Storm Area 51?

Es fing vor kurzem mit einem Scherz, wenn es denn wirklich nur einer war, an. Der Spaßbold rief dazu auf, am 20. September Area 51, die geheimnisumwitterte Militäranlage in der Wüste Nevadas, zu stürmen, man wolle endlich mal die Aliens dort kennen lernen.

Weit über eine Million haben zugesagt, noch über eine Million hat Interesse bekundet, es gibt schon T-Hemden und Rucksäcke dazu im Netz zu bestellen, also, dass entlang dieses Scherzes die US-Luftwaffe bereits jeden Humor verloren hat und schärfstens davor warnt, da ungefragt einzudringen, wo jederzeit ohne Warnung geschossen werden darf.

Einiges Weiterführende findet man hier:

https://www.merkur.de/welt/sturm-auf-area-51-bereits-1-8-millionen-teilnehmer-luftwaffe-warnt-drastisch-zr-12823719.html

Ich bin gespannt, wie das weitergeht. Ich hätte als US-Miltär auch Bammel. Es gibt so viele Alien-Verrückte und Bambulegeile, Partygeile, Sensationsgeile, Geschäftemacher, die diese Sause weiter aufpumpen könnten, weltweite Medienbegleitung gewiss, dass man vielleicht schon erwägt, das Touristenzentrum vorsorglich zu schließen oder unerreichbar zu machen.

Das hieße dann aber ziemlich unweigerlich, dass die Million oder so sich auf Aliensuche in Las Vegas festtrinken müsste, weil halt doch keiner wirklich an die Front will.

Man wird es schon durchgehört haben, dass mir der Scherz gefällt, ich bislang auch die Weiterungen lustig finde, indem ich hoffe, dass es da keine Toten gibt. Die Idee ist genial, sie trifft genau die richtige Zeit, man sieht, was für einen Schiss sie plötzlich haben, und man kann ja am Ende einfach ganz cool in Vegas einen reinlassen, seinen Sieg entlang deren Aufwandes zu feiern, live coverage worldwide.

Anstatt fake news mal einen fake attack. Bei über einer Million Leuten – wenn so viel oder mehr tatsächlich kommen, die Sache nicht vorher austrocknet oder ausgetrocknet wird – ist eigentlich eh klar, dass die meisten auf eine große Party aussind. Umso schrecklicher.

20. September ist übrigens als Termin gut gewählt, denn da ist es nicht mehr so heiß, und man kann bis zum Montag, also der Tagundnachtgleiche, durchfeiern. Wäre ich Ami und hätte ein paar Flocken locker, da führe ich vielleicht auch mal zur Gaudi nach Vegas.

Letztlich habe ich aber auch Verständnis für die arme US-Lutwaffe. Wie soll man sich sicher sein, dass sich nicht doch ein paar gefährliche Spezialisten unter die Partygäste mischen, radikale Gruppen wie aus dem Nichts auf einmal provokant auftreten, durchaus bereit, ein paar Märtyrer liegen zu lassen?

Und was, wenn es diesen Verrückten einfällt, irgendwo in der Wüste ein illegales Camp zu errichten, man hat in Amerika ja seinen Truck, und da passt viel Bier und Wasser und Brotzeit und auch noch ein Zelt hinein. Kommt dann die Luftwaffe und führt einhunderttausend Leute ab?

Und wenn es anmuten möchte, als spönne ich hier recht abseitig herum: Wieso sollten im Zeitalter des Gretinismus nicht auch solche Tollheiten stattfinden?

Lustig wär’s ja, träte irgendwann ein echt wirkender Alien ans Haupttor und erklärte der gaffenden Menge, ihm gehe es auf Area 51 schon lange sehr gut, er wolle bestimmt nicht unter so ungebildeten, verschwitzten, paranoiden, heruntergekommenen Affen leben, alswie er sie da vor sich sehe.

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