Demut? – Achtung vor dem Ganzen!

Vor ein paar Tagen fiel mal wieder das Wort „Demut“, die solle man haben, meinte der andere.

Bei dem war ich nun wirklich über diese Sichtweise überrascht, denn der ist kein Christ und ein von mir überaus geschätzter Freigeist.

Ich entgegnete, dass Demut nunmal das Gegenteil von Mut sei, und ohne den gehe ja außer Sklaverei so gut wie gar nichts im Leben. Demut vor wem oder was?

Er darauf, man müsse sich halt immer im klaren darüber sein, welch winziger Teil man vom Ganzen sei, wie wenig man nur bislang davon begriffen habe.

Ja, sicher, und sei es nicht ein wesentliches Ziel des Menschen, immer mehr davon zu verstehen, brauche es nicht genau dafür auch immer den Mut statt der Demut?

Ich weiß nicht mehr, wie sich die Sache dann genau drehte, doch bald waren wir uns darin einig, dass man anstatt von Demut eher von Respekt oder auch Achtung vor dem Ganzen sprechen solle.

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Verkommene schlechte kleine Lügner

Wie bei anderen Menschen auch – selbst besten Freunden und meinen Kindern – bin ich nicht in jeder Hinsicht derselben Meinung wie ein Götz Kubitschek.

Den jetzt aber öffentlich zum Freiwild zu erklären und einfach so eine Razzia bei ihm zu fordern (Mal als Anfang), wie jene Göring-Eckhardt das getan hat, veranlasst nun auch mich, das Wort zu erheben.

Inzwischen hat selbst CSU-Drehhofer angekündigt, auf die Anregung eines CDU-Tauber hin, zu prüfen, ob man „Rechten“ (das sind Leute, die den massenhaften Rechtsbruch der Bundesregierung seit 2015 als einen ansehen, Drehhofer sprach selbst davon, dass die Herrschaft des Rechts wiederhergestellt werden müsse, womit er sich ja gleich selber die Bürgerrechte entziehen müsste, mit gutem Beispiel voran Horstl!) nicht einfach die Bürgerrechte entziehen könne. Das alles aufgrund eines Mordes eines vorgeblichen Einzeltäters, der noch nicht verurteilt, das Motiv unklar, die ganze Sache stinkt allein wegen der Tatortreinigung (und zwar nicht durch den Verdächtigen!) vor Eintreffen der Polizei zum Himmel.

Man tut die ganze AfD mit in den Sack, dazu Millionen Wähler, letztlich jeden, der die unkontrollierte Masseneinwanderung nicht begrüßt.

Wer ruft hier dazu auf, den Rechtsstaat weiter auszuhebeln? – Die, die das handstreichartig schon getan haben, auf aller Leute Kosten. Die, die nach Morden und Vergewaltigungen durch „Migranten“, gewaltverherrlichende Konzerte gegen „Rechts“ (auch Journalisten insgesamt übrigens) bejubeln, bis hin zum Bundespräsidenten („Feine Sahne Fischfilet“).

Die drehen einfach alles um.

Aber nicht in meinem Kopf, nicht auf dieser Seite.

Die können sie mir in vorletzter Konsequenz ganz verbieten, dann meine Bürgerrechte wegnehmen.

Können sie das wirklich? Man wird sehen.

Was sind das für verkommene, schlechte, kleine Lügner.

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Cicero zur Tugend

Ich bin heute in Ciceros „De re publica“ (Vom Staat – zweisprachige Ausgabe von Reclam – Übersetzung von Michael von Albrecht – S. 11) auf die folgende Passage gestoßen: „Doch ist es nicht genug, Tugend zu besitzen, so wie man irgendeine Kunstfertigkeit besitzt, ohne sie auszuüben. Zwar kann man eine Kunst, auch wenn man sie nicht ausübt, rein wissensmäßig beherrschen; Tugend aber besteht überahupt nur darin, dass man sie übt.“

Ich hatte es hier schon einmal davon, aber manche Dinge müssen eben auch – oft in neuem Gewande – wiederholt werden.

