8 Antworten auf „Vom Zurückverachten“

  1. Hinter diesem Thema verstecken sich
    manchmal / nicht selten / häufig / oft / meist
    herZZeRReiSSende (Kindheits-) Traumata.

    Andere verletzen zu wollen entspringt
    manchmal / nicht selten / häufig / oft / meist
    einer herZZeRReiSSenden Verletzung.

    Eine virtuelle Alternative zur Retourkutsche
    wäre das imaginäre Herzen der beteiligten
    (ver)wund(er)baren inneren Kinderlein.

    Wunderbare Kinderlis lieben das
    ausser sie sind grad oberstörrisch
    wie ein Esel auf Korsettika.

    1. @ Kunterbunt

      Ich meine nicht, dass man auf fortgesetzte Bosheit und Herabsetzung immerzu mit noch mehr Liebe und Erhöhung reagieren sollte. Gleichgültigkeit, kann man sie sich leisten, ist in Ordnung. Manchmal kann man den anderen auch kippen. Oft aber mäßigt der sich erst oder begreift was, wenn er entsprechend angeschaut wird, wie er es braucht.
      Beispiel: Jemand erzählt überall, was für ein dummer Schwätzer und blöder Seckel man sei. Der Mensch hat eine erhebliche Machtposition. Die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern. Tut man, wie als ob man das nicht mitbekommen habe, so halten die Leute einen für tatsächlich blöde oder einen feigen Schwindler. Also kommt der Tag, da man darauf eingehen muss. Da mag eine verächtliche Geste reichen, ein knapper Satz. Es mag auch mal eine saftige Tirade angezeigt sein. Oder sonstwas. Das Leben hat Volten parat.
      Erzählt man den Leuten nun aber, man liebe den anderen wohl noch nicht genug, so werden sie das, dann mag es wirken, als harten, abgebrühten Zynismus verstehen oder aber einen für gaga halten. Bis auf ein paar selber Abgedrehte vielleicht.
      Ich setze hier natürlich den Fall, dass man dem Verleumder nie Unrechtes getan hat, auch ansonsten nicht durch die Gegend rennt alswie ein angeschossener Eber oder hinterlistiger Priester. Man dem anderen also nur so verhasst, weil er nicht kann, was man selber kann, seiner Macht nicht huldigt, wie er’s gerne hätte, oder ähnliches.

      1. @ Magnus
        Den Beweggrund zu deiner selbst beantworteten Frage kannte und kenne ich nicht. Habe auch nicht spekuliert, sondern die Haltung per se, also kontextlos betrachtet. Selber grenze ich mich auch ab von schönfärberischen Theorien à la Friede, Freude, Eierkuchen. Berufe mich eher und lieber auf in Alltagssituationen gesammelte Erfahrungswerte.

        „Ich meine nicht, dass man auf fortgesetzte Bosheit und Herabsetzung immerzu mit noch mehr Liebe und Erhöhung reagieren sollte.“
        Ich auch nicht, bringt nichts! Meinte es eher als innere Haltung.

        „Gleichgültigkeit, kann man sie sich leisten, ist in Ordnung.“
        Gelassenheit erachte ich – je nach Situation – ‚hohe Schule‘.

        „Tut man, wie als ob man das nicht mitbekommen habe, so halten die Leute einen für tatsächlich blöde oder einen feigen Schwindler. “
        Ja, das kann einen verletzen. Nach meiner Erfahrung, pflegt sich die Wahrheit später zu offenbaren – gerade, wenn man bei sich bleibt.

        „Erzählt man den Leuten nun aber, man liebe den anderen wohl noch nicht genug, so werden sie das, dann mag es wirken, als harten, abgebrühten Zynismus verstehen oder aber einen für gaga halten.“
        Davon halte ich selber auch gar nichts. Damit meine ich nicht, was die Leute von einem halten, sondern die ‚Schuldigkeit‘, eine/n Gewalttätige/n oder sonst Grenzwertige/n lieben zu sollen…

        „…Man dem anderen also nur so verhasst, weil er nicht kann, was man selber kann, seiner Macht nicht huldigt, wie er’s gerne hätte, oder ähnliches.“
        Das ist ein sehr weites Feld. Neid erzeugt energetisch eine Abwärtsspirale, Macht untertänigst zu huldigen ebenfalls.
        Evtl. bedeutet Neid, die eigenen Fähigkeiten und Talente zu wenig zu würdigen = einzusetzen und Machtmissbrauch, sich unwichtig und klein zu fühlen und sich deswegen über andere stellen zu müssen oder dann, die eigene Boshaftigkeit ausgiebig an anderen abzureagieren (wieso buchen solche Leute kein Box- oder Fechttraining oder powern sich sonstwie aus?!) …

