Gretas Sternfahrt – Nachrichten aus dem Olymp, dem Vatikan, von einem Rebbe und Irren

Eben lese ich, dass das Auslaufen zur Sternfahrt Gretchens von Plymouth nach New York um ein paar Stunden verschoben worden sei: es stürme in der englischen Hafenstadt. Also wohl auch im Hafen. Also wohl auch von Westen her.

Ist das eine erste Ansage der neidischen Götter, haben sich Uranos und Poseidon bereits gegen diesen windigen deutschen Segler, seinen monegassischen Fürstenkumpel, den gierigen Filmemacher, den noch gierigeren Paps verschworen, die ihner einfach hohnsprechen wollen, sie mithilfe eines irregeführten Mädchens der Menschheit als planbar vorzuführen?

Nein, Zeus wird sich nicht in einen grünen Wasserbüffel verwandeln und sie den Fluten entreißen, denn für zurückgebliebene Minderjährige hat er sich noch nie interessiert. Hera hat in dem Falle keine Sorgen.

Da nun weder Poseidon noch Uranos ein krankes unschuldiges Mädchen, das von frevelhaften Priestern zur falschen Göttin gemacht ward, zu den Fischen werfen werden, geht man im Olymp davon aus, dass sie beharrlich eine mittelschwere bis schwere See bei Windstärken von 3 bis 7 aus West ansetzen werden, alle zu zermürben. Sie wissen ja, dass Rettung sehr nah sein wird, da kann der freche Mensch den dummen Menschen belügen, so viel er will.

Es gehen auch Gerüchte, dass Dionysos sich einmischen wolle, er habe über diesen Casiraghi Weins an Bord geschmuggelt, ein gutes Stück Geheimschinken und einen Riegel Bündnerfleisch dazu. Er setzt darauf, dass Greta den beim heimlichen Teilen mit dem deutschen Skipper, der vegan als Segler im Wortsinne vom Fleisch zu fallen droht, Verrat aller Verräte, mit ihrem feinen Näschen für Klimaschädliches auf frischer Tat ertappt, das Mädchen daraufhin nicht mehr zu beruhigen ist und bald ein Menschenfluggerät kommt, es abzuholen.

Athene hinwiederum, den Vernüftigen unter den Menschen gewogen, steht auch schon in einem gewissen Zorn: Was sollte sie auch mit einer Menschheit zu schaffen haben, die Lug und Unfug Klugheit und Wissenschaft und Weistum vorzieht?

Und so mag es wohl auch sein, dass sie selbst den von Land aus begleitenden Heil- und Wetterkundlern und selbst dem Filmmann recht unmissverständliche Zeichen gibt, wer besser nicht noch mehr in die Gefahr geraten möge, dass sie selbst ihren Widersachern sinnigen Rats erteilen werde.

Selbst Demeter, sie hat zwar auf Okeanos nicht ihr Reich, unterstützt Poseidon und Uranos und Athenen in ihren Ränken: zu grob, zu sehr wurden ihr Ernten und Fruchtbarkeit der Erde schlecht, zu einem übelen Zankapfel gemacht.

Inzwischen hat sich Herakles erboten, der Jacht hinterherzuschwimmen, stets alles im Auge zu behalten, die Jungfrau im Zweifel zu retten, den Rest vom Gesindel halb lebicht an der Südwestspitze Englands an den Strand zu werfen, denn auf die menschengemachten Fluggeräte sei nicht immer Verlass, zumal nicht schnell genug.

Nun meldet sich selbst Hephaistos. Der warnt vor einem Mord an Bord oder über Bord, schneller, als selbst Herkules handeln könne.

Man wird sehen. Hermes hat mir versprochen, dass ich weiterhin im Bilde gehalten werde. Ich sei der einzige Mensch, dem man dahingehend traue, er könne ins Wissen gesetzt werden, ohne grob fahrlässig den schlimmsten Unrat daraus zu machen.

Und da kommt eben eine Eule.

Oha. Selbst Apollo wolle mittun. Er habe es satt, dass jede Bildung, jedes Maß, jede Musik und Dichtkunst und Schönheit hier ohne Wert: Nur Lumpen, Wortfälscher, Radebrecher, Aufhetzer, Kunstfremde, Gaga-Gelichter und Allesherabsetzende seien hier am Werke.


Jetzt noch zu irdischen Nachrichten zur Sache.

Ein gläubiger Katholik und doch sehr beachtlicher Sprachwissenschaftler ist an mich herangetreten, er könne ja aus naheligenden Gründen nicht darüber reden, weshalb ich das unternehmen solle, U-Boot, ins Spiel zu bringen, wie verlogen das sein könne, wenn Gretas Arche vorgeblich lange gegen den Westwind „kreuzen“ müsse, also gegen alle Widerstände das Kreuz des Kreuzens auf sich nehmen, alles Lüge natürlich, aber gleich Jesus Christus.

