Endlich die Lösung: Unis einfach abschaffen

Unter den Angelsachsen wird jetzt im Ernst darüber diskutiert, ob die Universitäten nicht abzuschaffen seien, weil man dort, außer vielleicht in den Ingenieurswissenschaften, in Medizin und Jura außer Linkssein nichts mehr lernt. Alternativ denkt man an, Universitäten aufzubauen, wo auch Nichtlinke ihren Platz fänden.

Ein Befürworter des Abschaffungsgedankens, der freie US-Jounalist Tim Pool, sonst kein Blöder, der nie an einer Uni war, begründet das zusätzlich damit, dass man heute ja alle Info im Netz finde, wozu also die teuren, sinnlosen Veranstaltungen? (Er hatte schon mit neun einen Computer, ihm wurde das richtige Suchen schlicht im Elternhaus beigebracht.)

Nun hätte ich wahrlich nichts dagegen, sägte man die gefühlten drei Milliarden Lehrstühle für „Gender Studies“ in Deutschland ab. Das täte dem Klima zweifellos gut.

Ansonsten aber zeigt das einerseits eine gewisse Verzweiflung ob der Zustände an (nicht nur) vielen angelsächsischen Universitäten, wo beispielsweise in Biologie (also der wissenschaftlichen Biologie) kaum noch richtig gelehrt werden kann, da LGBT-Ideologie und der epische Kampf antirassistischer Rassisten das unmöglich machen. Andererseits frage ich mich, ob einer wie Tim Pool irgendetwas gelernt hat, das zu mehr taugt, als den Schwachsinn solch verbohrter Aktivisten als solchen zu erkennen. Das kann nämlich jede ungelernte Putzfrau.

Nun ist zu fragen, wie es so weit kommen konnte, dass Extremisten, die überall jenseits ihrer eigenen Reihen nur „Nazis“, „Racists“, „White Supremacists“ , „Male Suppressors“ und „Climate Change Deniers“ verorten, in solcher Weise die Herrschaft übernehmen konnten.

Die Antwort ist meines Erachtens einfach: Über neunzig Prozent der westlichen Medien befördern diese Agenda mehr oder weniger offen, stellen sich wenigstens nicht dagegen, und schon an den regulären Schulen traut sich kaum noch ein Lehrer, da nicht mitzumachen. Mobbing und Jobverlust ist alles, was er dafür zu erwarten hat, Schmutzkampagnen und Rufmord im Netz inklusive. Man hat diese Generation der sich immer unterdrückt fühlenden Unterdrücker, für die die Universitäten lediglich Kampfstätten zur Ausräucherung alles Bösen, systematisch herangezüchtet.

Als ich in den Achtzigern in Würzburg und Salamanca Biologie und hernach Sprach- und Literaturwissenschaft studieren durfte, kam der Schwachsinn gerade in Fahrt, war aber noch nicht übermächtig, lediglich in einem Proseminar für englische Literaturwissenschaft kam ich an einer jungen blonden deutschen Dozentin nicht vorbei (mit Zungenbeißen und Mühe bekam ich den Schein), die mich Doris Lessings „The Golden Notebook“ ganz gelesen zu haben vorzugeben zwang, sehr hübsch die feministische Inquisitorin, aber schon mit verzogenem Mund, wann immer ihr was nicht passte, ich will nicht wissen, wie sie zehn oder zwanzig Jahre später aussah. Ansonsten waren wir noch sehr frei, ich hatte einige hervorragende Professoren und sehr lustige Kommilitoninnen.

Ja, klar kannte man als Anglistik-Student das Wort „Gender“, als ganz normales Wort ohne jede Sprengkraft. Jeder wusste natürlich, dass es nicht nur Schule, sondern auch Schwule und Lesben gibt und Bisexuelle und Zwitter und Leute, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hatten. Wir wussten, dass es Kinderschänder gibt, Sadomasochisten, Kotfresser, Pissesäufer undsoweiter. Den akademischen Diskurs bestimmten derlei Dinge aber nicht.

Wir hatten den Räuber Hotzenplotz ebenso unzensiert gelesen wie die Pippi Langstrumpf, so, wie wir jetzt Shakespeare im Original lasen, niemand regte sich über „Frailty, thy name is woman“ auf, hing daran dessen ganzes Werk auf.

Allerdings erinnere ich mich auch an ein einwöchiges Seminar in Stratford (privat gebucht), wo wir vier Stücke sahen, die hernach diskutiert wurden, mit je einem Hauptdarsteller am anderen Morgen. Und da war Macbeth dabei, im Stück wurde der schottische König von einem Schwarzen gegeben, sein Sohn auch, was mich doch ganz unschuldig irritiert hatte.

