Asterix und der Klimawandel

Irgendwie sind wir mit dieser ganzen Klimakacke ja nicht nur bei biblischen Weltuntergängen, sondern auch bei Asterix und Obelix.

Deren Häuptling nämlich, der Majestix, der fürchtet nichts, außer dass ihm der Himmel auf den Kopf fallen könne.

Der war also, bei allem Wildschweingemampfe, bald kommt bestimmt ein veganer Asterix heraus, vor zweitausend Jahren schon auf dem mentalen Stand, beinahe, einer Greta Thunberg, nicht ganz, denn es war ja nur das einzige, was er fürchtete, aber nicht unbedingt für gleich. Zudem dachte er nicht daran, dass die Gallier oder selbst die Römer daran schuld seien, geschähe dies eines Tages. Jedenfalls bringt mein Gedächtnis keinen Hinweis darauf zutage.

Und dieser Majestix, der hat auch kaum etwas anderes zu fürchten. Selber zieht er nie in die Schlacht, an seinem Ranzen sieht man, dass er es, wenn nicht mit seiner Frau Gutemine, eher mit Cervisia und Wildsaukeulen hält, als mit Klimaaskese. Und eigentlich meint er damit nur, dass auch einer wie er gegen den Zorn der Götter letztlich machtlos sei.

Vielleicht kommt bald auch ein Asterix raus, in dem Miraculix vergeblich gegen das totale Ausdörren des Dorfes am Atlantik anzaubert. Indem Cäsars Truppen auch bereits am Verdursten, vom Mont Ventoux bis an die Rheingrenze, kommt es zum Großen Klimapakt. Römische Ressourcen verbinden sich mit keltischer Magie. Kein Katapult wird mehr gebaut, ohne dass hinreichend neue Eichen angepflanzt. Der Gallier lässt die Wildschweine in Ruhe und frisst ab jetzt Brei wie jeder römische Legionär. Aus Bioweizen. Zum Glück gibt es noch gar keinen anderen.

Und siehe da, schon bald ändert der Atlantik seinen Sinn. Das Dorf hat wieder Regen, die Reben am Mont Ventoux sind gerettet, die Legionen haben wieder zu trinken, der Getreidepreis in Rom ist wieder dort, wo er hingehört.

Die Gallier, pfiffig wie sie sind, haben derweil mit den Römern ausgehandelt, dass all die landschaftsverschandelnden Aquädukte wieder abzubauen seien, sobald Miraculixens Zauber mit deren Hilfe greifen.

Inzwischen aber wird Cäsar ermordet, und die Römer, misstrauisch, sich fragend, ob das weitsichtig sei, werden vertragsbrüchig. Die Wasserleitungen bleiben.

Im Dorfe ärgert man sich gewaltig über die Römer, denen nie zu trauen, ist aber froh, dass man nicht nur stinkende Fische aus einem Meer essen muss, das es kaum noch gibt.

Das Mischvolk aus den beiden, das sind die heutigen Franzosen, die nicht aus Afrika oder Armenien oder Judäa stammen.

Bisher 3 Kommentare

3 Antworten auf „Asterix und der Klimawandel“

  1. @ Magnus

    den beiden Schöpfern von Asterix und Obelix wurde erlaubt eine
    Fortsetzungsgeschichte als Comic-Strip in die Welt zu setzen,
    w e i l dort die Gallier verrissen und dumm dargestellt wurden.

    Ein echter Gallier hatte keine Angst, dass ihm der Himmel auf
    den Kopf fallen könnte. Gallier waren Kelten und haben im Einklang
    mit der Natur gelebt, wussten um den Segen der Schöpfung und
    hielten Maß in allen Dingen. Uderzo und Goscinny nahmen ihre
    in Phlegma über sie ergangene Schulbildung und machten zusammen
    mit ihrer Langeweile daraus Asterix und Obelix.

    Weil diese Machwerke Dekadenz beschreiben und billige Unterhaltung sind,
    oberndrauf die Gallier verreißt, deshalb wurden Asterix und Obelix so
    berühmt und gern gelesen. Zuletzt natürlich auch, weil diese Stehauf-
    Männchen eigentlich immer gewannen. Die ganze Geschichte ist ein Hohn
    an die Gallier, einem naturnahen Volk, doch bei weitem nicht die einzigen
    Vorfahren der jetzigen Franzosen!

    Dass Gallier Schweine aßen bezweifle ich, weil der Eber eines ihrer
    Symbole der Kraft und Gesundheit war. Die Göttin ritt auf einem Eber.

    Kelten kannten Druiden, Älteste und Anführer ihrer Sippen,
    doch sie brauchten weder Polizei noch Politik. Weil das natürliche
    Leben in der Sippe keinerlei Neurosen und kriminelle Adern in
    den Menschen erzeugt. Leider ist „Asterix und Obelix“ Teil einer
    Geschichtstäuschung geworden, so, als wären alle unsere Vorfahren
    Vollidioten gewesen, die befürchteten, der Himmel könnte ihnen
    auf den Kopf fallen!

    Die Römer hatten 1000 Jahre Zeit, bis nach Irland zu kommen. Sie
    bauten Brücken und hinterließen schmerzhafte Wüsten unter den
    Naturvölkern. In der Jetztzeit kommen diese Traumata verstärkt
    zum Vorschein und verwirren die Inhaber dieser.