        1. @ Kunterbunt

          „Den Beweggrund zu deiner selbst beantworteten Frage kannte und kenne ich nicht.“
          Das ist nicht weiter schlimm, denn es gibt keinen. Jedenfalls keinen einzelnen spezifischen oder besonders aktuellen.
          Natürlich aber gründen derlei allgemeine Erwägungen wie oben insgesamt auf meiner Lebenserfahrung, womit es dann insgesamt auch Gründe dafür gibt.
          Manchmal gibt es auch einen konkreten Anlass für solche, aber beileibe nicht immer.
          Ansonsten: Vielen Dank für Deine Ausführungen.
          Beim Holzholen usw. habe ich eben aufs neue darüber nachgedacht – in dem Falle ist der Anlass Dein Kommentar – , ob ich statt „Gleichgültigkeit“ hätte „Gelassenheit“ schreiben sollen. So ganz traue ich beiden Begriffen Begriffen nicht, letzterem eher noch weniger als ersterem. Das ergäbe durchaus schon ein eigenes Thema. Vielleicht mache ich heute Abend noch etwas dazu. Gerne mit einer vorgreifenden Einschätzung Deinerseits inbegriffen.
          LG

  2. @ Magnus

    Nebenbei erwähnt: Ich würde gerne Holz holen, denn Holz lässt auf meinem inneren Bildschirm ein Cheminée oder einen (Schweden-) Ofen aufblitzen. Aber da, wo ich gerade sitze, würde ein Feuer entfachen geradezu eine Katastrophe heraufbeschwören. Ergo kein Holz holen.

    Gleichgültigkeit kann in meinem Deutsch die Bedeutung haben von „me ne frego“ auf Italienisch, mit einer pejorativen Konnotation einer Situation oder Person gegenüber. Anderseits kann es auch bedeuten, angemessene Distanz zu einer Gegebenheit oder jemandem zu haben. Gleichgültigkeit sollte echt und neutral sein, um eine ebensolche Wirkung zu haben, will heissen, weder mich noch jemand anderen anzuwandeln. Wenn ich nämlich mit einer Wut im Bauch behaupte, xy sei mir doch gleichgültig, dann kann dies kaum der Wahrheit entsprechen.

    Gelassenheit ist in meinem Deutsch anders zu verstehen als Gleichgültigkeit, fühlt sich auch anders an. Gelassenheit neigt sich in meinem Veständnis der Zuversicht entgegen. Ich bin eutonisch gelassen, weil ich zuversichtlich bin.

    Würdest du diese Begriffe auseinandernehmen wie es manche zu tun pflegen, sogenannt „al pie de la letra“, würde sich die Auseinandersetzung damit unverzüglich in den Kopf verlagern.

    Es würde dann behauptet, Gleich-Gültigkeit bedeute, xy habe die gleiche Gültigkeit wie a-w+z. Oder in einer Verfassung der Ge-lassen-heit würde etwas oder jemand hinter sich oder weg- oder so belassen oder zugelassen. Die ganz Pingeligen unter den Pie de la letra-Leuten würden dann einwenden, Ver-FASSUNG und Ge-LASSEN-heit würden sich sowieso ganz arg widersprechen. Und Zustand von Gelassenheit könne man schon gar nicht schreiben, da ZU und STAND dem LASSEN ebenfalls widerspreche.

    Mir ist der Begriff Gelassenheit sympathischer als der Ausdruck Gleichgültigkeit, obwohl beides zu seiner Zeit akkurat und indiziert sein mag. Vielleicht, weil ich Gleichgültigkeit mir gegenüber persönlich nehme, hingegen Gelassenheit in meiner Gegenwart unpersönlich und eher angenehm empfinde…

    1. @ Kunterbunt

      Nun hast Du so weit vorgegriffen, dass ich Dich darum bitte, Deinen ganzen Kommentar nach dem Nichtholzholen als Gastbeitrag einstellen zu dürfen, mit dem Titel „Gleichgültigkeit und Gelassenheit“, von mir dazu lediglich einen kurzen Verweis darauf, in welchem Zusammenhang das Thema unter uns aufkam.
      Ich würde dann gerne kommentieren. So erscheint es mir nunmehr angemessener. (In diesem Falle brauche ich keinen Klarnamen von Dir, denn der Text birgt keine erkennbaren politischen oder rechtlichen Gefahrenmomente. Du kannst Deinen Klarnamen natürlich gerne auch angeben, andernfalls erscheint Dein Text nach Deiner Freigabe unverändert unter „Kunterbunt“. Alle Rechte, außer dem dieser einmaligen Veröffentlichung als Gastbeitrag hier, verbleiben selbstverständlich bei Dir.)
      LG und BW
      Magnus

  3. Magnus, du darfst meine Spielereien gerne als Gastbeitrag nehmen.
    Kunterbunt passt zu mir, ist gewissermassen mein eigener Taufname.
    Rechte i.O.

    1. @ Kunterbunt

      Vielen Dank! Erscheint heute Abend.
      Ach, ansonsten, vor lauter Textgier ward ich unhöflich von wegen Schwedenöfen und so. Früher gefühlte Ewigkeiten mit allen möglichen Öfen geheizt. Besonders gern hatte ich in Hammelburg meinen Beistellherd. Der kochte und buk nebenher prima. Inzwischen, nach meinem Stuttgarter Heimatexil mit zwar quasi selbstwarmer, aber ansonsten trauriger Gastherme, habe ich hier wieder meinen mächtigen dunkelgrünen Kachelofen mit großem Feuersichtfenster. Mein ganzer Stolz im Hause. Hat auch mal ein Heidengeld gekostet.
      Danke nochmals und LG.

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