Semsakrebsler: Sprache auch beim Wein tückisch

Im Schwäbischen gibt es gängig für einen recht sauren Wein das abschätzige Wort „Semsakrebsler“.

Eben fand ich aber vollauf klar bestätigt, dass es sich dabei ursprünglich um einen aus an einer Hauswand bis zum Fernstersims gewachsenen Reben gekelterten Wein handelt, der durchaus beachtliche Qualität erreichen kann. (Im Unterfränkischen kenne ich den als „Housmouschd“, der meist als „Federweißer“, noch gärig, halbsüß, gleich im Herbst weggesoffen wird.)

Ich tumber Tor nun dachte bei dem Begriff lange Jahre nicht von außen an den Sims, sondern von innen.

Also, dass der Wein so greislich sauer sei, dass man fast lieber auf den Simsen krebselte, um aus dem Fenster zu springen, denn so einen Wein zu trinken.

Tübinger Gelahrte haben mich netzweis endlich eines Besseren betan.

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