Im Zuge der Infantilisierung der Gesellschaft scheinen immer mehr Leute dem Glauben aufzusitzen, irgendetwas nicht zu tun sei bereits von vorbildlicher Tugendhaftigkeit, selbst wenn damit keinerlei echte Anstrengung verbunden ist. So brüsten sich heute Leute, die ansonsten ausgemachte Mitläufer und Feiglinge (zur „virtus“ gehört auch die Tapferkeit) beispielsweise damit, keinen dicken Daimler zu fahren – oder überhaupt ein Auto – indem sie mitten in der Stadt leben, wo das keinerlei oder fast keine Einschränkungen mit sich bringt (oft haben sie auch einfach kein Geld dafür und blasen dann deshalb verlogen die Backen auf). Andere, die essen kein Fleisch, weil sie es nicht mögen, spielen sich deshalb als Weltenretter auf. Wiederum andere haben endlich mit dem Rauchen oder Trinken aufgehört, oder damit gar nicht erst angefangen, halten sich deshalb für Tugendbolde. Und wenn wir dabei schon sind: Ich kenne einen Mann etwa meines Alters, der lässt ganz gern mal ein paar Biere rein, ein sehr robuster Typ, ein As in seinem kunsthandwerklichen Beruf, kiffen aber tut er nicht. Er habe es probiert, aber nicht vertragen. Der käme nie im Leben auf die Idee, diese Nichthandlung als bemerkenswert tugendhaft vor sich herzutragen. Der verzieht auch keine Miene, wenn andere sich mal einen Joint gewähren.

Es ist auch keine Frau deswegen tugendhaft, weil sie nicht mit jedem Seppel herumbumst. Tut sie alles für ihre Kinder, ja, das ist tugendhaft.

Und wenn der Fleischlose einen großen Biogemüsegarten anlegt und Obst- und Nussbäume für die kommende Generation anpflanzt, ja, das ist tugendhaft. Und wenn einer selbst bei schweren Schmerzen nicht dauernd jammert und klagt und damit seine Schmerzen auf andere überträgt (das kann man zwar als eine Nichthandlung ansehen, die aber sehr fordernd sein kann, also doch eine Handlung darstellt), dann ist das tugendhaft. Unter Einsatz des eigenen Lebens andere retten, das ist tugendhaft. In der Wissenschaft oder Lehre oder Politik zum als richtig Erkannten stehen, selbst wenn es bis zur Verfehmung führt, das ist tugendhaft. Irgendwo ein bisschen mitdemonstrieren und herumbrüllen, im Sinne der verordneten Mehrheitsmeinung, sich dafür noch mit breiter Brust als Held fühlen, das ist nicht tugendhaft.

Cicero, um zum Ausgangspunkt zurückzukehren, tat alles für den Erhalt der Republik, unterlag schließlich (nachdem er sie vor Catilina unter ständiger Lebensgefahr noch retten hatte können) und wurde von den Schergen Marc Antons endlich widerstandslos (seinen Getreuen das Leben zu retten) ermordet , worauf man seinen Kopf und seine Hände öffentlich in Rom ausstellte.

Nun kann – schon von den Geistesgaben her – nicht jeder ein Cicero oder Konfuzius sein (dem ging es oft beinahe ans Leder, schließlich durfte er, Rückzug aus der Politik, bis zu seinem natürlichen Ende noch lehren), tun kann aber jeder, der irgendwie bei Verstand, etwas. Selbst der Dorfdepp kann brav mit der Karre Mist wegfahren, anstatt sich nur versorgen zu lassen.

Und all die, die meinen, Tugend werde ja ohnehin nur bestraft, man vergeude sich nur, diene man dem Staatswesen, hülfe also allen, mit denen geht Cicero aufs schärfste ins Gericht. Er geht so weit, dass er sagt, man verdanke dem Vaterland mehr als selbst dem eigenen Vater. Denn den wie alles sonst, was jetzt das Volk weiterhin nähre und schütze, hätte es ohne das Vaterland nie gegeben, damit auch einen selbst nicht.

