Vom Schicksal (II)

Auch wenn ich das hier oder anderwo so oder ähnlich schon einmal gesagt habe: Sehr, sehr viele Leute rechnen sich alles, was gut geht, auf ihre eigene Begabung – Begabung kann man immerhin noch ein wenig mit Schicksal in Verbindung bringen – , ihren Fleiß, ihre Beharrlichkeit, Zielstrebigkeit, Tapferkeit, ihren Mut, ihre Menschenfreundlichkeit, ihre Großzügigkeit, ihr Verzeihenkönnen, ihre Hilfsbereitschaft, ihre Wahrhaftigkeit und noch mehr dergleichen.

Geht aber etwas ziemlich schief, so nennen sie es „Schicksal“ oder „Kismet“ oder „Fatum“ oder „Karma“ oder nehmen halt einen anderen Begriff, der in ihrer Sprache beziehungsweise ihrem kulturellen Umfeld dafür steht.

Bisher 12 Kommentare

12 Antworten auf „Vom Schicksal (II)“

  1. @ Magnus

    Mein erster Satz (unter Vom Schicksal) will ungefähr das aussagen, was du hier zuerst geschrieben hast.
    Mein zweiter Satz (unter Vom Schicksal) will ungefähr das aussagen, was du hier als zweites schreibst.

    Die, welche auf der ‚Wir-verdienen-was-wir-haben und Wir-verdienen-nicht-was-wir-nicht-haben – Schiene‘ sind, schauen auf diejenigen herab, welche ihrerseits nicht die ganze Wahrheit darin sehen. Und sie spalten dadurch die Menschen, ohne zu merken – was besonders tragisch ist – dass sie selbst zu einem grossen Teil phantastischen Verantwortungsabschiebern *) auf den Leim gekrochen sind. Als Ausgleich zu dieser Spaltung wird versichert,
    wir seien alle eins,
    wir hätten zu allem ja gesagt,
    alles folge göttlichen Gesetzen,
    alles noch so Verirrte würde unserer Seelenentwicklung dienen,
    die ganz Bösen seien eigentlich die ganz Lieben, wir würden das nur verkennen,
    dem nicht genug, sie seien ein Spiegel von uns, um uns selbst zu erkennen,
    unsere Seele würde sich durch Leid mehr entwickeln als durch simples menschengefälliges Leben,
    man müsse last but hugely not at least nur sein Herz öffnen…
    Ehrlich gesagt, habe ich auf diesem Planeten überall Menschen angetroffen, welche ein riesengrosses Herz hatten, denen das Herz wie ein sprudelnder Brunnen überlief, und die zum Teil nicht einmal lesen und schreiben konnten. Auch unterwegs und in öV mache ich solche Individuen aus, sie berühren mich jedes Mal sehr stark, mehr als jede schöne Theorie. Und ob sich gerade die Seele entwickeln muss, steht auf meiner Liste der offenen Fragen. Vielleicht müssen wir gar nix und die Seele sowieso nicht und man redet uns das alles nur ein.

    Natürlich folgt auf ‘jede Aktion, die eine Masse von irgendwas in die Welt schickt‘ eine energetische – physische und metaphysische – Reaktion, aber nie in dem Ausmass und Rahmen, wie dies unter moderner Esoterik **) verbreitet wird. Man kommt dem langsam auf die Spur. Die Dinge sind viel differenzierter und komplexer als uns gesagt wird, deshalb gängelt man uns ja. Hier sind noch ganz andere Gesetzmässigkeiten, d.h. Gesetzesüberschreitungen am Werk, als dass man jede Begegnung mit einer schwarzen Katze (ich liebe sie!) 1:1 uns anrechnen könnte. Je stereotyper solche Behauptungen daherkommen, und sie sind ja mittlerweile fast unerträglich stereotyp, desto scheuklappenmässiger die Übernahme von dritter Seite beabsichtigten Brainwashings. Wir Eso-Angehauchten fühlen uns wenigstens – falls meinungskonform! – untereinander etwas verbunden, stellen uns aber gleichzeitig über den Rest der Menschheit, wähnen uns etwas Besseres, Edleres, nur weil wir an zurechtgebogene Theorien glauben. Ich schätze den Wahrheitsgehalt hergebrachter esoterischer Indoktrination heutzutage auf weniger als 50% (Stichworte: Reinkarnation im Preis-/Leistungsverhältnis, Schicksal, freier Wille, hinter den Kulissen Gebrautes und dergleichen), vergleichbar mit dem Wahrheitsgehalt kostenpflichtiger Medien – der Rest ist trickreiche Abschiebung von Verantwortung durch wenig Dienstbare an uns Menschen.

