Von den Krawattioten

Krawatten habe ich ein ganzes Bündel. Die Dinger sind, wenn wirklich aus guter Seide, made in Italy, ja auch äußerst starke Binder. Für den Hand- und Notwerker wie für den Selbstaufhänger wie gemacht.

Erinnere ich mich recht, so hat mich keine mehr als 50 Euronencent oder gar einen Euronen gekostet. Ich nahm sie zweithand einfach mit, wegen der Seide, und wegen der Schönheit, indem mein Beutel hinreichend lose.

Jeder, der mich kennt, weiß ja, dass ich darnach trachte, es mit dem Mitleiden nicht gleich zu übertreiben.

Sehe ich aber all die halskastrierten Männer, die sich diese absolut ernstzunehmenden Stricke jeden Tag selber um den Hals legen müssen, gar das Wollen darzu gelernt, um mehr Geld zu verdienen, oder wenigstens das wenige, das man ihnen gibt, zudem vor verwirrten Weibern, die nichts mehr vom eigentlichen Mann verstehen, mehr Eindruck zu schinden, stolz tragen, bis dass sie sie, kragenschwitzend, beim ersten offenen und ehrlichen Whisky endlich wenigstens lockern, vielleicht sogar abnehemen dürfen, überkommt mich ein klein wenig Mitleiden eben doch. Ich bin halt recht oft etwas inkonsequent und damit schwach.

Zudem, hat der Teufel, an den ich nicht glaube, diese Absitte nicht erfunden – wer war es dann? – , sind sie noch meist schlecht gebunden.

Die allermeisten Krawattioten lernen anscheinend nicht, oder sie bekommen es vom Teufel nicht richtig gelehrt, wie man sie halbwegs ansehnlich um seinen Hals knotet.

Als ich, die eine Woche, da ich so einen Kälberstrick um den Hals zu tragen müssen mir antat, ward ich gelobt dafür, wie sauber er säße. Von Geldleuten.

Und mein Vater hatte mir nur, Weltnetz gab es da noch nicht, wo es jeder gleich hätte und hundertmal nachüben lernen können, kurz gezeigt, wie ein Windsorknoten geht.

Wie man den dann immerhin nicht gleich todeswürdig zurechtrückt, gerade, das fand ich damals, in meinen Kurzardennen, binnen Minuten selbst raus.

O Sancta Selbsthangitis!

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Von Kitteln und Schuhen

Ich bin kein Weib, habe auch noch keins gründlich dazu befragt, und eins wäre ja nur eins: Ich schaue bei Männern in Punkto Kleidung, tu ich’s, zwar auch auf den Kittel, doch eher noch mehr auf die Schuhe.

Hat der wenigstens vernünftige Reifen aufgezogen?

Gilt natürlich nicht am Strand oder auf einer dekadenten Sauferei.

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Von einem Tapferen (II)

Ich habe jenem erwähnten Einen noch einen kleinen Sermon auf seinen Anrufbeantworter gegeben, bewusst so, auf dass er mich nicht unterbrechen noch mir sofort unwirsch widersprechen könne, mich rügen für meine Frechheit undsoweiter:

Du tugendst dich noch zutode!“

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Von einem Tapferen

Ich kenne einen, und das bin nicht ich, der könnte an seiner gutwilligen Tapferkeit, insgesamt wie zumal im Schaffen bis um Umfallen, ohne dass wider ihn Krieg herrschte oder auch sonst Kriegsdienst, noch zugrunde gehen.

Edel bis zum Bruch.

Durchhalten, Vorbild sein bis zum Bruch.

Übergut.

Ich wünsche ihm, gesagt habe ich‘s ihm, er möge sich nicht bis zum eigenen Ende hin vergeuden.

Er meint, das werde ihm schon nicht geschehen. So viel acht habe er schon auf sich selber.

Ich wünsche ihm, dass er darin Recht behält.

Oder sich rechtzeitig besinnt.

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Holz und Stein

Nach den „bösen“ letzten paar Themen mal wieder zum Schönen.

Dass ich voraussichtlich erstmals im Mai wieder für ein paar Tage an meine geliebte Ostsee darf – es wird auch wieder mal die Nordsee sein – , habe ich schon aufgebracht.

Inzwischen erfreue ich mich nicht nur am Walde – das schon immer – sondern zudem am Schaffen mit Holz. War es mir früher noch eher ein brauchbarer, durchaus schöner Werkstoff – ich habe auch viele alte Balken hier im Hause hergerichtet, indem Andrea Stücke restaurierte und mit Bauernmalerei versah – stund ich eher am Stein, am Bau, doch auch fürs da erreichbare Schöne.

Klar, dass jedes Holz noch mehr lebt als jeder Stein.

Es gibt sich sozusagen leichter hin: Es indes falsch zu behandeln und damit zu verschandeln oder gar unbrauchbar zu machen, das ist ebensowenig eine Kunst.

Die rechte Kunst ist sogar in einem schwieriger: Weiß einer, einen gesunden Stein richtig zu behauen, ein falscher Hieb zwar, von Tausenden, und das war‘s, so muss er den nur vor sich liegen haben, und das Werk wird etwas.