    1. @ Gigi

      Du hast eine sehr romantische Vorstellung von den Kelten: und natürlich ist davon auszugehen, dass sie wilde wie domestizierte Schweine aßen. Sie fielen schon vor Cäsar regelmäßig übereinander her, was der sich per Bundesgenossen auch weidlich zunutze machte. Die Helvetier, ebenfalls Kelten, fielen nicht mit Blumenkränzen im Gallien jenseits des Jura ein, Cäsar beorderte sie in die heutige Nordschweiz zurück.
      Vercingetorix, am Ende der Hauptwidersacher Cäsars, der betrieb eine Politik der verbrannten Erde, Cäsars Truppen die Getreideversorgung zu nehmen. Cäsar aber schaffte Getreide aus anderen Gegenden bei, und am Ende hatten Vercingetorix und seine Leute in Alesia nichts mehr zu essen.
      Das Druidenwesen ist auch in diesem Zusammenhang sehr kritisch zu betrachten. Privilegierte machten ihre Söhne zu Mitgieldern der Druidenkaste, so mussten sie keinen Kriegsdienst leisten und waren weitgehend abgabenbefreit. Ständig gab es eifersüchtige Ränke zwischen den Fürsten. Derweil war auch die medizinische Versorgung der Legionen hochprofessionell und im besten Sinne modern, man hatte Feldscher und Truppenärzte, die mit besten, sauberen Bestecken arbeiteten und peinlicher Hygiene. Was die Druiden dagegen zu reißen wussten, ich weiß es nicht.
      Und reichlich leichtgläubig waren die Gallier wohl auch sonst, Cäsar ließ in deren Städten von fahrenden Händlern jede hanebüchene Geschichte erzählen, auf dass sie sich in Windeseile verbreite.
      Aber, selbstverständlich, Asterix und Obelix, das rührt aus dem Niederlagetrauma von damals her.
      Nachtrag
      Cäsar berichtet übrigens, dass er die gemäßigte Religiosität der Germanen verglichen mit jener der Gallier mit Missfallen sah, denn sie verlören nicht so viel Zeit damit, während er es als entscheidende Schwäche der Gallier ansah, viel zu viel herumzuritualisieren und beten und hoffen, sich damit ihre Schlagkraft untergrabend.
      Die Germanen hätten nur einige wenige recht gut sortierte Götter, sonst blieben sie leider bei Verstand, hätten eben keine so ausgeprägte lähmende Priesterkaste, während die Gallier viel leichter zu verwirren seien.
      Und: Cäsar legte die Dinge naturlich so gut als möglich für sich zurecht, hatte aber in Rom derart viele Feinde, war ja nur auf Abruf Feldherr, schon angeklagt dort, dass er sich es nicht leisten konnte, lauter glatte Falschdarstellungen abzuliefern, denn seine Feinde in Rom hatten mit Sicherheit ihre Quellen.
      Lies unter diesem Blickwinkel mal den Gallischen Krieg und überlege, wie weitgehend Cäsar alles zusammenlügen konnte.
      Auch müssen sie oft etwas hochmütig, heißblütig und schnell überoptimistisch gewesen sein. Er beschreibt eine Stadtbelagerung, die Stadt ist gut befestigt, hat eine gute Quelle, die Getreidespeicher sind voll. Auf diese Stadt hat Cäsar es besonders abgesehen, weil sie vertragsbrüchig wurde und ihn nun auslacht.
      So kommt er und kesselt sie ein. (Ich weiß, dass Du das alles vielleicht für durch und durch verlogen halten wirst, ich aber nicht. Die Geschichte ist gut nachvollziehbar. Tausende Legionäre waren dort. Wie es auch sei, lies mal weiter.) Die Gallier stellen sich auf die Befestigungen und lachen die kleinen Römer als Zwerge aus. (Die Gallier waren im Schnitt erheblich größer als die Römer.) Daraufhin fangen die Römer mit zusätzlichem Eifer aber sonst ganz cool an, binnen zwei Tagen schon Laufgänge und Belagerungstürme zu zimmern, dass der Spott von den Zinnen schon deutlich nachlässt. Nach zwei Wochen ist der Zugang zur Quelle abgeschnitten, und der Durst wirkt so schnell, wie er das eben kann.
      Ich will hier keineswegs einem Imperialismus das Wort reden, aber klarstellen, dass die Gallier auch nicht nur liebenswerte Hühnerzüchter mit Hang zum Wein waren, nur zwischen ihren Blumen herumtollen wollten. Hätten sie ihre Kräfte halbwegs verlässlich vereint, Cäsar wäre auch mit sieben Legionen am Ende nicht durchgekommen.
      Das war kein Volk, oder vielmehr, das waren keine Stämme, die im heutigen Frankreich nur friedlich Reinkarnationstraining spielen wollten, die waren schon ohne Cäsar regelmäßig übereinander hergefallen.
      Die Römer waren lediglich am Ende doch professioneller, besser organisiert, gegen die Karthager, die sie nur zu gerne vernichtet hätten, nach zig Jahren Krieg endlich Sieger, was sie zur – außer von Piraten – eindeutigen Vormacht im Mittelmeerraum erhob.
      Die Römer waren nicht einfach die Bösen und die anderen, hier die Kelten, die Lieben.

  2. @ Magnus

    Wow. Danke, ich lasse mir gerne was sagen. Ja, Du scheinst recht zu haben,
    allzugern sähe ich diese Situation verklärt, so wie es meine karge Bildung
    eben zulässt. Dass so viel Unterschied zwischen Galliern und Germanen
    zu sein scheint, hätte ich nicht für möglich gehalten. Du hättest nicht so
    allzu vorsichtig antworten müssen, weil ich lasse Dir hier mit Deiner aus-
    gezeichneten Bildung den Vorrang.

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