The X-Word

Gerade habe ich ein weiteres englisches Tabu-Kunstwort gelernt, das „R-word“.

Dass dahinter ein ganz schlimmes Wort stecken müsse, war mir gleich klar, als das US-Video begann, denn offenkundig hatte einer das ursprüngliche schwerstskandalöserweise öffentlich verwendet

Nun, ich hatte gerade keinen Bock zu warten, rätselte ein wenig, immerhin kenne ich ja das „N-word“ und das „F-word“, schmiss dann aber die Suchmaschine an, und siehe – wie kam ich da nicht drauf? – , das „R“ steht für „retarded“ (was ich so natürlich kannte), welches in etwa „geistig zurückgeblieben“ oder „leicht geistig behindert“ bedeutet, abgeleitet vom Lateinischen „tardus“, langsam, säumig, im geistigen Zusammenhang auch schon stumpfsinnig.

Was kommt als nächstes?

Drei Buchstaben des englischen 26er-Alphabets sind bereits verbraten, doch bleiben da schon noch welche für die sprachliche Korrektheit beziehungsweise Behinderung übrig.

Verdammte Hacke, jetzt überlege ich schon eine verfi..te Viertelstunde und habe immer noch keinen geeigneten Kandidaten, denn etwas mit Rasse, Sex und Geistesschwäche haben wir schon, und das Unwort sollte ja vergleichbar sitzen.

ABCDEGHIJKLMOPQSTUVWXYZ?

Jetzt dachte ich gerade, ich könne mit einem S-word reüssieren (weil man „shit“ im Englischen nicht so leicht sagen darf wie im Deutschen die Entsprechung), doch teilt mir Wiktionary eben mit, dass es gleich vier davon gibt, nämlich außer „shit“ auch „slut“ sowie „spastic“ und „spic“. Also schon wieder ein Buchstabe verbrannt.

The A Word (ohne Bindestrich) bezeichnet nun schon eine BBC-TV-Serie, und ich dachte vor dieser Prüfung noch, ich könne auch sämtliche „assholes“ unterbringen. Birgt wohl zuviel Verwechslungsgefahr.

Bei The C Word dieselbe Pleite. Diesmal ein Spielfilm. Hier hätte ich die „cunts“ erwischt gehabt.

Das Ganze harrt wohl noch einer genaueren Prüfung.

Erstmal bin ich jetzt aber frustriert genug, um hier vorläufig abzubrechen.

Ach, jetzt habe ich doch noch nach dem X-word gesucht. Das soll es bislang nicht geben, aber es gibt es doch, es werde nämlich zur reinen Xerarschung eingesetzt, damit der andere denkt, er wisse von ganz Schlimmem noch nichts, habe eine Bildungslücke.

Also gut, das Shorter OED aufgeklappt, irgendwas Xenophobes oder so sollte sich doch finden lassen.

Also, xantippe kennt auch das Englische, xanthopath wäre ein böses Wort für einen mit krankhaft gelber Haut (damit könnten Osasiaten herabgesetzt werden), ein xerophag ist einer, der seine Oblaten trocken frisst, das sollte für christliche Blaukreuzler reichen, endlich hätte der xiphopagus eine Chance, das Zwillingsmonster.

Irgendwann geht halt doch was.

Beharrlichkeit führt zum Ziel, sagt der nicht nur xanthopathische Chinese.

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