Erste Anrufung Heimdalls

Heimdall, Heil Dir!

Ich rufe Dich an, denn sonst will kaum mehr einer mich hören.

Ich rufe Dich an, da ich Dinge sehe und höre, die mir schon selbst den Verstand zu rauben drohen.

Die Anführerin von Kindern, die noch nicht einmal etwas vom Laufe der Gestirne wissen, nicht einmal, dass die Sonne uns Wärme schenkt, die nicht recht Lesen noch Schreiben noch gar Rechnen gelernt haben, wirft einen düsteren Schatten auf die Erde. Sie führt an, Unsichtbares sehen zu können, Unsichtbares, das voller Unheil. Nicht mehr zur Schule gehen ihre Mitkinder, sie meinen, nichts mehr lernen zu müssen, denn sie wüssten schon alles. Und so klagen sie ihre Eltern an.

Gleichzeitig wird es allenthalben verherrlicht, wenn Männer Frauen sein wollen und Frauen Männer. Noch Kinder zu haben sei böse, sagen diese Kinder, denn damit werde das Unheil nur noch größer, es sei so schon kaum noch aufzuhalten.

Gleichzeitig gibt es weltumspannende Mächte, die diese Kinder steuern, jeden in Verdammnis setzen, versuchen mundtot zu machen, der es noch wagt, sich diesem Wahne entgegenzustellen. Der sei böse, uneinsichtig, voller Hass.

Die älteren der Kinder wenden auch schon Gewalt an. Keiner mehr, der ihnen nicht glaubt, soll noch ruhig seinem Tagwerk nachgehen können oder gar schlafen. Sie meinen sogar, der Regenbogen gehöre ihnen.

Ich weiß, dass Menschenwerk Menschenwerk ist, dass Du nicht eingreifen darfst.

Trotzdem rufe ich Dich an.

Vielleicht darfst Du mir doch einen Fingerzeig geben.

Was kann ich tun?

 

Bisher 3 Kommentare

3 Antworten auf „Erste Anrufung Heimdalls“

  1. „Was kann ich tun?“

    Vielleicht die hässlichen Geschichten nicht übernehmen, sondern eigene, schöne, wohlwollende und sogar erhebende Geschichten schreiben oder imaginieren. Ich glaube nämlich, das ist der Trick der Kabale, die Leute mit absurden und schrecklichen Geschichten zuzudröhnen, so dass man am Ende fast hoffnungslos ist.
    Jetzt ist nicht die Zeit für Drepressionen. Ich denke sogar, dass der Tiefpunkt überschritten ist, kollektiv – und individuell kann man sowieso machen was man will. Eigentlich.

    Naja, das sage ich mir immer, wenn mal wieder das Blödestmögliche verkündet und auch noch von Vielen geglaubt wird.

    Das ist mir heute in die Email gefallen und ich fand es sehr schön:

    HOW WOULD IT BE LIKE?

    If I could this very moment imagine myself into a state – any state at all – and dwell in it, well now, what is “dwelling in it”? Well, I’m dwelling in it. Well, that’s Christ! And that is the resurrecting power of the universe.

    So, if I remain in a state, I will resurrect it and objectify it in my world. But I have to select it and enter the state. If the spectator could enter into any of these states in his imagination, approaching the state on the fiery chariot of his contemplative thought – what would it be like if it were true? How would I feel if I were now the man that I would like to be? How would I know that I could become it?

    Lecture #405 LIVE IN THE END

    Neville 07/19/1968

    1. @ Hugin

      Es kann sein, dass der Tiefpunkt überschritten ist. Dann will ich aber immer noch, dass man das bald überall merkt.
      Ich halte es auch nicht für unerheblich, was man individuell macht.
      Macchiavelli hat es drastisch formuliert: Zum Umsturz genügt einer.
      Und natürlich ist mein Anruf Heimdalls zur Hälfte Satire.
      Es wird auch wieder schöne Geschichten geben hier.
      Vielleicht auch von einem sehr verwirrten Mädchen, das keiner mehr sehen kann, bis es geheilt ist…

  2. Ach, das „sehr verwirrte Mädchen“ ist doch unerheblich. In der germanischen Medizin heisst es „Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles“. Das könnte man auch bei den Klimaverwirrten anwenden: Das Geschwätz ist nichts, die Medien sind alles – oder so.

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