Allein zu zweit könnten wir uns an spannende Fragen wagen. Ich bereite gerne freiwillig etwas vor, denn ich sehe das Privileg. Wir könnten ein paar Sprüche lesen, in denen sich gescheite Leute über gelahrte Idioten lustig machen, sie strukturell analysieren, auf Schlüsselbegriffe untersuchen undsoweiter. Das wird ein Spaß. Außerdem will ich eine mündliche Eins, bei Ihnen erst recht.“

Nun, damals im sanften Übergang von den Siebzigern zu den Achtzigern hätte sich wohl recht leicht eine Vereinbarung ergeben, nämlich dass ich auf diese Art des Privatunterrichts großmütig verzichtet hätte, im Gegenzug nicht nur freitags einmal unentschuldigt wegen gesellschaftswichtiger Aktivitäten hätte dem Unterricht fernbleiben können, wenigstens hätte ich mein Pressmittel gehabt, dass besondere Schikanen lieber unterblieben wären, zwar keine mündliche Eins in Deutsch, aber das war ja egal, und, achwas, wir hätten sowieso fast alle, bereits auf Demo, ausgeschlafen, oder wir wären um Zehne zur Provo an die Schule, nach bedauerlichem Unterichtsausfall zum Frühbier in unsere zweihundert Meter entfernte Schülerkneipe. Düpiert-neidisch hätten wir die Lehrerrestbesatzung dort drüben in jenem unansehnlichen Bunker sitzen lassen.

Und heute? Sind da nicht schon so moderne Streber, wie wir es fast schon waren, einfach aufgestanden, wollten nicht auf Demo, wollten Sinnigeres? In wie vielen deutschen Schulen mag das schon geschehen sein, nur wird nicht viel davon berichtet?

Ich weiß allerdings nicht, wie stark der Klimawahngruppenzwang teilweise schon ist. Unterrichtete ich derzeit noch hier in Unterfranken am Land, so wüsste ich noch lange nicht, wie das an Schulen in Bremen ist.

Ich hätte es zu meiner Zeit jedenfalls utrageil gefunden, wenigstens mit ein paar guten Kumpels irgendwo auf dem Schulhof ein gut vorbereitetes Panikspiel abzuziehen, bewaffnet mit riesigen Pappschildern „Greta, unsere Rettung!“, schon jeder in seinen abgewichstesten Mopedschrauberlumpen, abgerissen, verschmiert, uns die Haare raufend, in einem Veitstanz mit Rasseln, dann, plötzlich innehaltend, auf die Zuschauerschar je einzeln los, mit wildem Geheul: „Wo ist deine Panik! Wo ist deine Panik! Wo ist deine Panik!“ 

 

 

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