Robocop fällt ins Funkloch

Ich will erstmal eine hochkomplexe Maschine sehen, die sich selber so weit repariert und durchquält, bis sie wieder zu Strom kommt, wie ein Mensch, der sich in der Wildnis das Bein gebrochen, das selbst schient, seine kleineren Wunden desinfiziert, und zwei Tage, kein Schlafsack, er muss noch Feuer und Unterkunft machen, bis zum Wasser kriecht.

Das „Interface“ im Maschinenmenschen eines Elon Musk oder anderer fällt übrigens auch schnell zu einem wichtigen Teile aus, hilft nichts, wenn die Funkanlagen nicht Neues funken. Gut, man mag eine langlebige Batterie eingebaut haben, der Maschinenmensch hat einen Solarhut noch dazu, doch was ist in Stresssituationen? Es knallt in Wirklichkeit links und rechts, und gleichzeitig liefert das Interface plötzlich nichts mehr oder so viele Informationen, dass der Maschinenmenschsoldat, nur einen Moment stutzend, eine Kugel von einem Menschen hat, der gelernt hat, zum richtigen Zeitpunkt richtig zu schießen. Gegen ein gutes, ganz normales Sturmgewehr, nicht niedergestreckt zu werden, leider Leberdurchschuss oder Magen oder Herz oder Hirn, dafür müsste der Maschinenmenschsoldat so viel Panzerung herumtragen, dass er, außer mit Ökoelektromotoren oder Flugdüsen ausgestattet, perfekte Technik ohne jede Anfälligkeit, in fast jedem Gelände der infanteristische Tolpatsch wäre. Aufnahmen machen und Funksignale senden, dafür hat man Drohnen und anderes. Es geht um den besseren Mann, den besseren Infanteristen. Kann das Interface einen gut ausgebildeten Krieger einfach doch ganz so lenken, dass er seinen Auftrag optimal erfüllt? Durch seine Augen sehen, spürt es, dass der linke Unterschenkel schon eine sehr schmerzhafte, einschränkende Prellung hat, damit die Weghechtbewegung aus dem feindlichen Feuer mit Abrollen und sofortigem Check des Magazins und einem guten Durchatmen perfekt steuern? Kurzum: Kann das Interface einen tatsächlich zu einem Robocop verwandeln, der die menschlichen Kampfvorteile mit der Maschine zum tauglichen Maschinenmenschsoldaten macht?

Und wieder komme ich auf den Strom und die Funkübertragung. Ohne Funkübertragung nützt dem Neukrieger sein Interface in der Gefechtssituation nur über die bereits abrufbaren Daten. Wird der Funk – oder gar das Interface selbst, wer weiß – gestört (man nennt das jetzt „gejammt“), so bekommt der Herr Soldat, der ja irgendwie auf seine Überlegenheit hin ausgebildet wurde, ganz plötzlich Schiss. Scheiße, das Interface hat keine aktuellen Bilder mehr davon, hinter welcher Wand ein Feind steht. Ich muss selber suchen. Das waren die alten Kurse. Ich habe sowas ewig nicht mehr gemacht. Vielleicht können die mich auch durch die Wand sehen, jetzt? Wie dick, Interface, ist diese Wand? Päng. Das war ein altes G3, und die Wand war leider zu dünn.

Ein Mann braucht am Tag ein paar Liter Wasser und zwei anständige Mahlzeiten. Das kostet nicht viel. Wenn er dann merkt, dass er für sein Überleben, zumal für das seiner Frau und seiner Kinder jetzt mit allem kämpfen muss…

Nein, ich mache hier keine pseudoromatische Kriegerklitsche gegen anrückende Robocops auf, bin mit 55 auch nicht mehr auf der allerwehrfähigsten Seite, kaum an Waffen geübt, nicht gedient, keinen Kampfsport gelernt, gerade noch eine kleine Aluminiumbratfanne einhändig halten könnend. Einen Mops, der mir ein Ei stehlen will, den vermag ich besten Mutes damit wohl noch zu verjagen.

In dem weiter oben aber steckt nicht wenig Ernst.

 

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