Vom dreihundertvierundreißigsten Strategeme

Es kann eine Lage auftreten, da man es mit so unerklärlichen Kräften zu tun bekommt, dass ein Weg ist, selber unerklärlich zu werden. Der ist sehr gefährlich. Er führt sehr wahrscheinlich zu hohen weiteren Verlusten. Vielleicht kann man aber, wo jede normale Vernunft und Logik immer wieder nichts half, so sein Leben retten.

Und wer sein Leben gerettet hat, selbst wenn sonst wenig übrig, der kann weiterhin denken und handeln.

Irgendwann findet er vielleicht raus, wer da was wie und wozu eigentlich wirkte. Oder noch immer wirkt. Er hat sich dafür einfach Zeit verschafft.

Ich rede jetzt nicht von einer Ausnahmesituation, wo vielleicht ein Bandit durch irrationales Verhalten zu überraschen, so dass man irgendwie davonkommt. Also um keine möglicherweise einmal taugliche Taktik, sondern eine längerfristige Strategie.

Leicht verliert man darüber Haus und Hof, Freunde und Familie. Es fangen endlich alle an, einen für gaga zu halten. Man kann ja kaum einem noch erzählen, was man erlebt hat. Dass man dadurch zu dem Entschluss gekommen, jetzt so vorzugehen, wie es scheinbar außerhalb jeder Ratio.

Wichtig ist, dass man nach allen unbeweisbaren oder auch beweisbaren, aber für üblich gehaltenen, nicht allzuverwunderlichen Angriffen und Anschlägen selber nicht gewalttätig wird, im Ganzen menschenfreundlich bleibt, ansonsten ganz normal, oder nur so verrückt, wie man schon immer war.

Allemal hilft es in solcher Lage, auch zur Erdung, dass man schöne Dinge schafft, sichtbar außerhalb dessen sinnvoll tätig bleibt. Das hilft einem in solcher Lage selbst, und es setzt Zeichen, die nicht dazu passen, man sei jetzt außer Rand und Band, verspiele jetzt noch seinen verbliebenen Rest, da man dem Tode schon gerne entgegenkomme, völlig verzweifelt, ganz haltlos.

Das Zweifel säen ist dabei mit die größte Kunst. Es mag Menschen geben, die merken, dass da etwas ganz anderes vor sich geht, als beim gemeinen Irren. Denen setze man fein dosiert Wegzeichen. Das kann das eigene Feld stärken. Nicht alle Menschen sind dumm. Manche sind in der Lage, sich selber, wenn auch erst nur heimlich, Gedanken darüber zu machen, was da geschieht.

Vielleicht wenden sich die auch nur ab, weil ihnen das zuviel wird. Aber so greifen wenigstens die nicht mehr an. Halten sich eher zurück. Selbst das schafft ein wenig Raum.

Gegen einen übermächtigen Feind, den man nicht ursächlich genau ausmachen, von dem man nicht einmal einschätzen kann, über welche unerklärlichen Kräfte er noch verfügen könnte, ist der Kampf, fast wissenslos, außer den eigenen Erfahrungen mit ihm, indem er sich hinter tausend Masken zu verstecken weiß, die Marionetten, die er losschickt, nicht einmal, könnte man sie denn befragen, mit einiger Wahrscheinlichkeit Hinweise auf ihn liefern könnten, waffenlos daher, wie es scheint, schier aussichtslos.

Nun, inzwischen kennt man immerhin Symptome, einige wenige Rückschlüsse lassen sich daraus ziehen. Auch auf seine Methodik. Er tritt nie selber offen auf. Er versteckt sich immer. Egal, wer einen gerade rein zufällig ins Krankenhaus prügelt oder sonstwelche Nettigkeiten anbringt.

Es hilft da nichts, zu erkennen, dass er immer schwache Charaktere dafür benutzt, wenig jedenfalls. Denn das tun auch Leute, die weit unterhalb der Ebene eines solchen Feindes agieren.

Erstmal überleben, so kann man weiterhin überlegen, wie dem beizukommen sei.

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