Kalifornische Netz… (II)

Ich will dem Vorbeitrag noch hinzufügen, dass ich keine Angst im Daseinssinne davor habe, man könne mir diese Seite abschalten. In meinem Leben geschahen schon, grob gerechnet, mehr als nur 33 Zehnerpotenzen schlimmere Dinge.

Es könnte aber einfach gemacht werden, und ich wäre für alle da draußen, die mich nicht in Vivo erleben dürfen beziehungsweise müssen, schlicht wie weg.

Jeder ginge davon aus, mindestens die allermeisten, ich hätte aufgegeben, wäre doch endlich zu arg vom Radl gefallen, Putin hätte mich endlich, wenn auch grundlos, abholen lassen ans Ostkap, was auch immer.

Wer erlaubte mir danach, unter irgendeinem Decknamen irgendwo noch etwas ins Netz zu stellen? Einer, der sich bis zum Teufel selbst riskieren wollte?

Ich wäre gewissermaßen einfach nicht mehr da.

Ich könnte noch im Spessart herumlatschen und vielleicht lokale Druckwerbung für Nachhilfe in Dreisatz und Präsens schalten, erkennte man nicht, wer der Kunde.

Ich könnte über die umliegenden Dörfer hausieren gehen, klingeln bei allen Leuten, ihnen zu erklären, dass ihre Kinder wie früher bei mir etwas lernen könnten, das nicht nur für die Schule taugt.

Ich könnte mir im Bus jedes nur mögliche Opfer suchen, bis dass man mich dort auch nicht mehr mitfahren lässt.

Ich könnte in meiner Heimatstadt Stuttgart – Schwäbisch kann ich immerhin noch immer sehr gut – Penner anquatschen, um ihnen ein Personalentwicklungsgespräch anzusinnen, die Stunde 29 Cent für ein Bier vom Lidl.

Ich könnte, in Frankfurt auf der Zeil, mit Sicherheit vergeblich Fritz Wunderlichs Schubert hinterherzusingen trachten. Bis dass mir Schläge angeboten oder gleich verabreicht.

Ich könnte mir eine meiner Kongas übers Hirn schnallen, auf diesem Wege einen vermutlich sicheren Weg ins Irrenhaus angehen zu können.

Wird selbstverständlich alles nicht eintreten.

Schaltet man das hier ab, so werde ich mir Besseres einfallen lassen.

Wo die Not wächst, wächst das Rettende auch.

Sagte immerhin Hölderlin, und der war nicht der Dümmste.

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