Man komme mir dazu jetzt nicht mit Geschichten von den bösen imperialistischen Römern. Die Karthager waren genauso imperialistisch, und ich will nicht wissen, wie Europa heute aussähe, hätten die Rom niedergerungen. Die Kelten führten auch immerzu Krieg. Meine lieben Germanen ließen sich auch nicht immer nur bitten.

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Wald statt Moloch

Ich versuche mich noch einmal an eine Sache heranzutasten, die ich früher schon ansprach.

Ich fände es sinnvoll, beschulten Jugendlichen statt dieser blödsinnig teuren Londonfahrten, die in einer Woche – davon nur etwa fünf Tage dort, in Unterschichtsfamilien, bei erbärmlicher Verpflegung und quasi ohne Freiheit – leicht 500 Euro verschlingen, die zweiwöchige Waldalternative anzubieten, handylos.

Da bei einem derartigen Folterangebot Anreize gesetzt werden müssen, schlage ich vor, dass die Londongeilen vor den Sommerferien noch eine Woche zur Schule müssen, während die anderen schon im Wald sind. Zudem, da reichen 350 Euro bei bester Verpflegung auch für ein oder zwei Ausflüge nach Regensburg oder Würzburg, mit Freigang. Die gesparten 150 Euro gibt es als zusätzlichen Anreiz auf die Kralle.

Die im Wald können einfach herumtollen, es gibt Führungen mit dem Revierförster, abends Lagerfeuer, es gibt keine Zwangsschlafsackzeit, keiner muss irgendwas, außer ein wenig den Platz sauber halten und beim Kochen und Spülen helfen. Also etwa eine Stunde Zwangsarbeit am Tag. Die einen können jede Art Sport treiben und wandern, wer einfach nur herumliegen will und Bücher lesen oder tagträumen, der macht halt das.

Ich wäre sehr gespannt, wie viele da London wählten und wie viele den Wald.

Ich wäre auch jederzeit bereit, so eine Waldfreizeit zu leiten.

Natürlich könnten bei mir Interessierte viel „Survival“ lernen, und wer die Zeit nutzen wollte, sein Deutsch oder Englisch oder Latein oder so etwas aufzupolieren, das nächste Schuljahr kommt bestimmt, dem gäbe ich auch noch Nachhilfe. Zwei Wochen eine Stunde (oder gar eineinhalb) am Tag, das bringt mächtig was, wenn es richtig gemacht wird.

Trommeln kann man da, singen und tanzen, Gitarre spielen, eine Holzhütte bauen, und vieles mehr…

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Und es wird wieder nichts

Vorhin kam ich, so richtig unchristlich heimlich sonntäglich noch ein wenig an meinem Holz gearbeitet habend, auf den Gedanken, wofern endlich hinreichend unerträglich neidisch auf die Erfolge anderer damit und dadurch angesteckt, welche richtig fette Lüge ich mir ausdenken könne, auch Anerkennung bis zur Heiligkeit zu gewinnen und vor allem natürlich masse Knete zu scheffeln.

Da ich vielleicht der einzige auf der Welt bin, den die Musels nicht nehmen werden, bei den Juden braucht es eine strenge Aufnahmeprüfung, die ich kaum bestünde, ich zum Christen wohl noch weniger tauge, mit all meinen sonntäglichen Hölzern und Runen, durchfuhr mich, wundersam, am Hauseingang die geniale Idee alswie ein Blitz.

Mich einfach zum Buddhisten erklären! (Mein Fleisch könnte ich ja heimlich essen, und gegen Krieg bin ich sowieso.)

Ein paar neue Mantras erfinden (dumm rausschwätzen kann ich bekanntlich, kaum einer wagt das zu bestreiten), Mandalas ausmalen kann jeder, dazu ein bisschen Handauflegen (merkt eh keiner, wenn es nichts bringt), dazu ein paar wolkige Prophezeiungen, beim Labern immer Säuseln, in der Öffentlichkeit immer Tee statt Wein (ja, ein bisschen was wäre schon zu opfern), dabei ein wenig Halbschwulerei, klar kein Interesse mehr selbst an den vortrefflichsten Frauen, Seminare zu meiner Läuterungsphase, und der Rubel rollt.

