Deutschland: All meine Hinterlisten im Eimer / Doch Freiheit / Doch nicht / Kein Denunziationsvorrecht für Journalisten

Auf Russe folgt Rasse: Breitbart baust die New York Times ins Chaos

Ich knüpfe hier an den oben verlinkten Artikel an, stelle mir vor, eine Gruppe von Les- und Schreibfähigen durchforstete mal die Twitter- und Facebook- und Instragramkonti von, sagen wir, gezielt Spiegel-Journalisten. – Hat jene Heilige Klima-Luisa, die Neubauerin aus reichem Hamburger Hanseatenhause, nicht schon alles Mögliche, speziell bezüglich ihrer luxuriösen Fernreisen, gelöscht?

Auch hier wäre anzuführen, Beispiele wird es geben genug, dass Spiegel-Journalisten sich gegen Journalisten und Politiker und generell Leute der anderen Seite exakt derselben Mittel bedient haben, was also jetzt zu beanstanden sei?

Schlösse sich bei uns die Wagenburg wie automatisch? Also, dass ein solches Vorgehen für alle ein Anschlag auf die Meinungs- und Pressefreiheit, hiemit verfassungsfeindlich, daher Sache des Staatsanwalts, alle begrüßen die folgenden Razzien, schließlich handelt es sich um eine Organisation, jedenfalls trat diese im Netz getarnt unter „aussenalsterwasser.de“ mit ihren Verschwörungstheorien und Verleumdungen auf?

Gut möglich. Die Erben Rudolf Augsteins sitzen auf dem höchsten Hügelhochhaus Hamburgs. Von der Außenalster aus kann man bequem von unten auf Blankenese runterschauen.

Egal. Ich denke, mindestens wenn sie männerfeindliche, deutschfeindliche, und weißenfeindliche Äußerungen in den Bereich des bedenklich Diskriminösen rücken könnten, was in diesen Fällen in unserer schönsten Republik aller Zeiten keineswegs der Fall sein muss, würden die Verfassungsfeinde problemlos fündig. Natürlich auch zu manchem mehr.

Neinnein. Das geht auch nicht. Gegen die AfD, gegen die Junge Freiheit, gegen Klima- und Impfleugner, 9/11-Zweifler, Einwanderungskritiker, Gegner der Frühsexualisierung, Putinversteher, sowieso alle Patrioten, da geht das, aber doch nicht gegen die Demokratiebewahrer vom Spiegel. Keine Frage, wie das Bundesverfassungsgericht da urteilen wird – es wird die Klage wohl einfach nicht annehmen – : „Die Gruppe ‚aussenalsterwasser.de‘ hat mittels ihrer gezielten Verleundungskampagne gegen Journalistinnen und Journalisten des Magazins ‚Der Spiegel‘ eine tragende Säule unserer Demokratie angegriffen: die Meinungsfreiheit. Deshalb bleibt die Gruppe verboten, alle verhängten Strafen sind rechtens.“

Ab da fangen dann ganz harmlose Leute wie ich damit an, uns genau zu überlegen, ob wir denn, selbst schon ohne noch einen quasi unschuldigen, da unspezifischen Hinweis, man könne bei dem mal auf Twitter und Facebook vorbeischauen, lieber gleich den Namen keines Spiegel-Journalisten mehr erwähnen, achwas, gar keinen Namen von der Demokratiepresse verdammt, denn das ist viel zu gefährlich.

Es wird wie bei Facebook: Man darf wie Alex Jones, den nur, wenn man ihn runterlässt, also Jakob Augstein, nur noch erwähnen, wenn man ihn lobt.

Ich werde Jakob Augstein trotzdem lieber nicht öffentlich loben. Man drehte mir rein, das sei ein besonders arglistiger infamer Angriff auf die Pressefreiheit, denn wer auch nur ein wenig in meinen wirren, deutschherrlichen, fremdenfeindlichen, klimaleugnerischen, wahnhaften Verschwörungstheorien herumgestochert habe, für den liege das sofort auf der Hand. Ja, und was mache ich dann? Leugnen? Dann bin ich vielleicht noch mehr im Eimer.

Ja, so langsam wird es kritisch. Neulich habe ich einen Buddha-Lächelwitz gemacht, jetzt frage ich mich, ob ich noch einen, der an die Reinkarnationslehre glaubt, selbst für Greta, öffentlich loben kann, weil der ansonsten – weiß ich’s? – auf jeden Fall ein verständiger Mann der Wissenschaft und des Worts, dessen Diät ich sogar übernähme, grob jedenfalls, wollte ich Vegetarier werden, schlimmer noch, er isst noch Fleisch, dann wird meine Hinterlist noch offenkundiger. Alles wieder in einem Göllerschen Rumdumstechen ins Abgründigste und Menschenfeindlichste gestoßen, erbarmungslos spielend mit den Sorgen und Ängsten der Menschen, immer unterschwellig hetzend, immer auf der Jagd nach dem ärgsten Unwort, vierundzwanzigarmiger Krake, jeder Arm ein Komodowaran, ein Zersetzer aller Gemeinschaft und Humanität, ein schlimmer, auch alle subliminalen Register ziehender Hetzer der neuesten Generation.

Ich weiß, dass die das nicht so in einen Satz packen werden, sie müssen ja an ihre Leser denken und könnten es eh nicht, im Ergebnis liefe es aber etwa darauf hinaus.

Schimpfen darf ich also nicht, nicht Lachen, Lästern noch Spotten, Loben darf ich nicht, Berichten kaum etwas, Jammern machte mich noch verdächtiger, Namen muss ich alle vergessen, Religionen auch, Gechlechter, ohje, Angst zu zeigen schiene nur eine neue Teufelei von mir, vielleicht kann ich ja noch eine Scifi-Geschichte vom Aldebaran schreiben, ohne Irdische bitte, damit nicht gleich einer eine Allegorie sieht, dort meine Russen entdeckt, aber ohne Irdische, das zeigte ja schon, dass ich die Menschheit am liebsten ausgerottet sähe…

Ohje. Ich werde mir wirklich etwas Neues einfallen lassen müssen.


Es könnte natürlich auch anders kommen und wieder einmal etwas Gutes aus Amerika zu uns kommen. Das hieße, dass viele den Leuten von aussenalsterwasser.de schon für den Spaß dankbar wären, wie die SpiegelanerInnen, ähnlich wie in New York bei der Times, ganz ähnliche Fehler, sich lächerlich machen, hier gewürzt mit wutschäumenden, also empörten wie entrüsteten, zutiefst getroffenen weltretterischen Humbugstiraden, wie sie nur original Made in Germany in die Welt hinausgeblasen werden können.

Zum Glück halte ich die erste Variante für ebenso unwahrscheinlich wie ich die zweite zu meinem Bedauern für unwahrscheinlich halte. Irgendetwas dazwischen haben wir ja schon, und es kriecht gleichzeitig kaum merklich und kracht auch in Schüben offensichtlich voran.

Bleibt, dass ich es für legal, legitim, rechtens, sauber, moralisch einwandfrei, ja unbedingt geboten halte, dass es für Journalisten kein Denunziationsvorrecht gibt.

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