Latein auf Deutsch zu lang

Zu Senecas „De tranquillitate animae“.

Quod desideras autem magnum et summum est deoque vicinum: non concuti.“

Was du nun ersehnst ist groß und höchst und gottnah: unerschütterlich sein.“

Die Übersetzung oben ist meine neue.

Auf dem zweisprachigen Reclam-Büchlein, das ich mir jüngst gekauft, lautet die Übertragung rückseitig:

Das aber, worauf du deine Sehnsucht richtest, ist etwas Großes, Vollkommenes und der Gottheit Nahes: sich nicht erschüttern zu lassen.“

Meine mag nicht besser sein, doch sieht jeder, dass sie kürzer ist. Auch hat sie nur die eine Pause.

Beides bei einem Sinnspruch wichtig

Und will ich noch anfügen, dass „summum“ eben nicht mit „Vollkommenes“ zu übersetzen sein sollte, mindestens halte ich das für eine Ungenauigkeit, denn „perfectum“ steht nicht da.

Noch zum Titel.

Der steht mit „Über die Ausgeglichenheit der Seele“ vorderseitig.

Man hätte auch „Von der Seelenruhe“ ansetzen können, gar mal zwei Silben kürzer als das Lateinische.

Ich weiß jedenfalls nicht, weshalb Deutsch immer länger und gar noch soviel länger sein müsse.

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