Polizeipsychos im Film

Von Polizeipsychologinnen, die den angeschlagenen leitenden Kommissar einer Mordkommission so lange quälen, bis er sich gezwungen sieht, sie flachzulegen, um dem Akt und der Akte ein halbwegs erträgliches Ende zu machen, haben wir schon genug gesehen. Hat der Kommissar ja so gesehen noch Glück, wenn doch ein seltener Hetero, dass er es nicht mit dem kryptoschwulen Polizeipsychologen zu tun bekommt.

Beinahe könnte einen da schon Mitleiden mit dem Therapeuten oder der Therapeutin überkommen, denn wahrscheinlich versteht der Kommissar mehr von Lüge und Wahrheit als sie. Damit hätte er normalerweise einen Vorteil. Er ist aber in der Zwangslage, sich von einer wahrscheinlich schlechter geschulten Person, die das womöglich auch klar weiß oder wenigstens unterbewusst spürt, daraus einen Neid, wenn nicht gar Hass entwickelt, beurteilen lassen zu müssen.

Er kann nirgendwo, hat er nicht handfeste Beweise, hingehen und seinen Vorgesetzten sagen, die Tante oder der Tänterich habe selber nicht alle Tassen im Schrank, drangsaliere ihn ungebührlich, ja anzüglich, sei völlig unfähig oder ähnliches. Es fiele nur immer auf ihn zurück.

Die Xanthippe oder der Xanthippo kann ganze Seiten über ihn vollschwurbeln, voller leerem Halblatein und ebenso leerem Halbgriechisch, dazu auf Statistiken der WHO verweisen und allerlei Untersuchungen bis hin zur Genderastenabwissenschaft, und X wird bestens dafür bezahlt. Jede Kafkaeske liegt da drin.

Ich habe übrigens nie so einen Film gesehen, wo die angeschlagene Kommissarin zu einem richtig biestigen Psych musste. Ist wohl nichts fürs heutige Publikum. Oder, sagen wir, es gäbe Scheißestürme. Der Schauspieler wäre fortan eine Verkörperung des bösen weißen Mannes.

Ich weiß natürlich nicht, wie solche Programme realiter ablaufen.

Ich habe nur davon geredet, wie man sie uns im Film so gerne verkauft.

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