Kinder als Altlasten

Als ich die Textsorte Kontaktanzeigen einmal genauer unter die Lupe nahm, fiel mir so manches Putzige auf, wovon mir zwei häufige Chiffren als besonders beachtenswert hängengeblieben.

Einmal: „kein BBB“.

Das heißt nun, das brachte ich bald raus, nicht „kein Brigitte-Bardot-Busen“ oder kein „Bert-Brecht-Battel“, sondern schlicht: kein Bauch, kein Bart, keine Brille. Eine billige Forderung, wie ich meine. Jeder kann um des echten Liebesglücks willen schließlich ein wenig fasten, sich rasieren und Kontaktlinsen besorgen.

Dann aber: „ohne Altlasten“.

Hiezu erzeigte sich schließlich, dass damit eher nicht einmal Zahlungsunfähigkeit beziehungsweise Überschuldung gemeint waren, sondern nervige Keif-Exe, womöglich gar mit Unterhaltsansprüchen, und zumal bereits vorhandene Kinder.

Kinder somit als „Altlasten“. So ein Krabbel-, Kriech- und Kabbelgedöns, das längst zum Bio- oder gar Sondermüll hätte gegeben werden sollen. Echtes Zartgefühl.

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