Ostseehnsucht

Dies Jahr werde ich das unvergleichliche Licht der Ostsee wohl zum ersten Male im Mai an meinem Halbgeheimplatze sehen dürfen. Ich werde nicht einmal hier verraten, weiß es ja selbst noch nicht, was ich außer dem Notwendigen mitnehme. Trommel, Lateinbuch, Sägeblatt?

Ich freue mich deromaßen darauf, dass ich das zu beschreiben gar nicht ansetzen möchte.

Der erste Tag wird ein Vollmond sein.

Und es mag sein, dass es nur regnet und stürmt, kaum noch mein Kocher glimmen will, doch die Steine weit hinterm Sandstrand, die werden da sein.

Von denen werde ich wiederum die mir schönsten nach Hause nehmen.

Und wenn ich wieder sehe, wie ein erschauter Wal sich langsam quer von Westen her über den regenverhangenen Himmel schiebt, oder die Turmwolken, streificht, am frühen klaren Morgen, dortstehen, als habe sie einer gebaut: ach ich erwarte mir zu viel!

Einmal schmiss ich einen kleinen Stein feste auf einen großen im Meer, dachte, den könne das doch nicht verletzen, und dann hatte er eine schwere Marke.

Einmal traf ich einen alten Seemann dort, an der schönsten Stelle, und ich hatte zum Glück zwei Bier noch, so dass ich ihm eins ausgeben konnte, wir rauchten und redeten von meinem Tabak dazu.

Wer will mehr?

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