Lesen reiche dem Leser

Heutzutage hat sich die Forderung weitestgehend durchgesetzt, der Schreibende solle immer an den Leser denken.

Nur, „den Leser“, den gibt es nicht.

Und was bringt man denn, handelt es sich nicht um ein Lehrbuch oder einen mediokren Krimi oder Arztroman, noch zuwege, wenn man immerzu an den vermutlich im Schnitt etwas begriffsstutzigen Leser denkt?

Ich setze den Fall, dass Friedrich Nietzsche in diesem Sinne nie an „den Leser“ dachte. Sonst wäre wohl kaum etwas seines Werkes entstanden, am wenigsten der Zarathustra.

Bisher 3 Kommentare

3 Antworten auf „Lesen reiche dem Leser“

  1. Womit wiederum bewiesen ist, daß jeder, der einen Raum mit Menschen betritt, eine Änderung in der Schwingung verursacht. Egal, ob er daran denkt, oder nicht.

    Und jeder, der sich bereits in dem Raum befindet, diese Veränderung bemerkt, ob es ihm bewußt ist, oder nicht.

    Menschen beweisen einander, welchen Stellenwert sie innehaben. In der Aktion, besonders in der Not, wird offenbar, mit wem ich es zu tun habe. In alle Richtungen.

    Ein Hinterherlaufer, der nichts als stichelt, kann sich schwer irgendwo neu etablieren. Er verbreitet seine Schwingung schnell und sie wird registriert. Ob es ein e ist, oder ein o. Nichts bleibt ohne Beleuchtung und Reaktion.

    Der Akteur ist jener, der sich der Stichelei aussetzt und geachtet ist der, welcher sich nicht in seiner inneren Ruhe anfechten läßt. Gekläff bleibt Gekläff, auch getarnt als scheinheilige Fragerei.

  2. Schriftliche Werke entspringen der Feder des Schreibers erst, wenn sie fertig im Geist entstanden sind. Eine Geschichte, die jedem gefällt, und die jeder begreift, kann so gar nicht entstehen. Wir sind Individuen, nicht Klone, wo der Eine dem Anderen aufs Haar gleicht.

    Wie gut.

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