Ich habe den guten Mann erstmal beruhigt, schließlich will ich weiterhin ungetrübte Berichte von den gretanischen Befürchtungen bezüglich der Einzigartigkeit Mariens und Jesu, ihm dann meines Problembewusstseins versichert, meiner Tatkraft auch, werde man sich erfrechen, entlang der Unbilden des Nordatlantiks nun eine selbst schon mehrere Kreuzungen überlebt habende jungfäuliche Muttermuttergöttin erschaffen zu wollen.

Er fraß das. Kein Wunder. Bald müssen die Vatikanbänker segeln, wenn sie nicht mit Plastikbechern mit Milchschlunz beworfen werden wollen, man befürchtet schon, dass der Papst bei Greta für all seine Flugreisen Abbitte leisten muss. Und zwar in einer schlichten, zertifizierten Bioleinenkutte.

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Einen Rebbe habe ich natürlich auch an der Angel, allerdings habe ich bei dem immer wieder das ungute Gefühl, er möchte mich gerade besser aushorchen als ich ihn. Andererseits ist es eine Freude, mit einem gewetterten Profi zu arbeiten, der die Jahrtausende Tradition seiner Profession ebenso intus hat wie dass er dem heutigen Weltgeschehen wach zu folgen vermag.

Moishe nun (er will diesen Decknamen, der auch echt sein könnte) kommt zuweilen aber auch gleich auf den Punkt. Was ich denn wolle, Du da Der, mit meinem symbolistischen Griechengottsgeschwafel, germanische Götter beizuziehen, das habe ich mich wohl nicht getraut, waswas? Und  mein versuchtes humpelndes Vatikansverhohnepiepelungsbehumsen, was solle ihm das sagen?

Moishe weiß so gut wie alles von mir, er hat alles, wahrscheinlich mehr als ich über mich, er weiß, dass ich das weiß, und das bedingt, obzwar ich über ihn fast nichts weiß, außer, was er mir sagt, was er fragt, woraus ich meine Schlüsse ziehen kann, dass wir sehr ungezwungen miteinander reden können.

Ich entgegnete ihm denn, dass er ja vermutlich auch hiezu wie immer im guten jüdischen Interesse unterwegs sei (gegen diese Einleitung fällt ihm immer noch kein griffiges Widerwort ein, ja, jiddische Flüche hat er genug auf Lager, auch Sprüche und Anekdoten, woraufhin er aber „nachgibt“, denn er will ja hören, was dawiderstehen könnte), ich nicht so recht sähe, wie die Judenheit oben herauskäme, würde der Planet entlang der von Merkel und Macron indirekt, aber doch geweihten Empfehlung vollends in den Klimapanikmodus gesetzt. Ob der denn der Judenheit seiner Meinung nach eher nützlich oder schädlich sein werde?

Da wir uns schon länger kennen, schonte er sich nicht, mir an der Stellen ein paar Namen zu geben, die hier nichts zur Sache tun. Endlich kam er aber rum.

Schon jetzt gebe es jede Menge Verschwörungstheorien, „der Jude“ stecke hinter alle dem Schwindel, leider, wie ich ja wisse, sei der Jude George Soros eine unbestreitbare und längst bekannte Figur im Spiel, man mache sich große Sorgen, wie auch dieser Wahn am Ende wieder gegen die Judenheit gedreht werden könne. Ob ich nicht doch aushelfen könne, als Nichtchrist, als Nichtjude, als heidnischer Arier.

Ich dachte einen Augenblick nach, ob ich das mit dem „heidnischen Arier“ einfach verstreichen lassen solle, entschied mich einstweilen dafür und fragte ihn, wie ich sowohl der Judenheit wie als auch dem Rest, gleichzeitig bitte und gleich gut, sowohl durch meine Glaubwürdigkeit wie mein elaborates Schrifttum weiterhelfen könne?

Moishe brabbelte ein wenig vor sich hin und meinte endlich, man werde mich irgendwie irgendwo zum Ehrendoktor machen, bliebe ich wie bislang dran, wendete die Sache dabei nicht gegen die Judenheit.

Ich frug nur noch, ob ich die Sache dabei auch nicht gegen die gesamte Menschheit wenden dürfe.

Ich bekam einen Freischein.

Ich werde natürlich keinen Ehrendoktor an einer jüdischen Universität erhalten. Verschüfen sie mir einen an meiner Alma Mater zu Würzburg, so sähe ich das als eine anerkennenswerte Anstrengung und überlegte mir die Annahme.

Was schwatze ich da.

Alle höchsten Stellen setzen auf mich.