Ich erfuhr dann, dass man Othello schon so inszeniert hatte, hurray, dass alle Darsteller schwarz waren, nur Othello weiß. Einiges hatte also schon an Fahrt aufgenommen. Und es gab auch schon einen Germanistikprofessor, weltweit anerkannte Koryphäe der Altgermanistik, den manche Studenten den „Naziprofessor“ nannten, einen Frauenfeind undsoweiter. Dabei unterrichtete der meine spätere Frau ein Semester lang privatissime, nur auf ihre Fürsprache hin ließ er mich, mit einer handvoll anderer, in sein Hauptseminar, allda er mir erst einmal eine gandenlose Hausaufgabe aufbrummte, vergleichende Phonetik von Gotisch bis Altisländisch, mit dem unmissverständlichen Hinweis, dass ich das Seminar zu verlassen hätte, gefiele ihm mein Vortrag nicht. „Nazi“ oder „Frauenfeind“ bestand bei ihm lediglich darin, dass er fachlich viel verlangte. Achja, einer seiner Lieblingssprüche war: „Glauben können Sie in der Kirche, hier wird gewusst.“

Genug dieser Rückblende.

Wer jetzt noch nicht eingeschlafen ist, der ziehe sich nach Lust auch noch Tim Pool rein:

Bisher ein Kommentar

Eine Antwort auf „Endlich die Lösung: Unis einfach abschaffen“

  1. @ Magnus

    ich denke, wer noch so gelernt hat wie Du, der kann doppelt stolz
    sein auf seine Leistung und seinen Doktor, oder Magister oder
    Lehrstuhl oder einiges, was ich gar nicht weiß. Mich stört an Deinem
    Artikel eigentlich nur der Hinweis auf die Putzfrau. Ich denke nicht,
    dass eine Putzfrau sich mit Unis befasst einerseits, und hätte die
    Putzfrau die Gelegenheit gehabt, an die Uni zu gehen, dann müsste
    sie jetzt nicht putzen. Eine Uni ohne Putzfrau wäre ein unangenehmer
    Ort, unhygienisch und voller „modder“. Ich denke einfach, Putzfrauen
    sollten geschätzte Mitglieder der Gesellschaft sein, weil sie machen
    Arbeit, die sonst niemand machen will, und das deshalb, weil sie nicht
    gefördert wurden und niemand es für wichtig hielt, sie anzuhalten
    und zu begeistern für die Wissenschaften.

    Meine Wenigkeit ist auch so eine „Typin“, die nichts gelernt hat, und
    das bedauerte ich sehr, je älter ich wurde. Weil da gerade in Deinen
    Erzählungen sehr viel Interessantes ist. Gut, die Unis sollen nicht
    abgeschafft werden, doch es gehen dort einige hin, die gar nicht
    schätzen, dass sie lernen dürfen und dann können sie ihre Hände
    nicht mehr gebrauchen für kräftige Arbeiten – nicht Du, Magnus! –
    und es soll Studierte geben, die können kaum eine brauchbare
    praktische Entscheidung treffen.

    Da läuft etwas schief, ziemlich schief und ich will eigentlich nicht
    wissen, wie das heute abgeht an der Uni, weil ein Student erzählte
    mir seinerzeit, dass sich sein Lehrplan so toll liest, doch die Professoren
    die redeten irgendetwas und dann sagen sie: „Lesen Sie dieses,
    jenes und noch ein Buch, guten Tag.“

    Wenn mich jemand fragen würde, wie das an den Unis gemacht
    werden sollte, dann würde ich das reformieren, im Sinne von
    Effektivität, nicht im Sinne einer Ideologie, sondern von Wissen.
    Das war ein toller Spruch: „Glauben können Sie in der Kirche, hier
    wird gewusst.“

    Jetzt ahne ich, warum meine Mutter so vehement dagegen war,
    dass ich aus dem Haus ginge und etwas anständiges lerne. Weil
    sie ging so oft sie konnte in die Kirche, und trotz der Sperren, die
    sie mir an jeder Ecke auferlegte, beschwerte sie sich bei mir:
    „Du bist zu gescheit!“ Was so viel hieß wie: Wer gescheit ist,
    ist zu doof zum Leben!

    Letztendlich fühle ich mich nun für mich selbst verantwortlich –
    Bildung hin oder her – und ich frage mich jeden Tag, wie ich diesen
    so glücklich wie möglich gestalten kann. Für mich. Putzfrau hin
    oder her, Uni hin oder her.

    Die Universitäten sollen wieder reine Bildungsanstalten werden,
    ohne Ideologie, weil je freier ein junger Mensch in allen Bereichen
    aufwächst, desto klüger und wohlwollender, glücklicher ist sein Leben.
    Das ist meine Ansicht über die Jugend. Gebt der Jugend ihre Unschuld
    zurück und die Menschheit wird sich zu Göttern entwickeln.

    (Im Bewusstsein, dass die Putzfrau die wohl wichtigste Funktion
    an der Uni hat, weil ein übelriechendes Klo kann das Leben ordentlich
    versauen! Studenten könnten wohl diese Arbeit übernehmen, so
    interims-mäßig, „wer ist heute dran zum Putzen?“ – doch da fließt
    wohl noch viel Wasser den Rhein hinunter, bis so weit gedacht wird!
    Professoren machen keinen Putzdienst, klar. Wenigstens nicht die
    guten! Könnte gesagt werden, dass dies ein Gedanke ist, der gar
    nicht angedacht werden dürfte? Nicht mal im Traum? Ich trau mich.
    Ohne respektlos zu sein. Wer schon mal für Andere geputzt hat, der
    darf auch Gedankenspiele über Putzen machen, so frei bin ich!)

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