Das Holz aber verlangt umgekehrt, da es so jung, viel Sorgfalt beim Suchen und Schlagen, beim Trocknen und Reinigen, zudem nicht nur bei der Zwischen- wie der Endbehandlung.

Sonst hat man es doch noch vergeigt, selbst wenn nicht einmal eine Geige daraus geschaffen werden sollte.

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Vom Warnen des Feindes

Es heißt gemeinhin, man solle seine Feinde nicht warnen, es sei denn man ist so deutlich überlegen, dass man sie damit einschüchtern und zum Einlenken beziehungsweise zur Unterwerfung zwingen kann. Natürlich dürfe man ihnen auch falsche Warnungen geben, um sie irrezuführen, unsicher zu machen, ihnen Verbündete vorgaukeln, die man gar nicht hat, oder derer man sich zumindest nicht sicher, oder ob sie zu gewinnen, und dergleichen mehr.

Wovon selten die Rede aber, das ist, Feinde zu warnen, die gar nicht wissen, dass sie sich feindselig verhalten, dass sie vielleicht nur Werkzeuge, weil die bewussten Feinde sie lenken, sich ihrer Ressentiments, ihres Neides, einer Eifersucht, irgendwelcher Schwächen bedienen, um sie als Hilfsfeinde bestenfalls endlich zu echten Feinden zu machen.

Natürlich kann auch hier die Warnung wirken, sie könnten Schaden erleiden, machten sie so weiter, doch geht die Sache in diesem Falle gewissermaßen tiefer. Denn sie sind durch eine Warnung – die auch darin bestehen kann, dass man sie deutlich nicht mehr ernst nimmt – viel eher auf sich selbst, ihre Verstricktheit, ihre eigenen wahren Interessen zu lenken. Hier ist Irreführung viel seltener angebracht. Ein wenig in Verwirrung setzen ja. Das mag dem gewünschten Erkenntnisprozess dienen. Als geübter und anerkannter Prediger kann man das natürlich alles perfekt. Oder auch doch nicht.

Mit dem Zwietracht säen, damit ist sehr vorsichtig umzugehen, denn das schlägt leicht doppelt zurück. Damit haben nicht nur schon gewiefteste Weiber vor ihren ärgsten Rivalinnen verloren.

Aber wir waren ja bei der eigentlichen Warnung.

Schon ein Schweigen nicht nur an einem Punkt, wo selbstverständlich Zustimmung vorausgesetzt, ist eine Warnung. So eben auch ein Nichtmehrreden zu dem, wozu erwartet, dass man ohnehin gerne rede und sich erkläre. Oder eben ein nur noch sehr knappes, dabei gelassenes, abgeklärtes, dabei frohgemutes, vielleicht auch etwas säuerlich dazu Reden.

Sun Tzu stimme ich dahingehend uneingeschränkt zu, dass man keinerlei Vogelflugschau in den eigenen Reihen dulden solle, selbst wo die Reihen nur aus einem selber bestehen.

Auch beim Warnen nicht, meine ich ergänzend.

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„Islamophoben“-Hatz

Nein, ich bin nicht stolz darauf „ein Islamophober“ zu sein. (Wobei hier erst mal geklärt sein müsste, ob hiezu unter Phobie Angst zu verstehen sei oder, wie heute umgedeutet, Hass.)

Erstens habe ich keine Angst vor dem Islam als solchem, allenfalls vor bösen Moslems, die mir buchgemäß Tod oder Sklaverei bringen wollen, nicht dem Rest, zudem hasse ich den Islam nicht, denn das wäre lächerlich.

Und hinzu kommt, wäre ich denn laut einer dieser Definitionen „islamophob“ (also schon ohne Bombe einer der Bösesten, die heutzutage zu finden), worauf hätte ich dann stolz zu sein?

Etwa darauf, dass ich in Deutschland auf eine Schule gehen durfte, die mich das Lesen nicht einmal mehr lehren musste, da ich es schon konnte, als man mich mit fünf dort aufnahm?

Ich bin, damit das klar ist, in keiner Weise stolz darauf, den Islam für eine verderbliche Irrlehre zu halten. Denn das ist nun wahrlich keine Kunst.

Ich schreibe das jetzt, weil man inzwischen sogar in Ländern wie Neuseeland oder Australien selbst noch Leute mundtot zu machen versucht, die nur in der Nähe von einem „Islamophoben“ gesehen wurden oder sich einmal mit einem in dieser Richtung Verdächtigen unterhalten haben.

Schlimme Zeiten für die Meinungsfreiheit.

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„Liberal“? Was für ein Lugwitz!

Dass die linksextremen antiweißen Totalitaristen, welche immer mehr Redeverbote durchsetzen und fordern, dabei im Bunde mit dem modernen Großkapital agieren und in den schönen USA dafür noch „Liberals“ genannt werden, ist einer der zugleich besten und übelsten Lugenwitze der Weltgeschichte.

Nachtrag

Sie sind schon so abgedreht, dass sie Carl Benjamin, der sich als „a classic British liberal“ bezeichnet, deplattformiert haben, weil er Nazis in einer Weise beleidigte, die ihnen nicht gefiel. Das ist schon tragikomisch.

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