    Im Grunde bewegen wir uns durchwegs auf vagem Terrain.
    Der Durchschnittssicherwachtwähnende ist wahrscheinlich häufig nicht wesentlich erwachter als der Durchschnitt. Erwachte müssten uns beim Aufwachen helfen können und wollen – reell, über Worte hinaus, also in der Realität, in der wir uns hier und jetzt befinden, ob man sie nun Exil nennt oder Matrix oder Netz oder Schein oder Maya… Aufwachen bedeutet für mich, zu erkennen, dass es hier mehr um ein Befreien als um ein Weiterentwickeln geht, womit wir wieder beim geschickten Salz wären.

    *) darüber gäbe es, wie über das Schicksal, Bücher zu füllen, was ich andern überlasse
    **) gängige Esoterik: Verdienst der Dienste der wenig Dienstbaren

    1. @ Kunterbunt

      Vielen Dank zunächst für all das!
      Ich muss es morgen noch einmal oder eher öfter in Ruhe lesen, um es so gut als möglich aufzunehmen.
      Jetzt ruft so langsam das Endflach oder auch Einflach, also der sechste platonische Körper, den ich wider alle anderslautenden Behauptungen zumindest im Worte entdeckt, vulgo das Bett, denn morgen muss ich zeitig raus, habe viel zu tun, Schönes und auch weniger Angenehmes. Es mag daher bis morgen Abend dauern, bis dass ich wenigstens ein paar Deiner Gedanken und Beobachtungen so weit durchstreift und nachvollzogen und aus meiner Sicht betreut habe, dass eine sinnig aufgreifende Antwort herauskommen möchte. Mir schwant schon, dass ich zwei oder drei davon brauchen werde, um nicht viermal die Hälfte Deiner Wägungen unbeachtet beziehungsweise unachtsam unter den Tisch fallen zu lassen oder gleich einen Kommentarroman hinlegen zu müssen.
      Auch Dir bis dann ein gutes Endflach und einen erfüllten morgigen Tag! (Inhaltlich noch nix gesagt und das schon so weitschweifig. Das kann ja noch heiter werden.)

      1. @ Kunterbunt

        Ich sage jetzt vorläufig mal nichts zu all dem, was Du vortrugst, bis zu diesem Punkte (später vielleicht auch noch dazu was, es müsste mir aber schon etwas besonderes dazu einfallen, es ist einfach sehr schön deutlich und klar: was nicht heißen soll, dass das Nachfolgende dies nicht wäre, dazu gilt dasselbe): „Und ob sich gerade die Seele entwickeln muss, steht auf meiner Liste der offenen Fragen.“
        Du hast eine ganze Liste offener Fragen gleich? Und selbst DAS steht darauf? Ketzerin! Oder Lügnerin! Oder Unterentwickelte! Verführerin! Böses Weib!
        Und dann auch noch: „Vielleicht müssen wir gar nix und die Seele sowieso nicht und man redet uns das alles nur ein.“
        Was, Du meinst nicht etwa nur, Du müssest gar nichts, gar „wir“, also vermutlich alle? Gar die Seele überdies sowieso nicht? Und man rede den Leuten das nur ein? – Das heißt nun ganz klar, dass Du auf einem nihilistischen und verwerflichen Wege bist, Deine nächsten Inkarnationen werden Dich schwer dafür büßen lassen! Und eine paranoide Verschwörungstheoretikerin bist auch noch, pfui Deibel!
        Weiter unten: „Die Dinge sind viel differenzierter und komplexer als uns gesagt wird, deshalb gängelt man uns ja.“
        Ach, das meinst ausgerechnet Du zu wissen, wiederum im Kleide der Verschwörungstheorie, indem Du nicht einmal die einfachsten kosmischen Gesetze anerkennen willst! Dreist! Infam!
        Sodann: „Je stereotyper solche Behauptungen daherkommen, und sie sind ja mittlerweile fast unerträglich stereotyp, desto scheuklappenmässiger die Übernahme von dritter Seite beabsichtigten Brainwashings.“
        Achso, die Wahrheit ist für Dich also unerträglich stereotyp. Welche Arroganz! Und wieder dieser Verfolgungswahn, man wolle Dich blenden und „brainwashen“! Mit Dir ist nicht zu reden!