Nach dem Gespräch mit Moishe plagte mich nun doch noch eine Plage, die ich dumm wegignoriert hatte, all der Trubel, und genau die hätte genau ihm gegenüber als zu betreuen einzubringen unbedingt notgetan.

Ich hatte Moishe nicht gefragt, wie ich es gegenüber den offenkundig am Klimalug maßgeblich beteiligten Freimaurern zunächst, dann auch anderen Geheimbünden und Logen halten solle, das Wohl der Judenheit wie der ganzen Menschheit fest im Auge.

Soll ich mich da eher raushalten, darauf vertrauend, dass Moishes Leute, die immer alles von mir wissen, umgekehrt, wie gesagt, gibt es zu interpretierende Signale, bezüglich dieser Kreise schon alles zum Besten richten?

Ich mag Moishe irgendwie, er hat Humor, er zuckt auch nicht, wenn ich einen eigenen, frisch erfundenen Judenwitz ansetze, sein Jiddisch kann ich nicht beurteilen, sein Deutsch wie sein Englisch aber ist von feinster Wahl, ich meine, dass er mich nicht einmal am Grunde seines Herzens doch verachtet, weil ich kein Jude bin und auch keiner werden will. Menschliche Größe.

Ich habe ihm aber auch schon knallhart gesagt, dass ich erwarte, dass seine Leute weder an meinem Rechner noch sonstwo in meinem Umfeld herumfummeln. Es reichten mir meine verwirrten deutschen Dienste, und außerdem seien die Chinesen vermutlich schon da.

Darauf folgte ein Moishe-Schweigen. Etwas über drei Sekunden. Klar, dass das mit den Chinesen gesessen hatte. Man werde meinen Rechner in Ruhe lassen und sich ansonsten sehr zurückhalten beziehungsweise diskret vorgehen.

Bei Moishe ist es so, dass man ihn über Dinge, die er sowieso herausfinden wird, meist lieber gleich ins Bild setzt. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass er und seine Leute in der Zersetzung des deutschen Volkes am Ende eine womöglich entscheidende Gefahr für die Judenheit sehen, man wäre einfach und endgültig danach folgerichtig auch dran. Also kein Interesse daran haben. Dies Gefühl mag aber trügen.


Ich habe Moishe also nochmal kontaktiert. Er gab sich genervt. Ich frug also nach der Sache mit den Maurern und den anderen Geheimbünden.

Ich solle sie nicht zu sehr nach vorn und auch nicht zu sehr nach hinten stellen, das war die Antwort.

Na denn.


Jetzt kommen auch die Spinner.

Ein selbsternanntes Medium, weiblich, 38, behauptet, mich mit Coudenhove-Kalergi selig in Verbindnung setzen zu können, der wolle bei mir etwas Karma abbüßen.

Ein Hans Fritz, 14, sagt, er könne jetzt gleich Greta Kohlendioxid sehen, es sei ganz klar, er könne kaum genug von dem sehen, was die Welt umbringt, so sehr sei er auf deren letzte Tage hin davon fasziniert. Wenigstens ein Ende mit Klarsicht, so sein Motto, ich solle es für ihn in die Welt bringen.

Und, all obiges inzwischen gelesen habend, sieben deutsche Vorstandsvorsitzende wollen von mir eine Ausflucht dafür, dass sie sich zu Reisezwecken noch keine Rennjachten gekauft.

Ich mache jetzt mal Pause, nehme kein Telefon mehr ab, keine Eule und kein Geheule mehr an.

 

 

 

 

 

 

 

Bisher 5 Kommentare

5 Antworten auf „Gretas Sternfahrt – Nachrichten aus dem Olymp, dem Vatikan, von einem Rebbe und Irren“

  1. Ich habe übrigens geschrieben, dass ich vermute, das auf Gräta Thunfischs (wie ich sie nenne) Geheiss ein Fass voller Stockholmer Heringshappen mit an Bord gerollt werden sollte. Ohne diese, ihre bevorzugten Happen würde sie die Reise leider absagen müssen. Am zweiten Tag auf See springt urplötzlich der Deckel des Fasses auf und vollgekotzt und dennoch grienend, steigt Luisa Neubauer aus dem Kübel auf wie aus einer überdimensionalen Hochzeitstorte. „Das schneiden wir raus und stellen es noch mal nach“ ruft der Kamerafritze aus einer zu einem Zylinder geformten Kotztüte

  2. Selbstverständlich drückt frau sich feiner aus, es ist ja eine durchlauchige Person an Bord, dessen Vater bei einem Speedboatrennen tragisch ums Leben kam. Ich kann mir auf Schwedisch vorstellen: „Jag mi vomitören ekstrabladet Don Casiraghi“

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