Wie man mich doch noch keulte

Ich ward von einem angerufen, der mir mitteilte, es gebe die verderbliche Verschwörungstheorie, dass es mich einmal gegeben habe. Diese sei dringend aus der Welt zu schaffen. Ich solle kooperieren, sonst blühe mir Übles.

Was, spinnen Sie?“, antwortete ich verduzt. „Sind Sie ein Bot?“

Machen Sie sich nicht lächerlich, Göller. Sie wissen besser als jeder andere, dass eine Maschine Ihnen das nicht ansagen kann, dann sofort auf Sie antworten wie ich.“

Da ward ich kleinlaut, denn das war ein stichhaltiges Argument.

Solcherlei Leute soll man erstmal reden lassen, also entgegnete ich: „Nun, was soll ich tun?“

Zunächst mal werden wir alle Ihre Netzeinträge tilgen. Sie bekommen einen neuen Namen. Um den Rest kümmern wir uns schon.“

Ich überlegte kurz, so kurz, dass es nicht auffallen sollte. Ich hielt ihn hin.

Darf ich mir meinen neuen Namen selber aussuchen?“

Auf diese Frage haben wir gerechnet, Sie Sandkastenheld. Natürlich nicht. Es wird Ihnen einer zugeteilt.“

Nun nahm ich mein Herz in meine Hände und entgegnete: „Sie hätten mich einfach umbringen können, wozu dann die Mühe, was wollen Sie von mir?“ (Ich wusste ab da schon, was man wollte.)

Stellen Sie sich nicht dümmer, als Sie sind. Das zieht nicht. Wir wissen alles über Sie. Sie wissen genau, wozu wir Sie brauchen können oder eben nicht.“

Das saß. Den würde ich nicht so leicht ausschmieren. Er wollte mich für deren Schwarzwortfabrik. Für deren weltweite Verleumdungsmaschine. Für Kriegspropaganda. Als Wortfinder in ihrem Sinne.

Endlich nahm ich an. Ich bin nunmal ein Feigling.

Besser also, Sie glauben mir ab jetzt kein Wort mehr.

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