Von deutschen Männern

Ich kenne einen einst überaus Tapferen, der hat sich resigniert auf seinen Altenteil zurückgezogen: Es betreffe ihn ohnehin nicht mehr, was geschieht. Der Rest möchte jetzt übereinander herfallen.

Ich kenne einen weiteren, der meint, die Zersetzer lägen in Wirklichkeit in den letzten Zügen, Trump werde es schon richten.

Wiederum ein anderer, der hält gar nichts von Völkern, der meint, es sei doch alles gut, schließlich nähmen jene Neubürger aus Afrika und Asien mir doch nichts weg.

Noch einer, der hat sich auf seine Familie zurückgezogen.

Einer, dem sind seine Witze Leitschnur. Der freut sich alswie ein Kind darüber, dass er ab und an irgendwo einen geistreichen Kommentar schreibt, der unter der Zensur durchgeht, weil der Rest gar nicht merkt, was eigentlich drinsteht.

Zwei andere weiß ich, die wollen mit mir nichts mehr zu tun haben, obzwar ich ihnen nie etwas antat.

Jüngere als die weiß ich, die halten mich für einen unverbesserlichen, arroganten alten Spinner, der die Uhr nicht schlagen hören mag.

Ach, ich weiß noch einen von den Älteren, der sich aus meiner Sicht schlicht als Feigling erwies, was er mittels der Aussage kaschierte, ich tauge eben nicht zum sachlichen Journalisten.

Noch einen weiß ich, der hat einen Arg gegen mich, da er weiß, dass ich besser schreiben kann als er. Was er sich aber nicht eingestehen kann, was wunder.

Dann gibt es noch jenen, der sich seit Jahren in medialer Verfolgung an mir übt, da ich ihn irgendwann doch deutlich verwies.

Es fehlt auch nicht an einem geschäftlich äußerst erfolgreichen Halbgebildeten, der mich zwar nicht offen, aber mit Sicherheit doch auslacht und über meine Dummheit nur den Kopf schüttelt.

Ein weiterer verdient ebenfalls Geld wie Heu, der las zu Zeiten immerhin Bücher, der fürchtet mich am Grunde, weil ich seine berufliche Kaste in Zweifel gestellt habe, er sich im Sinne seiner vorgeblichen Ehrenhaftigkeit zu sehr verriet. Wozu ich ihn in der Tat verleitete.

Es sind alles deutsche Männer.

Für jeden einzelnen von denen habe ich ein gewisses Verständnis.

Ich habe auch Respekt vor gewissen Leistungen derer.

Sie sind alle im herkömmlichen Sinne wenigstens etwas überdurchschnittlich intelligent. Weiber hintendran, das gibt es teils auch, spielt aber keine entscheidende Rolle.

Letztlich passen sie sich alle lediglich irgendwie an, jeder auf seine Weise.

Der sich – ich denke eher vorläufig – auf seine Familie zurückgezogen hat, wohl am wenigsten. Geistig kaum oder gar nicht.

Drei Dinge einen sie außer dem Letztgenannten alle.

Vom Trumpfan bis zum Trumphasser.

Oh, bin ich ein Männerfeind?

Korrektur (6.6.)

Ich habe einen Fehler gemacht.

Einer der Erwähnten ist Deutschschweizer.

Bisher 3 Kommentare

3 Antworten auf „Von deutschen Männern“

  1. @ Magnus

    Männerhasser? Willst Du es wissen, was ich denke?
    Du legst die Latte hoch – das tue ich auch.
    Mir ist dabei die Herzensbildung genauso recht,
    wie Dir die Universitätsbildung wichtig ist.

    Du hast eine gute Beobachtungsgabe. Letztendlich
    hast Du die gleiche Angst vor Nähe wie ich auch.
    Ich habe beschlossen, nur mehr für jeweils einen
    Tag zu leben. Diesen so glücklich und leicht wie
    es nur immer geht. Ich brauche niemanden mehr.
    Oder doch, ich brauche Dich und Deinen Blog und
    auch noch andere Menschen, jedoch habe ich den
    Anspruch aufgegeben, mit jemandem zusammen-
    zuleben. Ich bin eben eine Zicke und das kann ich
    nicht kaschieren. Doch ich weiß, dass ich eine Zicke
    bin. Mich fasziniert, wie Du die Menschen rund um
    Dich einteilst, beurteilst, leidest, weil keiner dabei
    ist, der Dich begreift und mit Dir ein Stück des Weges
    geht.