        1. @ Kunterbunt

          Nun, bezüglich Deines Vortrags, ein wenig zur jüngeren Entwicklung und dem Ausmaß, den das angenommen hat.
          Inzwischen ist fast jeder, der nicht zu jenen „einfachen Leuten“ gehört, ein Eso und zumal ein Gutmensch.
          Man redet immerzu von „Schwingungen“ und „Spiritualität“, Verantwortung für alles und jeden, was sich dann beispielsweise so ausdrückt, dass wer einen Ledergürtel anhat oder mit einem Schinkenbrötchen in der Hand erwischt wird, ein „Tiermörder“ und „Aasfresser“ ist, Leute, die noch normal reden, also nicht den Genderastenquatsch, mindestens halbe Nazis, alte weiße Männer wie ich sind sowieso an allem schuld, jeder mediokre Bodybuilder sieht sich als Visionär, an den Unis geht Ideologie vor Logik, bei Rappern ist es normal und kein Problem, wenn jedes zweite Wort „nigger“ lautet und sie Frauen regelhaft als „bitches“ bezeichnen, während das andere möglicherweise vor Gericht brächte, wenigstens zur Deplattformierung, selbst wo nur einmal klar in den kritischen Witz gebracht, andere sind bei der kleinsten gendersprachlichen Ungenauigkeit oder sonstwas sofort medialer Hatz ausgesetzt, man darf nicht mehr „dick“ oder gar „fett“ von einem Menschen sagen, schleicht sich mit „adipös“ herum, schlecht ist nicht mehr schlecht, sondern hat „suboptimal“ zu heißen, in den schönen USA ist das Wort „retarded“ inzwischen schwerst tabu, und die all das veranstalten, ausgerechnet die reden dauernd von der Befreiung des Einzelnen von Zwängen, von Gerechtigkeit, davon, dass keiner diskriminiert werden solle, von wegen Herkunft, Geschlecht, Rasse, Alter undsoweiter. Du weißt, ich könnte die Liste schier endlos fortsetzen, ohne lange grübeln zu müssen.

  2. @ Magnus

    Gut, hatte ich’s nicht vorweggenommen 🙂

    Wollte meinen Text urschriftlich mit dem Hinweis abschliessen, man/frau könne mir aufgrund solcher Darlegungen die verschiedensten Neigungen zugutehalten und mich mit den buntesten Etiketten auszeichnen.

    Übrigens: Schwingungen diversester Amplitude gehören seit Neugeburt zu meinen Spezialitäten.

    Noch was: Wenn das Pendel (es schwingt ja unten hin und her) und das Metronom (es schwingt ja oben hin und her) zur Ruhe kommen, schaffen wir’s aus der Zentrifuge hinaus.

    LG

  3. @ Magnus

    Letzthin hat mir jemand im Bus erklärt, wie wir aus der Dualität rausfinden.
    Ich bekam diese beiden inneren Bilder und er sagte dazu: Genau so!

    1. @ Kunterbunt

      Es ist dies Gesamtbild ja nicht weit entfernt, wenn überhaupt, von dem, was wir gerade zu den zwei Seiten haben (siehe meinen letzten Kommantar dort).

    2. @ Kunterbunt

      Es ist dies Gesamtbild ja nicht weit entfernt, wenn überhaupt, von dem, was wir gerade zu den zwei Seiten haben (siehe meinen letzten Kommantar dort).

  4. @ Magnus

    Du hast sogar Intuition, das bemerkte ich öfters im Netz. Ich hatte in letzter Zeit viel mit Gift zu tun. Private Nachhilfe bekommst Du nicht mehr von mir. Du hörst sowieso nicht auf mich. Kann auch sein, daß Deine schönen Worte an die Ketzerin, Verführerin und Böses Weib die erwartungsvollen Lustworte sind. Diesmal lasse ich Dich mit Genuß auflaufen und lache mich schief. Meine Zukunftsvisionen sind bekannt als echt und eintreffend.

    Die Grundlagen verrate ich Dir: „Sage mir, mit wem du gehst, und ich sage dir, wer du bist!“

    „Hochmut kommt vor dem Fall.“

    „Ein Meerschweinchen als geringer zu achten, als einen dressierten Hund, ist pure Missachtung der Naturgesetze.“

    „Wer mit Huren paktiert, wird selbst zur Hure.“

    „Irdisches Freiwild will nichts anderes, als irdisches Freiwild sein.“

    „Wer zur Rechten Zeit auf den Strauß vergißt, wird keine Blume mehr finden.“

    „Wer ungerecht flucht, den holt der Fluch doppelt ein!“

    Sei gegrüßt, edler Blogbetreiber, es wird mir ein Vergnügen sein, den Verlauf zu sehen.

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