10 Antworten auf „Vom Verzeihen“

  1. @ Magnus

    Dies ist eine philosophische Frage, die ich mir schon oft gestellt habe.

    Meine Beobachtung beruflich und privat sieht so aus: Leuten, die immer mal wieder Grenzen (z.B. des Anstandes, Taktes usw.) überschreiten, sieht man dies verhältnismässig eher oder leichter nach als Menschen, die man als im Umgang anständig, charakterfest, taktvoll usw. ansieht – das ist ganz sonderbar. Den verlässlichsten Eindruck von einem Menschen erhält man über eine längere Zeitspanne oder auf Reisen und im Streit.

    Ich schaue mir jeweils Grad und Ausmass der (mitunter vermeintlichen / persönlich gewichteten) Verfehlung an: Ist/war eine Aussage oder Tat in böser Absicht gemeint und was für Folgen zieht sie nach sich? Täglich tun wir Dinge oder sagen etwas, was als Verfehlung taxiert werden könnte – jeder Mensch. Durch Hitzköpfigkeit, Überreaktion, Fehleinschätzung, ja sogar Vergnügtheit und Schalk kann Porzellan zerschlagen werden, durch guten Willen je nachdem wieder gekittet werden.

    Ich glaube, es ist ebenso wichtig, sich selbst wie anderen verzeihen zu können. Sonst sind wir nur noch eine Gesellschaft nachtragender, abstrafender Vergraulter… Die einen schnappen wegen jeder Kleinigkeit ein und sinnen nach Rache, die andern ruhen diesbezüglich mehr in sich. Auf jeden Fall ist sowohl Anklage, Auseinandersetzung wie Verzeihen eine Angelegenheit der Beteiligten, nicht der Öffentlichkeit.

    Zu viel verzeihen kann man meines Erachtens nicht, nur zu wenig konsequent – bei wiederholter Ungebühr oder Grenzüberschreitung – die Konsequenzen ziehen.

    Buddha soll dazu gemeint haben:
    Niemals in der Welt hört Hass durch Hass auf.
    Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück.

    1. @ Kunterbunt

      Wieder ein wunderbarer Kommentar von Dir! Danke!
      Du weißt und kannst wirklich was. Werde noch so gut als mir möglich sachgerecht auf Deinen Kommentar eingehen. Bin nur gerade ein wenig indisponiert, das angemessen zu leisten.
      Einstweilen wie weiterhin meine besten Wünsche.

    2. @ Kunterbunt

      „Ich glaube, es ist ebenso wichtig, sich selbst wie anderen verzeihen zu können.“
      Ich sehe es genau so und meine, dass dies viel zu selten beachtet wird.
      Mir gefällt auch, was Du zu den Konsequenzen schriebst.
      Zu Buddha sage ich jetzt mal nichts, denn ich habe beschlossen, heute einen friedfertigen Abend hinzubringen, nachdem ich untertags schon ziemlich üble Tiraden mir ausgedacht hatte, die heute zur Selbsterleichterung und dem Vergnügen von Leuten, die es grob und deftig mögen, ungeachtet aller anderen, in einen Artikel zu packen.

  2. @ Magnus

    Buddha:
    Es ist müssig, „Figuren“ zu zitieren, die man gar nicht gekannt hat, deren Aussagen denkbar x-mal zurechtgebogen wurden oder von denen man gar nicht weiss, ob sie je gelebt haben.
    Wann bzw. warum tue ich es:
    a) um mich bequem hinter dieser „Figur“ zu verstecken;
    b) um imaginär nicht alleine mit einer Annahme, Behauptung, Anschauung, Einstellung dazustehen;
    c) um eine lange Geschichte kurz zu machen, denn ein prägnantes Zitat sagt manchmal mehr als 1000 Worte.
    Die gewählte „Figur“ ist meist zweitrangig, eine Lückenfüllerin, Untermalerin, entlehnte Mitstreiterin.

      1. @ Kunterbunt

        Nach all dem hier, indem Du mir gezeigt hast, schon eine beträchtliche Menge mindestens, von dem, was Du draufhast, halte ich es für angezeigt, dass nicht nur Du weißt, wer ich bin, sondern auch umgekehrt eine Kennung, ein Name da. Der muss nicht öffentlich werden. Ich selber wüsste jetzt aber auch gerne, wer da so gut schreibt. Telefon siehe Impressum. Willst Du Dich weiterhin bedeckt halten, na denn. Ein Mal gefragt.

        1. @ Immer noch derselbe

          Ja, des einfachen Verzeihens kann wohl auch zu viel stattfinden.
          Ich habe den Link, den Du eingestellt hast, nachdem ich die Hälfte des YT-Videos gesehen, gleichwohl nicht freigegeben und damit auch Deinen Kommentar.
          Es mag nämlich jener Satiriker mit seiner sehr neuen Rede rechtlich davonkommen, was beim heutigen Netzwirrsinn aber keineswegs heißt, dass ich ungeschoren bleibe, wenn ich Deinen Kommentar mit dem entsprechenden Link freigebe.
          Ich habe diese Absurdität nicht in die Welt gebracht. Ich bitte Dich also, dafür Verständnis aufzubringen und die Sache, die Du ansprachst, noch einmal so anzusetzen, dass ich sie freigeben kann. Siehe dazu auch meine Startseite.
          Du magst mich deshalb für einen Feigling halten und Dich angewidert und mit Verachtung abwenden. Daran kann ich momentan nichts ändern.

  3. @ Immer noch derselbe

    Keine Ahnung, was du Interessantes geschrieben hattest.

    Ergänzen möchte ich noch, dass sich meine Kommentare auf den sozialen Umgang bezogen hatten, nicht jedoch auf andere Bereiche wie etwa Politik und Wirtschaft.
    Diesbezüglich unterscheidet sich meine Meinung um eine Spur.

    Bis neulich bei MWG

  4. @ Magnus

    Für einen Feigling halte ich dich deswegen nicht. Deine Antwort zum Thema bekam ich, weshalb ich mich auch nicht angewidert und mit Verachtung abwende, sondern mich einfach nur wieder auf meine Spur begebe. Ob sich unsere Wege wieder einmal kreuzen, weiß nur das Schicksal.

    1. @ Immer noch derselbe

      Freut mich, dass Du mir den Vorgang nicht übel nimmst.
      So viel aber noch, bis sich unsere Wege wieder einmal kreuzen mögen: Das Schicksal weiß nichts.

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