Vom Hotsegsagt und vom Santa Maria

Es ist schon merkwürdig, was manchen Leuten offenkundig dauerndzu derart im Hirn herumgeht, dass sie es vor anderen, bei der Arbeit, völlig versonnen, immer wieder deutlich hörbar vor sich hinsagen.

Der eine, der mir dazu einfällt, war ein begnadeter Schlossermeister, ein Handwerker, wie ich wenige kennengelernt, er hatte nach einem schweren Unfall seine Meisterprüfung noch einmal mit einer Eins abgelegt, nur, um es dem Rest zu beweisen.

Der, Schwabe, sagte immer wieder: „Hotsegsagt“. Also zu Deutsch: „Hat sie gesagt.“ Ich frug ihn nie, wer sie sei und was sie gesagt habe, auf dass sie und das Gesagte ihn so beständig beschäftigen könne.

Ein anderer Arbeitskollege, der war Steinmetz und Italiener, oder auch Italiener und Steinmetz, der ward von meinem Kumpel, in dessen Vaters Firma ich mir in Werkstatt und am Bau ein paar Kröten verdiente, spöttisch grinsend nur der „Santa Maria“ geheißen, denn das war, was er mindestens zwanzig Mal am Tage sagte.

Also ging es wieder um ein Weib. Man weiß zwar nicht viel davon, was die Heilige Mutter Jesu so alles gesagt haben soll, doch mitunter wird sie wohl wenigstens mit ihrem Gottessohn geredet haben. Oder traute sie sich das als brave Jungfrau der unbefleckten Empfängnis gar nicht?

Diese zwei beiden hatten darin nicht einen vorübergehenden Spleen, so wie ein anderer Kollege vom Messebau, Exbundler mit Einzelkämpferausbildung, der eine zeitlang, immer wenn etwas beschlossen oder fertig war, „Öpfel“ sagte: Die blubberten ihre drei bis fünf Kernsilben jahrein jahraus raus.

Immerhin, ich gehe davon aus, dass ihnen das einen gewissen Halt gab.

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