Ommeloina

Lange gelang es mir nicht, ein entsprechendes deutsches Wort für das bei Jugendlichen seit Jahren so „inne“ engleutsche „Chillen“ zu finden, welches mir meine Filii jederzeit entgegenschleudern, mit einem „Alter, chill mal!“, sobald ich auch nur hauchzart dazu ansetze, in einen geringsten Voraufregungszustand zu geraten.

Ich erwidere inzwischen standardmäßig: „Ich chille immer. Ich mache gar nie etwas anderes!“ Oder Ähnliches. Das hilft ein wenig.

Nun sprach ich aber vor ein paar Monden einen guten Bekannten, einen trefflichen Bassisten, Schduergerder Urschwob, darauf an, und er meinte sofort, „chillen“ sei doch nichts anderes als „ommeloina“. (Also etwa: „rumlumpen“ oder „abflacken“, „abstracken“.)

Ewig das schwäbische Wort nicht mehr gehört, doch es saß sofort.

P.S.: Mit fällt gerade ein, dass ich am Hauptbahnhof von Neapel vor Jahrzehnten mal einen reichlich arbeitsscheuen jungen Österreicher traf, der nannte das gepflegte selbstzufriedene Nichtstun, erinnere ich’s recht, „Rumsandeln“.

„Abhängen“ kommt mir gerade auch noch in den Sinn, doch hängt man ja eher im coolsten Club ab, weil man nicht nur „chillen“ will, oder?

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