Ich leugne für mein Leben gern (II)

Wie viel von aller Wissenschaft und Entdeckung, auch der Kunst, hat seinen Ursprung im Leugnen?

Ich leugne, dass sich die Sonne um die Erde dreht.

Ich leugne, dass die Newtonsche Physik alles erkläre.

Ich leugne, dass Neandertaler samt Denisovaren genetisch ausgestorben seien.

Ich leugne, es gebe keine Epigenetik.

Ich leugne, dass ab einem gewissen Alter keine neuen Gehirnzellen mehr entstehen könnten.

Ich leugne, dass es keine gewichtigen Menschenrassenunterschiede gebe, indem die Pharmaindustrie dieser Leugnung seit Jahrzehnten, unbehelligt darob, folgt. Auch amerikanische Universitäten, die allerdings leugnen gezielt gegen Asiaten und Weiße.

Ich leugne, dass das Waldsterben in Deutschland großflächig stattgefunden habe.

Ich leugne den Klimakrampf schon deshalb, weil man da wider den Klimawandel spricht, der als solcher immer stattfindet und nicht irgend sinnig zu „bekämpfen“ ist.

Ich leugne auch, dass mit der Lichtgeschwindigkeit alles gegessen sei. Nicht nur theoretische Wägungen brachten mich dazu. Es gibt entsprechende Experimente. Da bleibt mir nichts anderes, als wiederum zu leugnen.

Welche neue Erkenntnis gibt es denn ohne die Voraussetzung des Leugnens?

Der Schamane nimmt einen Stecken aus dem Kotkessel, reckt ihn einem entgegen und sagt: „Du stirbst bald!“ – Wäre es da mal nicht klug, die Allkompetenz dieses Mannes zu leugnen?

Und die Kräuterhex‘, die sagt: „Das ist ein ganz schlimmes Kraut, nie sollst du das anrühren!“ – Und nachher findet man raus, dass es der Stechapfel war, merkt, nach einem Granatenrausch, wie die Alte immer wieder Leute gezielt damit vergiftet.

Nur alles Leugnen hilft natürlich nichts. Das ist nämlich Nihilismus.

Gleichwohl: Jeder denke mal darüber nach, wie der Begriff heute besatzt.

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