    Würdest Du einen kennenlernen, der das machen würde,
    was wäre dann? Würdest Du so einen Menschen erkennen?
    Ihn in Dein Leben lassen? Ich bin bei mir selbst sehr skeptisch.
    Eben deshalb mein Entschluss. Der Mann meiner Freundin
    wäscht sich nicht! Irre, das kann ich mir nicht vorstellen!
    Das wäre für mich ein Scheidungsgrund! Siehst Du?
    Für sie ist das k e i n Scheidungsgrund! Das unterscheidet
    mich von anderen Frauen. Ich bewundere Frauen, die so
    eine Situation durchstehen, ohne sich – wie ich es tun würde –
    gleich scheiden zu lassen. Das zeigt mir, wo ich stehe und
    deshalb habe ich bewusst diese Entscheidung getroffen.

    Ich will es endlich ruhig und entspannt haben.
    Frauen und Männer – Thema ohne Ende.
    Deutsche Männer – Thema ohne Ende.
    Ausländische Männer – solange vornehm, bis
    man sie besser kennt.

    Andere Frauen – sehr oft bewundernswert
    und echt weiblich. Wenn ich das nur könnte!
    Ich bin Gigi und ich kann nur schreiben.
    Doch schreiben kann ich stundenlang und
    es wird nie langweilig. Weil nie vorauszusehen
    ist, was kommt! 🙂 🙂

    Ich habe außerdem aufgegeben, andere Menschen
    so streng zu klassifizieren. Sie geben alle ihr Bestes.
    Meine Mutter gab ihr Bestes, mehr war nicht drin.
    So, wie ich mein Bestes gebe, mehr ist nicht drin!

    Du gibst Dein Bestes, Magnus. Du bist gut so, wie Du bist!

    Das ist es, was ich denke.

  2. Ok, „ich kann nur schreiben“ stimmt nicht.
    Nur von den Ansprüchen aus gesehen, die Du Magnus,
    an andere Menschen stellst.

    Ich kann darüber hinaus eine ganze Menge, und das
    ziemlich gut. Ich kann Pizza backen für mindestens
    fünf Leute und die loben diese über den grünen Klee
    als Delikatesse, auch wenn sie kalt ist!

    Meine Kunst des Gärtnerns ist speziell und ich kann
    mit raffinierten Ideen günstig und optisch wie
    geschmacklich das Beste aus den Pflanzen holen.

    Ich mache aus einem Stück Brachland ein blühendes
    Paradies. Ich kann schwimmen und lachen und andere
    trösten, aufbauen, Häuser ausräuchern mit Kräutern
    und anderen Zerealien.

    Ich kann Zusammenhänge herstellen und erkennen
    und meine Träume weisen mir Wege, die sehr erstaunlich
    sind. Ich kann noch viel mehr und ich wünsche mir eine
    Welt, eine Erde, eine Gemeinschaft, die nicht nur wertvoll
    ist auf akademischem Niveau, sondern eine Welt, die den
    Menschen so lässt, wie er ist und das Leben an sich ehrt,
    und nicht erst, wenn der Mensch das Glück hatte, durch
    eine Akademie gegangen zu sein, um die hohe Wissenschaft
    zu lernen.

    Das Leben ist erstaunlich und sehr komplex und mit der
    Liebe und dem Wohlwollen – von allen – an alle – kann diese
    Welt funktionieren und zu einem Wohlfühlort für alle werden.

    Das erlaube ich mir anzudenken.

    1. @ Gigi

      Danke wiederum!
      An einen Wohlfühlort für alle glaube ich indes nicht.
      Ich halte einen solchen nicht einmal für wünschenswert.

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