New York Times (New Borg Times) vorbildlich: Keine politischen Karikaturen mehr (II)

Man kann den Schritt der New York Times, keine politischen Karikaturen mehr zu veröffentlichen, so aberwitzig das zunächst klingen mag, als einen sicherlich nicht einkalkulierten Teilsieg der bösen (alten) weißen nichtlinken Heteromänner ansehen.

Nicht nur nämlich sollte nicht übersehen werden, dass in der Karikatur, die Stein des Anstoßes (wie weiß und alt und hetero und nichtlinks und böse Netanjahu, das lasse ich dahingestellt), Donald Trump, d e r zu hassende Prototyp des rassistischen, alten weißen Hetero-Übermachtmannes, abgebildet war.

Also auch keine Trump-Karikaturen mehr. Denn jede Trump-Karikatur ist zwangsläufig eine politische. (In dem Zusammenhang muss ich noch einmal betonen, dass mir unter anderem Trumps Politik gegenüber dem Iran keineswegs gefällt.)

Das ist nun wirklich, mit Verlaub, scheiße.

Man gebe mal Trump Karikaturen in die Suchmaschine ein. Mindestens von der New York Times – kippt sie nicht – werden wir weitere von derlei Köstlichkeiten nicht mehr sehen dürfen. Wie zum Beispiel – das war allerdings von einem Felix Schaad von der Aargauer Zeitung, dafür mit Preis bekränzt – Trump erst einer Frau von hinten in den Schritt fasst, daraufhin ein schwarzer Arm mit Aufschrift Putin ihn soherum (oder durch den Anus, es ist nicht ganz klar) an den Eiern packt.

Bei Trump geht oder ging – oder bald auch nicht nur bei der Vorreiterin NYT geht nicht mehr – schließlich alles, was bei Hillary Clinton im Vergleich kaum denkbar. Das wäre dann doch zu viel für die abgefackte alte Kriegshexe, die sich über die Pfählung Gaddafis so köstlich, als letztlich ihr Werk, amüsierte.

Die New Borg Times wird darüber, das dürfte ziemlich sicher sein, keinen einzigen neuen Abonnnenten finden. Auch keine andere Zeitung oder Publikation, die ihrem guten Beispiel folgt. Sie wird ihren Auflagenschwund und den ihrer Verbreitung im Netz dadurch auch nicht stoppen, eher im Gegenteil.

Vielleicht hält ja immerhin die brave eidgenössische Aargauer Zeitung durch.

Immerhin: Ich sehe an diesem Zensurzirkus mal wieder einen Teil, der zum Lachen.

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