Allein, so souverän das wäre, ich traue mir beim Lügen, selbst zu meinem Guten (was liegt am Rest?), selber nicht so recht.

Das liegt an einem Kindheitstrauma. Schwer verletzt im Krankenhaus, zwang man mich zum Lügen. Nämlich, dass ich jetzt eingesehen hätte, dass gut und gerecht für mich gewesen sei und gar nicht so stattgefunden habe, wie es stattgefunden hatte und gar nicht gut für mich gewesen war. Das war ein Mordsstress obendrein. Ich musste vor lauter Erwachsenen, die mich schwer im Verdacht hatten (die hielten mich für intelligent genug dafür, hinreichend tapfer auch), so satt rauslügen, dass ich das nicht mehr aus der Kutte kriege.

Es wird also auch mit dem schwerreichen Buddhisten nichts.

Achja, es kam etwa um diese Zeit dazu, dass ich Erwachsene überhörte, die meinten, heutzutage sei jeder blöde, der keine Schulden habe. Das sah ich nun so gar nicht ein, beziehungsweise ich hinterfragte eine Gesellschaft, in der das gelte. Das verstünde ich nicht, dafür sei ich halt noch zu klein und dumm, das war die ganze Antwort. Da fragte ich mich dann, wie dumm die sein müssten, wer die so dummdreist angelogen habe, dass sie das glaubten. Allerdings merkte ich erst später so richtig, dass die größten Lügen die längsten Beine haben. Trotzdem: Diese Erwachsenen meinten, wie im Krankenhaus, säßen sie nur großen Lügen auf oder zwängen schon kleine Kinder dazu entlang ihres Willens mitzulügen, so wären sie auf der sicheren Seite. Der Sache traute ich schon damals nicht.

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Frank Stoner zur YouTube-Zensur

Dies Video von Frank Stoner zur YouTube-Zensur empfehle ich dringend. Allerdings meine ich nicht wie er, dass es den Zensoren an Vertrauen zu den Menschen mangelt. Das Gegenteil ist der Fall. Sie trauen vielen Menschen zu, selber zu denken. Und zwar auch und genau so, wie sie das nicht wollen. Deshalb soll es dafür kein Futter mehr geben.

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Kann ich noch schwurbeln?

Mir ward gestern sehr ausdrücklich Kritik zuteil, meine Texte auf diesem Blog seien (ich umreiße es jetzt grob) zu wenig mitnehmend, zu trocken, zu nüchtern. Sowas wollten die Leute nicht.

Diese Kritik kam von einer Person, die an meinem alten Blog (siehe hier die Kategorie „Altarchiv“ oder sonsten im Netz „unzensiert.zeitgeist-online.de“ – fast nur Schwurbelei dorten) regelmäßig kritisierte, ich schwurbele zuviel.

Nun denn, wie man es macht – äh, ich es mache – ist es verkehrt.

Aber: In der Tat werde ich auch mal wieder mehr schwurbeln. Es wenigstens versuchen. Ich weiß ja gar nicht sicher, ob ich das überhaupt noch kann. Man wird älter und verlernt manches. Das Wiedermehrschwurbeln gelobte ich schon vor Monaten und habe das Gelöbnis wohl nicht hinreichend erfüllt. Asche auf mein Haupt. Jetzt hilft kein Geloben mehr, nur wirklich wieder mehr Schwurbeln.

Ach, hach, ich verteidigte meinen neuen „Stil“ noch damit, dass es der eleganten Publikumszieher ja schon einige gäbe. Nannte auch Namen.  Immerhin eines knappen Knappens bedürfe es dann doch dazu. Noch andere Gründe für meine bewusst angesetzte, wenn auch erbärmliche neue Unschwurbelei nannte ich. Das allzuzweifel zog natürlich gar nicht. Ich bliebe schlicht unter meinen Möglichkeiten, sei stur, verengt, klein und verstockt.

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