Neue Initiative für Meinungsfreiheit – Wer ist mehr Nazi, du oder ich?

Das ist es wert, weitergetragen zu werden.

Ob der Vergleich mit dem Dritten Reich hier glücklich aufgestellt, kann bezweifelt werden. Denn der birgt gleich zwei gefährliche Fallstricke. Juden könnten sich dadurch gestört fühlen, und gleichzeitig gibt es ja gerade zu den Vorgängen von 1933-45 keine Meinungsfreiheit. Und zwar so, dass es nicht abgeschaltete YouTube-Kanäle setzt, sondern Jahre Haft.

 Ist „saveMeinungsfreiheit“ eine gelungene sprachliche Kombination, die beste gar?

Man sehe und höre selbst:

Nachtrag

Die Idee mit dem Schweigen für die Meinungsfreiheit könnte sich prächtig entwickeln, denn das kann man ja in jeder Kneipe sagen, wenn es kritisch wird. Der Spruch hat durchaus das Zeug zum Geflügelten Wort.

Das mit der Begründung, Einschränkung der Meinungsfreiheit habe stets den Anfang zur Entwicklung totalitärer Systeme gebildet, ist insofern gut gemacht, dass es leicht nachvollziehbar und einleuchtend ist.

Unterm Strich finde ich die Initiative also schon begrüßenswert, ich will und kann mich aber aufgrund der oben beschriebenen Fallstricke dieser doch nicht anschließen.

Man mag mir da jetzt kleinliche Beckmesserei vorhalten, ja gar, ich lieferte anderen geradezu die besten Argumente. Beides ist nicht gegründet. Erstens wird Falschmachen nicht besser, nur weil andere fast immer damit durchkommen. Zweitens sind die Zensurleute nicht so blöd, nicht alle allemal, dass sie diese Schwachstellen nicht sähen und nicht jederzeit genau da angreifen werden, und zwar ohne dass sie auf diese meine kleine Seite hinabsteigen mussten, ob solch offenkundiger, aber manchem doch nicht leicht erschließbarer Erkenntnis.

Und das Tragikomische daran ist ja, psychosozial, dass hier Kämpfer für die Meinungsfreiheit, denen oft und beklagt die „Nazikeule“ übergebraten, ihrerseits es mit einer versuchen, indem sie die Machenschaften von Google & Cie. in einen sehr eindeutigen Vergleich setzen. Wer ist mehr Nazi, du oder ich?

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