Strache-Affäre: Bond hilf!

Und was, wenn Strache sich hereinlegen lassen musste?

War er gar der Drahtzieher der ganzen Sache?

Gut, gehen wir mal weiterhin davon aus, dass Strache so blöde war, sich mit Maybach und Fünfsternelady mit erlogenem Oligarchenonkel im bösen Russland so weit hereinlegen zu lassen, wie jetzt nach und nach herauskommt, unter umfässlicher Anbahnung durch allerlei zwielichtige Gestalten, sechs Kameras, die ganze beschriebene Übergabe an unsere Lieben von der SZ, die Gerüchte davor in Wien, Böhmermann dazu, so müssen wir wenigstens nicht einmal mehr einen Bond angucken, es knallt zwar noch nicht so viel, aber wenigstens an Glamour und Lüge und Machtspiel fehlt es nicht.

Wien, die Lady fährt mit Chauffeur und Leibwächtern zum Dinner im Maybach vor. Heißt es. Undsoweiter, bis nach Ibiza.

Der engste Vertraute hat Strache dahin eingefädelt, seine Frau dabei, Strache zweifelt, seine rechte Hand, auch in Russland gewesen, Russisch sprechend, redet ihm Hemmungen aus, die geheimnisvolle Schöne war natürlich eine Profi, Gusenus und Strache so saudumm.

Hat da wirklich ein schmieriger Wiener Anwalt mit einem Spezi aus München eine so große Sache auf die Beine gestellt, ohne Deckung, bei dem Aufwand, mal um einen Vizekanzler herumtänzelnd, auch noch den Namen eines russischen Milliardärs nutzend, der gar keine Nichte hat?

Und der Gusenus und der Strache, die hätten nicht einmal je danach geschaut, ob der überhaupt eine hat? Bei der Wallung?

Hier stimmt doch hinten und vorne nichts.

Nachtrag

Ginge es hier nicht um ein echtes großes Bubenstück, eher noch eine filmreife Politkomödie als einen Bond, bei dem es schon viel mehr geknallt hätte – nun, wir wissen nicht, wer schon in der blauen Donau versenkt oder im Mittelmeer – , so könnte die, schaue ich mir die bisherigen Mitspieler an, durchaus meinen cineastischen Gefallen finden.

Ja, als Lustspiel mit viel Glamour und Intrige und etwas Sex, ein Politiker und Journalist am Ende trotteliger als der andere, was zwangsläufig zu einem Regierungssturz im Operettenwien führen muss, und am Schluss säuft ein russischer Mietagent der SPÖ, als Mitglied getarnt, den FPÖ-Meister unter den Tisch, und der werdende ÖVP-Kanzler gießt dem Niederlägigen dazu noch eine Halbe über den Rüsel: „Do hommas!“

Jedenfalls wäre in meiner Verfilmung die Strache-Enthüllung, mit Rückblenden natürlich, erst der Auftakt. Den brächte ich nach ein paar Minuten, man will ja schon ein paar Charaktere zeichnen, das normale Wien sozusagen, dann die Enthüllung mit Rückblenden, und ab etwa zwei Dritteln des Kassenschlagers dann wie es ausgeht, nämlich mit Absetzung der deutschen Bundesregierung aufgrund derart stümperhaften Eingreifens in die inneren Angelegenheiten eines Nachbarlandes und Verbündeten, dass man von Fidschi bis nach Norilsk schon so laut darüber lacht, dass selbst der brave Deutsche, am Schluss kommt er in Kunstfellen, Bären findet er ja nicht in Berlin, dieser ein Ende setzt.

Das Filmchen dürfte allerdings einige Millionen Dollar kosten, bei dem, was benötigt, will man es hinreichend opulent ausstatten.

Hätte ich gerade ein kleines, feines Theater an der Hand, mit einigen guten Mimen, so wäre ich schon am Überlegen, ein Stückchen zu schreiben.

Nachtrag II

Sellners Theorie zum Gesamtablauf teile ich zwar nicht so ganz, gleichwohl findet er auch bis zum Spaße an diesem Realtheater:

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